Informationen
Name: Schneckosaurus
Autor: RogarRabbit
Bewertung: 2/2
Erstellt am: Sat Aug 13 2022
Objekt-Nr.: SCP-027-DE-EX
Klassifizierung: Erklärt
Sicherheitsmaßnahmen: SCP-027-DE-EX befindet sich in einer isolierten Kernzone des [VERSCHLÜSSELT:Müritz Nationalparks, Nordrhein-Westfalen] und ist von jeglicher Zivilisation isoliert. Unbefugter Zutritt, der von der Foundation registriert wird, ist sofort an den zuständigen Förster zu melden, sollte jedoch Gefahr für die Geheimhaltung besteht, ist Eingreifen foundationeigenen Sicherheitspersonal möglich. Zeugen sind unverzüglich mit einem Klasse-A-Amnesikum zu amnesizieren. Das Habitat von SCP-027-DE-EX ist durch energieautarke, analog und passivinfrarot angesteuerten, mit dem Foundation-Intranet verbundenen Wildkameras zu überwachen. Feld-Missionen können bei der zuständigen leitenden Forscherin Fr. Dr. Stör beantragt werden.
Beschreibung: Bei SCP-027-DE-EX handelt es sich um einen dinosaurierähnlichen Organismus der Gattung Coelophysoide, Art Liliensternus liliensterni, Gruppe der Amphibien-Reptilien. Sein Phänotyp unterscheidet sich allerdings grundlegend von jeglichen bekannten Modellen und datierten Funden. Die Entitäten weisen eine Länge von durchschnittlich 5 m (von der Schweifspitzte bis zum Schädelende) und eine Höhe von 1,50 m auf, wobei beachtet werden muss, dass der Schweif rund zwei drittel der Körperlänge ausmacht. SCP-027-DE-EX Exemplare weisen eine schleimige, weiche, blau-schwarz-lila pigmentierte Haut auf, die dem für Schnecken arttypischen Mantel ähnelt, aber gleichzeitig auch der Haut von Lurchen. Das Abdomen ist weiß-schillernd pigmentiert, um die Entität im Wasser von Unten aus gesehen zu tarnen. Der Schädel scheint die typische Form aufzuweisen und kann seinem evolutionären Vorgänger zugeordnet werden, mit Ausnahme eines Fischfresserschnabels mit Hakenfortsatz am Ende des Kiefers. Die Reißzähne sind leicht zurückgebildet, sind aber noch vorhanden und dienen nach wie vor ihrer Funktion. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die vier Fühler an der Schädelbasis, die aus den ehemaligen Augenhöhlen entspringen. Die großen Fühler, hier als Primärfühler bezeichnet, sind ca. 10 bis 15 cm lang und beherbergen die Augen. Die Sekundärfühler besitzen sowohl mechanische Sinneszellen, zur Wahrnahme von Strömungen, als auch Geruchs-, Geschmacks-, vereinzelt Licht- und empfindliche Termperatursinneszellen, die Vermutungen nach als "passivinfrarot" -sinn dienen. Die Sekundärfühler befinden sich unterhalb der Primärfühler. Alle lassen sich unabhängig voneinander bewegen und vollständig in die Augenhöhle zurückziehen. Die Augen verfügen über zwei Sehgruben und somit bessere Auflösung als beim Menschen1. Die Hornhaut weist einen höheren UV-Schutz auf, was vermutlich einen Blick unter die reflektierende Wasseroberfläche ermöglichen soll. Der lange Hals von SCP-027-DE-EX scheint ebenso unverändert und misst rund 90 cm. Die Vordergliedmaßen der Entität sind leicht verlängert und zwischen den Fingern befinden sich ausgeprägte Schwimmhäute, ebenso wie bei den Zehen. Die Krallen lassen sich ähnlich wie bei Raubkatzen bei allen Gliedmaßen einziehen. Der Schweif mündet in einem knöchernen, ca. 35 cm längen mit zahlreichen Wiederhaken, der Jagt dient.
Die Skeletstruktur ist der des prähistorischen Liliensternus nahezu identisch, mit dem Unterschied, dass das Tränenbein leicht nach außen gewölbt ist, die Orbita größer und der Schädel über einen Schnabel verfügt sowie der Schweif über einen Stachel. Die inneren Organe sind denen moderner Kriechtiere äquivalent. (Es ist anzunehmen, dass sich die beiden Schwimmblasen links und rechts der Wirbelsäule im Laufe der Evolution im hiesigen Gebiet entwickelt haben und nicht auf frühere Anlagen deduziert werden können. ~Dr. Franz). Die Lunge ist, wie für Kriechtiere und Lurche arttypisch, sackartig sowie einfach gekammert. Es konnten auch schwach ausgebildete Kiemen seitlich des Hinterhauptbeins aufgefunden werden, jedoch sind diese nur sekundäre Atmungsorgane, allenfalls Überbleibsel. Das primäre Atmungsorgan stellt hierbei die Haut selbst dar, durch die der Sauerstoff ins und Kohlenstoffdioxid aus dem Blut diffundiert. Dazu muss die Haut stets befeuchtet sein. SCP-027-DE-EX Exemplare weisen in der Regel keine äußeren Geschlechtsmerkmale auf. Sämtliche Individuen gehören dem Zwitter-Geschlecht an und besitzen somit sowohl männliche als auch weibliche Merkmale sowie das Attribut, dass beide Partner nach der Fortpflanzung träge werden. Die Entität verfügt über eine Kloake, die das Ausscheidungsorgan und primäre Geschlechtsorgan darstellt.
SCP-027-DE-EX verhält sich gegenüber Menschen friedlich und fühlt sich durch dessen Anwesenheit oft nicht einmal gestört, jedoch kann es im Fall einer Bedrohung für die Entität selbst oder dem Gelege sowie Jungtieren zu aggressiven Verhalten kommen. SCP-027-DE-EX meidet stehts die direkte Konfrontation und versucht, den Aggressor durch Drohgebärden zu vertreiben, nur in Notfällen setzt es seine Harpune zum Gegenschlag ein. Auch die Krallen, Zähne und der Schnabel können der Entität zur Verteidigung dienen. Jungtiere in der Pubertät können bei Hormonschüben Dominantzverhalten mit aggressiver Tendenz an den Tag legen. SCP-027-DE-EX präferiert, feuchtes gewässernahes Habitat2, zumeist Feuchtluftbiotope und Sümpfe, aber auch Flüsse und Seen. Instanzen sind äußerst soziale Tiere und bevorzugen Gruppen von acht bis zehn Artgenossen. Auch gegenüber anderen Organismen, die nicht in ihr Beuteschema fallen, verhalten sie sich passiv gegenüber. SCP-027-DE-EX ernährt sich von Fischen, Krebstieren, Lurchen, größeren Insekten, kleinen Wasservögel und Schnecken. Es konnten bisher zwei Jagdmethoden beobachtet werden. Zu einem die Lauer, bei der sich ein SCP-027-DE-EX Exemplar an das Ufer eines Gewässers setzt und auf seine Beute wartet, um sie dann mittels der Harpune am Ende des Schweifes einzufangen. Jene Technik wird zum Fischfang eingesetzt. Ebenso konnte ein aktives Jagt- und Sammelverhalten datiert werden. Zumeist jagt SCP-027-DE-EX unter Wasser nach Fisch, Krebstieren, Lurchen und Wasservögeln. Schnecken und manchmal auch Lurche werden meist vom Festland oder Sumpfgebiet eingesammelt. Eine SCP-027-DE-EX-Instanz hat eine Lebenserwartung von zehn Jahren und erreichen mit drei Jahren die Geschlechtsreife. Die Paarungszeit der Entitäten liegt im Frühjahr zwischen März und April. Zur Beeindruckung anderer auf Partnersuche befindlicher Instanzen, wachsen den Exemplaren farbige Schmuckfedern an Kragen und Kopf. Sollten sich zwei Individuen finden beginnt der Fortpflanzungsakt, bei welchem beide befruchtet werden. Das Paar wird dann beginnen, ein Nest für die Eiablage zu bauen, welches zumeist im seichten Wasser errichtet wird. Ein Gelege besteht aus zwei bis sechs Eiern. Der Zeitraum zwischen Befruchtung und Eiablage beträgt vier Wochen und nach zwei Monaten schlüpfen die Jungtiere, welche dann vier weitere Wochen im Nest von den Eltern genährt werden. In der Regel verweilen Jungtiere bis zum ersten Winter bei der Elterngeneration, anschließend werden sie im nächsten Jahr eigenständig. SCP-027-DE-EX Exemplare bleiben ihr Leben lang einander treu und werden in dessen Lauf bis zu dreimal erneut brüten. Die Eierschalen bestehen aus einer dicken, robusten Lederhaut. Des Weiteren stellte Fr. Dr. Stör die Annahme auf, dass das SCP-027-DE-EX in der Lage ist, ein Selbstbewusstsein zu entwickeln und Empathie für andere zu empfinden. Diese Hypothese ist Gegenstand neuer Forschungen.
Der Genotyp von SCP-027-DE-EX ist vielfältig. Es konnte eine Vielzahl an genetischer Diversität im Bestand erfasst werden, welche sich von einfachen Unterschieden im Phänotyp bis hin zur Ausprägung anderweitig individueller und geistiger Merkmale erstreckt. Der Zellkern eines gesunden SCP-027-DE-EX beinhaltet 45 Chromosomen und ein Geschlechtschromosom. Aufgrund eines Populationsrückgangs, resultierend aus Verlust des natürlichen Habitats, Kontamination der Gewässer durch mutagene Stoffe und klimawandel-bedingten Sterbens, wird allerdings Inzucht gefördert, welche die Ausbildung fehlerhafter, sich negativ auswirkender, Merkmale zur Folge hat. Durch diesen Effekt wird die genetische Vielfalt eingeschränkt und könnte zu einer Stagnation der Weiterentwicklung und somit zu einem Aussterben der SCP-027-DE-EX Spezies führen, insbesondere durch die Erderwärmung.
Kommentar: Ich möchte anmerken, dass Mutation ein fundamentaler Evolutionsfaktor, wenn nicht sogar der wichtigste, ist, um genetische Diversität zu schaffen und das Überleben einer Art durch Vererbung entstandener vorteilhafter Merkmale zu ermöglichen, aber Mutationen sind niemals zielgerichtet und haben daher meist negative Folgen. Die schiere Anzahl tödlicher Mutationen, die hier in letzter Zeit erfasst wurden, haben rund drei achtel des Nachwuchses gekostet. Wir haben die Ausbreitung von Krebs, PKU und sogar Trisomie 21 festgestellt. Auf Bitte von Fr. Dr. Stör haben wir diese eingeschläfert, um die Erbkrankheiten einzudämmen, aber wir wissen nicht, wie sich das in Zukunft entwickelt.
-Dr. Franz
Entdeckung: Die deutschsprachige SCP-Foundation wurde am 21.04.2016 auf die Existenz von SCP-027-DE-EX aufmerksam als der Webcrawler "Detecktiv Autonom" ein auf sozialen Netzwerken hochgeladenes Video als "potenziellen Anomalien Fund" einstufte. Foundationeigene Videoanalytiker stellten fest, dass es sich bei der Aufnahme tatsächlich nicht um eine Bearbeitung handelt. Daraufhin wurde eine EMT Fancopter Aufklärungsdrohne in das identifizierte Gebiet gesteuert sowie die Existenz von SCP-027-DE-EX nachgewiesen. Nachfolgend wurden Expeditionen initiiert, um SCP-027-DE-EX und dessen Habitat zu untersuchen. Diese sowie verwendetes Equipment können Sie im Anhang 1 "Expeditionsprotokolle" einsehen.
Expeditionsprotokoll 001/027-DE-EX 01.05.2016
Dauer: 25.04.2016 08:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Teilhabende Personen: D-2345
D-8717
Equipment: P12 Pistole mit Schalldämpfer
.45 ACP Patronen x 20
Funkgerät Transceiver
Videokamera (nachtsicht- und übertragungsfähig)
Typ ███ Ortungsimplantat mit Betäubungsfunktion3
Ziel: Identifikation von potenziellen anomalen Hazards und
Aggression SCP-027-DE-EXs für die Vorbereitung nachfolgender
wissenschaftlicher Expeditionen.
Durchführung:
[25.04.2016 08:30 Uhr]: D-2345 und D-8717 erreichen die SCP-027-DE-EX Population. Es folgt das Protokoll einer groben Gefahrenanalyse. Die gesundheitlichen Daten der ausführenden D-Klasse-Mitarbeiter wurden durch die Implantate überwacht. Das gesamte Unterfangen wurde kontinuierlich an Standort-DE6 übermittelt. Zum Abschluss des Feldtestes gegen 20:00 Uhr wurde D-2345 angewiesen, sich einer SCP-027-DE-EX-Instanz zu nähern.
Beobachtungen: Es konnten weder ABC- noch anomale Hazards nachgewiesen werden. Die SCP-027-DE-EX-Instanzen verhielten sich gegenüber D-2345 friedlich. Nachdem sich entsprechender D-Klasse-Mitarbeiter jedoch einer steinernen Struktur in Ufernähe nährte, wurde dieser von einer SCP-027-DE-EX-Instanz bedroht, woraufhin sich dieser zurückzog.
Expeditionsprotokoll 002/027-DE-EX 12.06.2018
Dauer: 10.05.2016 bis 01.01.2018
Teilhabende Personen: Fr. Dr. Benedikta Stör
Dr. Emil Franz
Dr. Günter Ernst Albert
Herr Prof. Eno Goldstein
Ellena Förster
Dr. Udo B. Durand
Fr. Dr. Med. Birgit Müller
Agent V. Schäfer
Agentin Katja Gejland
Agent Tilo Brand
Agentin Adrian Charlotte Bauer
Equipment: Wetterfeste 4 m x 6 m x 2,5 m Biwakzelte x3
Vorratskisten x5
150 l Gefriertruhe
Notstromaggregat
Standard Forschungsutensilienset für biologische Analysen
Standard Forsschungsutensilienset für chemische Analysen
Hochauflösende, übertragungsfähige Wildkameras x8
Kantzähler
80 m Maschendrahtzaun
Transceiver stationäre Funkstation
Rechner der SCP-Foundation
P12 Pistole für jede anwesende Person
MG4 Maschinengewehr x5 (Zugang nur für Agenten der Mission)
Prox Dynamics PD-100 Aufklärungsdrohne mit Steuereinheit
(Vorräte und andere Güter wurden im Laufe der Zeit erneuert
und aufgestockt)
Ziel: Langzeitstudie zur Erforschung von SCP-027-DE-EX
Durchführung: Expedition 002/027-DE ist eine Langzeitstudie zur Erforschung von SCP-027-DE, dessen Habitat und der Anomalie. Das Lager wird dabei längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten sein und nur im Monatstackt mit neuen Ressourcen versorgt werden.
Beobachtungen: Es folgen Aufzeichnungen der anwesenden Personen. Diese Datenbank wurde auf die nötigsten Aufzeichnungen zurückgeschnitten. Zur Einsichtnahme der vollständigen Datenbank, melden Sie sich bitte an die Datenmanagmentadministration, mindest Sicherheitsfreigabestufe 0 erforderlich. (Da es sich bei nachfolgenden Dokumentationen um die Protokolle von Audioaufnahmen handelt, wird darauf verwiesen, dass die Designation hiesigen Objektes dem zu diesem Zeitpunkt geltenden Term entspricht und nicht dem aktuellen. Die Einsichtnahme sollte im Bewusstsein dessen geschehen)
[11.05.2016]: Den kompletten letzten Tag haben wir damit verbracht, unser Zeltlager aufzubauen. Wir verfügen über ein Lager, ein Gemeinschafts- und Schlafzelt -es ist weit weniger erotisch als es impliziert- sowie ein Forschungszelt. Das gesamte Lager wurde von den Jungs noch mit dem Maschendrahtzaun umrundet, wobei wir nichtmal alles verbraucht haben. Mhhh! Heute haben wir erst einmal nur von Weiten beobachtet. Diese Kreaturen sind echt anmutig, muss ich zugeben "Hey, Ben kannst du mal bitte mit anpacken?", Agent Schäfer. Ja, natürlich.
-Dr. Stör, Doktor der Biologie, Ende
[14.05.2016]: Nach einer Phase der Fernbeobachtung des ausgeprägten Sozialverhaltens, sind wir nun einen Schritt weiter. Wir haben diesen Minikopter heute gegen 15 Uhr steigen lassen und ihn direkt in die in die Herde gesteuert, die sich auch gar nicht hat stören lassen. Was wir erstaunliches gesehen haben? Noch mehr Sozialisierung! Ne, wirklich, das Verhalten von denen ist echt erstaunlich. Es scheint emotionale Bindungen wie Freund- und Partnerschaften zu geben und auch an sich scheinen die sehr tolerant untereinander zu sein. Schade, dass der Mensch nicht so sein kann.
-Dr. Stör, Ende
[07.06.2016]: Ich bin stolz darauf, Ihnen endlich auswertbares Forschungsmaterial präsentieren zu dürfen. Wir haben das Sozialverhalten der Entitäten längere Zeit aus sicherer Entfernung studiert und haben die Psyche der Subjekte einordnen können. Bei SCP-027-DE handelt es sich um ein höchst soziales und tolerantes Herdentier, aber das müssten Sie ja schon wissen. Wir haben auch mithilfe der Drohne und Agent Brand Aufnahmen von Jungtieren erstellen können. Diese scheinen noch stark an ihre Eltern gebunden zu sein, auch haben wir beobachtet, dass sie quasi von ihnen nötiges Wissen erlangen, um selbständig überleben zu können, z.B. wie man Fisch fängt. Da komme ich auch schon zur nächsten Entdeckung. Wir haben zwei Jagdmethoden identifiziert. Zu einem das aktive Fangen von Beute unter Wasser und das äußerst interessante Auflauern. Hierbei setzten sich die Instanzen ans Ufer und starren ins Wasser, wenn sich dann Beutetiere wie Fische nähren, verwenden sie ihren Stachel am Schwanzende, um die Kreatur zu erlegen.
-Dr. Stör, Ende
[14.06.2016]: Zwischenfallbericht 027-DE-001. Am heutigen Tag, dem 14.06.2016, wurde Expeditionsmitglied und Technikerin Ellena Förster von einer dieser Entitäten angegriffen und verwundet. Die Entität nährte sich unserer Technikerin und attackierte sie ohne jeglichen erkennbaren Grund. Der Aggressor ist von mir mit meiner MG4 liquidiert worden. Verbrauchte Ressourcen: zehn 5,56×45 mm NATO Patronen. Die sterblichen Überreste wurden von Frau Doktor Stör und Doktor Franz für Forschungszwecke gelagert.
-Agentin Adrian C. Bauer, Ende
[16.06.2016]: Nach Zwischenfall 027-DE-001 haben wir das Subjekt mitgenommen und optotiert. Und Sie werden mir nicht glauben, was wir entdeckt haben. Es war von Anfang an klar, dass die Anatomie der SCP-027-DE Subjekte Ähnlichkeit mit der von Dinosauriern hat, allerdings hätten wir nicht gedacht, dass es sich hierbei eventuell tatsächlich um einen handeln könnte, auch wenn das jeglicher Logik widerspricht. Moment, ich arbeite für die SCP-Foundation, hier ist bei weitem nicht alles sinnig, hehe. Wir haben den Leichnam nach Standort-DE6 geschickt. Was wir ebenso herausgefunden haben ist, dass die Instanzen dem Zwittergeschlecht angehören, ähnlich wie es bei Schnecken ist, die Haut wiederum ist zäh, ist aber erstaunlich identisch mit der von modernen Lurchen. Emil nimmt an, dass es ein Brückentier sein kann, genauer ein Amphibien-Reptil. Ich könnte noch so weiter reden, aber diese Informationen werde ich vermutlich in die Akte packen, das ist sicherer.
-Dr. Stör, Ende
[30.06.2016]: Wir haben die Forschungsergebnisse heute erhalten und das ist naja komisch. Die haben uns erzählt, dass wir es tatsächlich mit einem Dino zutuen haben. Sie haben das Skelet präpariert und es sieht angeblich genauso aus wie das des Liliensternus. Ich weiß ehrlich nicht, was ich jetzt davon halten soll. … Emil hat im Übrigen eine Zellprobe untersucht und es scheint als wäre unser Angreifer noch ein Jungtier, genauer ein Teenager, gewesen, der durch einem Hormonschub von Ellena überwältigt war. Ihr geht es im übrigen wieder gut.
-Dr. Stör, Ende
[15.07.2016]: Heute haben wir einen neuen Forscher ins Team bekommen, einen Professor Goldstein. Er ist Paläontologe aus Standort-DE25, vermutlich wegen dieser maritimen Archäologie in Form eines Untergebietes oder so, ach keine Ahnung, aber der Typ ist cool, alt, aber cool. "Das hab´ ich gehört!" Tschuldigung. Naja, er ist hier, um sich der Sache mit den Dinos anzunehmen und zu gucken, ob die da Oben auch nicht spinnen mit ihrer Hypothese.
-Dr. Stör, Ende
[29.07.2016]: Wir haben vor ein paar Stunden ein schwer verwundetes Exemplar am Flussufer ausfindig gemacht. Es tut mir wirklich leid, aber wir haben es mit ins Lager genommen. Birgit und ich tuen unser Bestes, um es zu retten, aber es sieht übel aus. Es ist von irgend etwas Großem angegriffen worden. Es weist schwere Blessuren an Bein, Hals, Kopf und Bauchbereich auf und es ist ziemlich ausgehungert. Ich stelle Antrag darauf, die Entität nach Standort-DE6 bringen zu dürfen, um den Heilungsprozess zu ermöglichen.
-Dr. Stör, Ende
[03.08.2016]: Nachdem Frau Doktor Störs zahlreichen mit Argumenten gespickten Anträgen nachgegeben wurde, ist sie jetzt schon den dritten Tag in Folge nicht anwesend, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, das Logbuch zu sprechen; führen; ach wie auch immer man das nennt. Professor Goldsteins Ultraschallmessgerät ist heute geliefert worden. Damit möchte er den Boden nach Fossilien und Hartteilen absuchen. Durch die Funde hat er vor, nachzuweisen, dass SCP-027-DE tatsächlich von einem Dino abstammt. Das geht irgendwie nicht oder, wie sollen die eigentlich diesen verdammten Meteor überlebt haben4?
-Dr. Franz, Genetiker
[25.08.2016]: Nach der Behandlung des SCP-027-DE Exemplars bin ich nun endlich zurück. Zusätzlich habe ich auch noch, neben diesem, auch neuere Erkenntnisse mitgebracht. Meine Theorie, dass SCP-027-DE in der Lage ist, emotionale Bindungen mit anderen Wesen aufzubauen, hat sich bestätigt. Das Exemplar, das Birgit und ich gerettet haben, zeigt eine starke Zuneigung zu mir. Er, sie, es, ach egal, zeigt sich mir gegenüber sehr zutraulich und lässt sich berühren sowie auch schmusen. Grundsätzlich verhalten sich SCP-027-DE uns gegenüber friedlich, doch wenn wir ihnen zu sehr auf den Pelz rücken, werden wir schonmal weg gescheucht, aber mit Patricia, Entschuldigung ich habe die betreffende Instanz so getauft, an meiner Seite, gewährt uns die Herde, noch näher heran zu treten. Mir ist Patricia ziemlich ans Herz gewaschen muss ich zugeben.
-Dr. Stör, Ende
[12.09.2016]: Ich möchte diese abartige Zuneigung, welche meine Teamkollegen gegenüber den Entitäten an den Tag legen, gerne aus Sicherheitsgründen protokollieren, um außer Zweifel zu gehen, dass hier keinerlei mnemonische Attribute unbemerkt bleiben, auch wenn ich ehrlich nicht meine, dass eine solche Eigenschaft vorliegt. Ich datiere dies vorsichtshalber aus Sicherheitsgründen mal.
-Dr. Albert
[01.11.2016]: Wir konnten beobachten, dass die Entitäten nun vielmehr auf Nahrungssuche gehen. Sie fressen sich offensichtlich für den Winter voll. Professor Goldstein meinte, dass die Hypothese besteht, dass Saurier wechselwarm waren, also keine eigene Körperwärme erzeugen konnten. Dies scheint der Auslöser für das plötzliche Fressfest zu sein. Ich nehme an, dass sich die Scips ins Wasser zurückziehen werden, wo sie ungestört weilen.
-Dr. Stör, Ende
[28.11.2016]: Wie angenommen haben sich die Instanzen in die Gewässer zurückgezogen. Die Expedition wird pausiert, währenddessen. Patricia gab ich einen Chip, der ihre Werte überwacht. Derweilen können wir hier nix anfangen.
-Dr. Stör Ende
[20.03.2017]: Nach ein paar langweiligen Vorbereitungsarbeiten sind wir endlich wieder da. We are back, huhuh! Die Scips scheinen auch schon aktiv zu sein. Wir haben festgestellt, dass denen plötzlich Federn am Kopf wachsen. Dies steht ab sofort unter Beobachtung. Patricia hat uns auch schon ganz freudig begrüßt.
-Dr. Stör, Ende
[23.03.2017]: Doktor Stör hat sich wieder einmal in ihre Arbeiten verloren, also werde ich mal wieder Protokoll führen. Ihren Aufzeichnungen zu folge, scheinen diese Federn Schmuckfedern zu sein, die der Beeindruckung der Artgenossen dienen. Wir wissen bereits, dass sich die Instanzen geschlechtlich durch innere Befruchtung vermehren, wobei alle Subjekte dem Zwitter-Geschlecht angehören, und Eier legen. Jedoch in Hinsicht auf sexualverhalten und dem Dazugehörigen heben wir noch keine Daten. Tja, da muss man sich jetzt halt mal ´nen Dino-Porno gönnen, warum den auch nicht. Zum Glück haben wir Udo, der kann auch mal was beitragen.
-Dr. Franz, Ende
[31.03.2017]: Die Partnersuche scheint so langsam dem Ende zu zugehen. Die Jungtiere haben scheinbar fast alle einen Partner gefunden, es scheint aber auch, als gäbe es Uninteressierte und Spätzünder, ähnlich meines Sohnes, hehe, hab´ dich lieb Mike. Patrica scheint eine von denen zu sein, hat vermutlich keinen Bock. Wir konnten zudem eine Art an Nestbau verzeichnen. Die Scips bauen Steinnester im flachen Wasser, ich nehme an, dass diese ominöse Steinstruktur aus Expeditionsprotokoll-001/027-DE ein solches Nest gewesen sein könnte.
-Dr. Stör, Ende
[05.04.2017]: Tatsächlich handelt es sich bei den Steinstrukturen um Nester. Wir haben die Drohne mal heran geflogen und konnten vier Eier identifizieren. Das Nest wird von den Elternpaar abwechselnd patrouilliert sowie bewacht. Die Eier selbst sehen von außen pergamentartig. Wir beobachten das mal weiter.
-Dr. Stör, Ende
Ich glaube, ich habe eine Ahnung, warum Patricia nicht auf Partnersuche gegangen ist. Ich verglich die Zellproben von Patricia und dem terminierten Jungtier. Sie ist sein Elterntier gewesen. Der Schmerz hat sie zerfressen, sie fraß nichts, dann war sie schwach geworden und war leichte Beute für die Beutegreifer. Deshalb ist sie so an dich gebunden, sie sieht in dir, ihrer Retterin, eine neue Hoffnung, eine Bezugsperson. Es tut mir so leid. … Ich bin froh, sie gerettet zu haben und ihr einen Neuanfang zu bieten. Du hast ein großes Herz, Ben. Patricia braucht dich! Es tut mir so leid, dass ich es dir nicht persönlich erkläre, aber ich bringe es einfach nicht übers Herz. … Diese Wesen, sie tragen mehr Menschlichkeit in sich, als manche Menschen.
-Dr. Franz
[16.04.2017]: Ich habe bereits zahlreiche fossile Überreste von aktiven Knochen in Oberflächennähe und tiefer im Boden auch Versteinerungen gefunden. Ich konnte einige Knochen und ein Stück Fossil, welches relativ weit an der Oberfläche war, bergen und nach Sandort-DE6 schicken. Mal sehen, was die radiometrische Datierung sagt. Was mich jedoch verwundert ist, dass ich zwischen den tieferen Schichten und der Oberfläche bislang keine Funde erzielte. Ich werde aber weiter Ausschau halten. Dies wäre es soweit erstmal gewesen.
-Prof. E. Goldstein
[20.04.2017]: Patricia und ich führten heute einen praktischen IQ-Test durch und das Ergebnis ist erstaunlich. Agent Schäfer und ich haben Patricia beigebracht, einen Köder zu suchen und zurückzubringen. Dies erfüllt sie inzwischen mit Bravour. Auch leichte Logikaufgaben, wie das Kinderspiel mit den drei Bechern löste sie ohne Probleme, Merkaufgaben ebenso. Um abzuschließen können wir von einem IQ von um die 89 ausgehen, aber dies wird man mich nicht in die Akte eintragen lassen, da IQ und Intelligenzstatus natürlich nur dem Menschen gebühren, Stöhnt genervt.
-Dr. Stör, Ende
[23.04.2017]: Wir haben nichts gefunden, dass anomal ist. Weder die SCP-027-DE-Instanzen noch das Gebiet sind in irgend einer Form anomal. Selbst mein geliebter Kantzähler zeigt einen stabilen Wert von knapp 1 Hume an. Ich wüsste nicht, warum sich die Foundation weiter bemühen sollte, eine nicht-anomales Tier geheim zu halten nur weil es anders aussieht. Ja es gibt Anomalien, wie die Anomalie des Wassers und diese ist logisch erklärbar und hierfür wird man sich auch noch etwas aus den Fingern saugen. Ich beantrage im Zuge dessen, SCP-027-DE als "Erklärt" zu reklassifizieren.
-Dr. Durand
[07.06.2017]: Vor kurzem sind die ersten Jungtiere geschlüpft und die sind total niedlich. Offensichtlich sind die noch Nesthocker und werden noch von den Eltern versorgt. Ursprünglich war gedacht, mit der Drohne heran zu fliegen, aber Patricia führte uns fast eigenständig sicher zum Nest. Wir haben echt eine ganz schöne Vertrauensbasis zu ihr aufgebaut, selbst Dr. Albert ist von ihr begeistert, außer wenn sie es sich in seinem Bett bequem macht.
-Dr. Stör, Ende
[10.06.2017]: Ich habe festgestellt, dass sich Patricia scheinbar um die Jungtiere ihre Artgenossen kümmert. Sie nimmt anscheinend die Rolle einer Beraterin ein. Ob sie selbst Kinder oder gar Familie hatte? … Ich weiß die Antwort jetzt, ich habe den Log gehört.
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[19.06.2017]: Heute verließen die ersten Jungtiere das Nest und folgten ihren Eltern. Noch erhalten sie Nahrung von ihnen, aber wie´s aussieht, werden die Kiddies schon unterrichtet. Patricia geht auch hier wieder fleißig zur Hand.
-Dr. Stör, Ende
[21.07.2017]: Wir konnten einen starken Rückgang des Wasserpegels feststellen. Hier in der Gegend gibt es kaum noch Wasser und die ersten Exemplare dehydrierten. Und wenn das nicht Alles wäre, ist das Wasser Agentin Gejlands Untersuchung nach chemisch kontaminiert und in diesem Wasser lagen die Eier. Ich habe mir einige der Jungtiere angeschaut, sie sind krank. Einer hatte PKU, ein Anderer Trisomie 21. Wir mussten sie einschläfern, sie hätten sonst nur gelitten.
-Dr. Stör, Ende
[30.07.2017]: Wieder zum Thema Wasserknappheit und mutagener Stoffe, haben wir ein Scip mit Tumoren ausgemacht. Der Klimawandel und die Umweltverschmutzung setzten den SCP-027-DE-Instanzen ganz schön zu. Die Population ist, trotz unseren emsigen Hilfsaktionen, strak gesunken. Emil sagte, dass die Population gegen 2050 ausgestorben sein könnte, dass kann ich nicht fassen!
-Dr. Stör, Ende
[01.10.2017]: Das Wetter hat sich stark verändert und es hat nun wieder mehr geregnet, die Gewässer regenerieren sich langsam und das Feuchtluftbiotop erholt sich ebenso. Patricia hat inzwischen eine großartige Entdeckung gemacht, den Rest ihrer Familie gefunden. Ich vermute, sie und eines ihrer Jungen sind vom Rest abgeschnitten worden. Im Rahmen der Habitatsverkleinerung durch die Dürre, sind sie hierher gelangt. Es ist ein ausgewachsenes und zwei Jungtiere. Patricia war hin und weg, sie ist auch öfters länger mal weg. Ich freue mich wirklich für sie, dass es doch noch ein Happy End gibt.
-Dr. Stör, Ende
[03.11.2017]: Die Scips bereiten sich wieder auf die Winterstarre vor und unsere Expedition geht dem Ende zu. Ich möchte die Chance nutzten, zu sagen, wie viel mir diese Zeit bedeutet. Nette Teamkollegen, gutes Arbeitsklima und diese wunderschönen Wesen sowie Patricia. Ich werde das Alles echt vermissen. Ich hoff´ wir haben alles wichtige datiert und analysiert. Puh ich hätte nie gedacht, dass mir ein Scip so ans Herz wachsen kann, aber ich habe durch dieses Projekt eins gelernt, und zwar dass es nicht immer die Anomalien sind, die die Monster sind, sondern manchmal auch wir selbst, im Glauben, das Richtige oder notwendige zu tuen. Ich werde das vermissen, vielleicht sehen wir uns ja auch eines Tages wieder, wer weiß, wer weiß.
-Letzter Logbucheintrag von Dr. Benedikta Stör
[09.12.2017]: Ich habe inzwischen viele Knochen und Versteinerungen finden können und habe die, die ich erreichen konnte, ins Labor geschickt, um das Alter bestimmen zu lassen. Das Ergebnis ist nutzlos, also suchte ich weiter mit der guten Maschine, aber meine Entdeckung ist bei Weitem erschreckender. Ich möchte Sie jetzt nicht mit Geschwafel über Stratigraphie langweilen, daher komme ich gleich zum Punkt. Ich habe Hartteile im oberen Teil des Bodens lokalisiert und sehr viel weiter tiefer im Boden Versteinerungen. Die Tiefe der Versteinerungen stimmt mit etwa der überein, in welcher der Liliensternus in Thüringen ausgegraben wurde. Doch in der 'Mittelschicht' habe ich keinerlei fossile Überreste ausmachen können. Mein Antrag auf Nutzung von Standort-DE11, als ein vergrößertes Messgerät wurde angenommen. Selbiges Ergebnis. Doch ganz nutzlos waren die nicht. Der Liliensternus schien sich wirklich nur auf dieses Gebiet zu beschränken. Scheinbar haben sie sich nie von hier entfernt, dennoch scheinen sie mehrere Millionen Jahre wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Ich werte dies als ein äußerst unschönes Indiz. Vielleicht, ich hoffe, ich irre mich, ist das eine Fehlinterpretation meiner Seits oder ich habe bislang einfach keinen Treffer. Atmet tief durch Ich glaube, dass der Fakt, dass es von der Zeit von 208,5 mya abwärts keine Fossilien gibt und erst wieder welche in den oberen Schichten von ungefähr so circa 2 mya. Es gibt keine Anzeichen für irgendwas Logisches! Was war während der letzten Eiszeit, wie hat der Liliensternus so lange überlebt, wie hat sich die Art nur mit so geringfügigen, teilweise dem heutigen Umweltbedingungen nicht entsprechenden, Veränderungen erhalten wie überhaupt? Wie konnte er so lange unbemerkt gedeihen, wieso hat er sich nicht verbreitet? Sie merken, es ist paradox und genau das ist es. Ich glaube, wir haben es hier mit einem TK-Klasse-Kaputte-Zeitlinie-Szenario zutuen, von dem wir nicht wissen, was es ausgelöst hat noch welche Folgen es in Zukunft haben wird.
-Professor Goldstein, Ende
Professor Goldsteins Hypothese wird als "potenzille Entstehung" angesehen, kann momentan jedoch nicht als bestätigt betrachtet werden. Dr. Durands Antrag wird hiermit stattgegeben; SCP-027-DE(-EX) wird nun als "Erklärt" reklassiert. SCP-027-DE(-EX) weist keinerlei anomale Eigenschafften auf, ebenso wenig wie die Umgebung dort. Bei jenem Objekt handelt es sich ledeglich um ein nicht-anomales Tierwesen, dass Schulwissenschaftlich erklärt werden kann. Dementsprechend werden künftig keine Forschungs- und Eindämmungsbemühungen mehr für SCP-027-DE(-EX) getätigt.
~O4-12