SCP-099-DE : Gasmänner

Informationen

Name: Gasmänner
Autor: Dr_Grom
Bewertung: 24/24
Erstellt am: Wed Apr 06 2016
Objekt-Nr.: SCP-099-DE
Klassifizierung: Euclid

Sicherheitsmaßnahmen

SCP-099-DE umfasst den gesamten Sektor 8 auf Ebene 2 von Standort-DE4. Alle Zugänge bis auf eine Luftschleuse sind gasdicht zubetoniert, -geschweißt und fachgerecht versiegelt, inklusive aller Anschlüsse der Klimaanlage, Wasserversorgung, Wartungsschächte, Kabelkanäle usw. Die Medien- und Stromversorgung ist gekappt. SCP-099-DE ist täglich auf Leckagen zu prüfen.

Die Luftschleuse hat zwei Kammern (eine SCP-099-DE-seitig und eine zum Zugangsbereich hin) und ist vakuumbeständig. Betritt eine Person eine der Kammern, wird in beiden ein Vakuum erzeugt, so dass sich die Atmosphären beider Bereiche nicht vermischen können. In ihrem Rahmen befinden sich UV-Lampen mit einer Wellenlänge von ≤ 290 nm und einer Gesamtleistung von 2 kW, von denen nie weniger als 70% in Betrieb sein dürfen. Defekte Leuchtmittel sind unverzüglich auszutauschen. Die Innenseite ist UV-beständig beschichtet, die Sichtfenster weisen starke UV- und Infrarot-Filter auf. Die normale Beleuchtung der Luftschleuse ist mit Filtern für Infrarotlicht über 1,1 µm auszustatten, die regelmäßig auf Beschädigungen überprüft werden müssen.

Personal das SCP-099-DE betritt, muss einen gasdichten, vakuumbeständigen Schutzanzug mit Atemluftversorgung tragen, und ist mit einem Infrarotsichtgerät mit Infrarotscheinwerfer, einer Lichtquelle für sichtbares Licht mit Infrarotfilter und einem UV-Laserstrahler mit einer Leistung von ≥ 0,7 kW und einer Wellenlänge ≤ 250 nm auszustatten, der jedoch nicht stark genug ist, die Ausrüstung oder die Räumlichkeiten zu beschädigen. Wird ein solcher Laser mitgeführt, haben alle Anwesenden eine Laserschutzbrille zu tragen. Für D-Personal ist all dies optional.

Beschreibung

SCP-099-DE ist ein unbekanntes Gas, das sich mit der in Sektor 8 vorhandenen Luft homogen vermischt hat. Eine genaue chemische Analyse war bislang nicht möglich. Die Dichte des Gasgemisches beträgt 1,7 kg/m³ bei 20°C. Durch chemische Reaktion kam es jedoch zu einem Druckabfall im gesamten Sektor auf 0,9 bar (absolut). Es zerfällt unter UV-Licht mit einer Wellenlänge von ≤ 320 nm in Luft und schwarze Rußflocken. Diese Flocken bestehen aus [Daten gelöscht].

Die Inneneinrichtung von Sektor 8 weist einen für die Dauer der Abriegelung normalen Grad an Verfall auf, es scheint jedoch als würden größere Trümmer, wie heruntergefallene Deckenkassetten, zur Seite geräumt.

SCP-099-DE-1 ist die Gesamtheit von mittlerweile 38 Entitäten, die für sichtbares und ultraviolettes Licht völlig durchlässig (und damit „unsichtbar”) sind, und aus SCP-099-DE bestehen zu scheinen. Unter Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von ≥ 1,6 µm werden Sie jedoch als lichtdurchlässiger „Schatten” sichtbar. Sie haben eine grobe, menschenähnliche Gestalt, mit relativ langen Armen ohne Hände oder Finger. Sie sind wie SCP-099-DE empfindlich gegen UV-Licht.

Normalerweise verhalten sie sich Foundation-Personal gegenüber friedlich, und gehen ihm aus dem Weg. Wenn sie allerdings mit Infrarotlicht direkt angestrahlt werden, bleiben sie stehen und wenden sich der nächstgelegenen Infrarotlichtquelle zu. Werden sie länger als 20 Sekunden dauerhaft angestrahlt, bewegen sie sich auf die Lichtquelle zu. Sobald sie sich innerhalb 220 cm Entfernung von der Lichtquelle befinden, greifen Sie die Lichtquelle/den Träger an. Aufgrund ihrer gasförmigen Gestalt sind sie zunächst ungefährlich, können jedoch an den Enden ihrer Arme drei „Klauen“ bilden, die an Dichte zunehmen, bis diese in den festen Zustand resublimieren und den Schutzanzug ihres Opfers aufreißen. Sie dringen dann in den Schutzanzug ein und gelangen über die Lunge in den Blutkreislauf. [Daten gelöscht] stirbt das Opfer an einer Anoxie. Nach etwa 5 Minuten beginnt der Leichnam zu schwarzem Ruß zu zerfallen, und löst sich anschließend auf. Ein einatmen von SCP-099-DE über einen Zeitraum von mehr als 3 Stunden führt zu demselben Effekt.

SCP-099-DE-1 brauchen vom Angriff bis zur Resublimation ihrer Klauen etwa 1-2 Minuten. Während dieser Zeit können sie mit dem UV-Laserstrahler „verletzt” werden. Kopf oder Extremitäten abzutrennen hat sich als am effektivsten erwiesen. Schäden am Torso werden vom umgebenden SCP-099-DE schnell „geheilt”. Abgetrennte Extremitäten zerfallen zu Ruß; so besiegte Entitäten versuchen zu fliehen. Schäden sind nicht von Dauer, Extremitäten wachsen wieder an bzw. nach, der Ruß löst sich in SCP-099-DE auf. Wird eine fliehende oder friedliche Entität durch SCP-Personal angegriffen, versammeln sich SCP-099-DE-1 aus der Nähe um das Personal. Werden sie weiter provoziert, greifen sie als Gruppe an, was für das SCP-Personal üblicherweise tödlich endet. Sie verschonen aber solche, die ihre Infrarotlampe ausschalten, keinen Laserstrahler tragen und Friedfertigkeit signalisieren.

Werden statt der Infrarotausrüstung nur Lichtquellen mit sichtbarem Licht benutzt, reagieren die Entitäten nicht auf Personal, auch dann nicht wenn diese mit dem Laserstrahler umherlasern. Hat ein Angriff jedoch begonnen, kann er durch Ausschalten des Infrarotlichts nicht aufgehalten werden.

Nachtrag 1

Die genaue Herkunft von SCP-099-DE ist unbekannt. Es wurde entdeckt, nachdem die Abriegelung von Standort-DE4 ausgelöst wurde, als kurz nach der Frühstückspause die zu Ruß zerfallenden Leichen mehrerer Angestellter im Pausenraum von Sektor 8 gefunden wurden. Während der Abriegelung brach der Kontakt zu Sektor 8 nach und nach, und schließlich gänzlich ab. 5 Tage nach dem Zwischenfall war die Luftschleuse errichtet, und Suchtrupp-DE4-𝔅 wurde ausgeschickt, um eine Erklärung und die Leichname zu suchen.

Suchtrupp-DE4-𝔅 besteht aus Vier Sicherheitsleuten (Wache A bis Wache D), Dr. Göpper (Chemiker, spezialisiert auf Gase) und einem Sanitäter. Alle sind mit vakuumbeständigen Schutzanzügen mit Kopflampen (sichtbares Licht), Pistolen bzw. Maschinenpistolen und aufgabenspezifischer Ausrüstung wie einem tragbaren Gasanalysegerät und Sanitätsausrüstung ausgestattet. Die Wachleute verfügen überdies über Restlichtverstärker mit Infrarotlampe. Wache D trägt einen Camcorder (für sichtbares Licht).

< Beginn der Aufzeichnung >

Der Suchtrupp hat Sektor 8 betreten und benutzt hier seine Kopflampen.

Wache B: Alter ist das dunkel. Gibt es hier keinen Generator, den wir anmachen könnten?

Wache A: Das wurde doch vorhin schon erklärt, das Notstromaggregat hat nur Sprit für 48 Stunden.

Wache D: Und hier unten gab es wirklich keine SCPs?

Dr. Göpper: Nein, wie auf dem Rest von Ebene 2 nur Büros und Sozialräume für das hiesige Personal.

Wache A: Was sagt denn ihr Gasometer?

Dr. Göpper: Mein „Gasometer” sagt, dass die Atmosphäre hier jedenfalls keine Luft ist. Oder nicht mehr nur. Stickstoff, Sauerstoff. Der Rest ist unklar.

Der Suchtrupp untersucht die ersten Räume. Sie sehen aus, als hätte hier gerade eben noch jemand gearbeitet. In einem Becher ist Kaffee, auf einem Tisch liegt eine Notiz, die mitten im Satz abgebrochen wurde.

Sanitäter: Keine Leichen bisher, ob die sich verbarrikadiert haben?

Wache A: Der Bericht klang eher so, als hätten die sich irgendwie aufgelöst oder so. Irgendwas Neues Doktor?

Dr. Göpper: Nein, nichts. Interessanter Weise auch so gut wie keine festen Schwebstoffe.

Wache A: Was für Schwebstoffe?

Dr. Göpper: Nun ja, normalerweise ist die Luft voller Staubpartikel, Mikroorganismen und so weiter. Hier ist die Luft wie frisch gefiltert.

Sanitäter: Scheiße, wer filtert denn in völliger Dunkelheit die Luft?

Wache A: Das sollen wir rausfinden. Bleiben Sie professionell, Mann!

Der Suchtrupp durchsucht noch einige weitere Büros, ohne etwas zu finden, und betritt die Sozialräume (Pausen- und Umkleideräume und Schließfächer für persönliche Gegenstände)

Wache B: Schau mal, der Apfel hier ist angebissen, aber nicht braun. Überhaupt ist hier alles noch frisch…

Wache A: Möglicherweise eine Zeitanomalie. Oder es hat was mit der komischen Luft zu tun.

Dr. Göpper: Letzteres halte ich für wahrscheinlicher.

Wache C fällt die Lampe aus der Hand und sie geht kaputt.

Wache C: Mann, Scheiße! Leute, ich nehm das Nachtsichtgerät, passt auf das ihr mich nicht blendet.

Wache C: Schaltet den Restlichtverstärker ein und schreit auf. Alter Scheiße, da steht einer!

Die Kamera schwenkt in die gezeigte Richtung. Dort ist nichts zu sehen, dennoch zieht Wache C seine Maschinenpistole. Die anderen Wachen aktivieren ihre Restlichtverstärker und ziehen ebenfalls ihre Waffen. Wache D stellt die Kamera auf einem Tisch ab.

Wache B: Da sind ja noch mehr!

Wache D: Alter, die sind überall!

Sanitäter: Wovon redet ihr, da ist doch gar nichts!

Wache A: Stehen bleiben! Zu einem Punkt an dem nichts zu sehen ist

Wache A: Bleib stehen, ich sag‘s nicht nochmal!

Die Wachen feuern in verschiedene Richtungen, der Sanitäter zieht ebenfalls seine Pistole und schießt ungezielt in die Gegend. Dr. Göpper wird von einem Querschläger getroffen und sackt zusammen.
Die Wachen hören auf zu feuern und beginnen um sich zu schlagen. Der Sanitäter hat sein Magazin leer geschossen und flieht aus dem Blickfeld der Kamera.
An den Schutzanzügen der Wachen tun sich Risse auf, Wache A, C und D brechen kurz darauf leblos zusammen. Wache B dreht sich mit schwerfälligen und unnatürlichen Bewegungen um und geht zur Kamera. Er hebt sie auf und richtet die Linse auf sein Gesicht. Seine Haut färbt sich an manchen Stellen schwarz, kräuselt sich und rieselt langsam nach unten in den Anzug. Er starrt etwa 20 Sekunden in die Kamera, dann stellt er sie wieder ab, ehe er zusammenbricht. Bis nach einer Stunde die Batterien leer sind, herrscht in der Aufnahme absolute Stille, und es ist nichts mehr zu sehen.

< Ende der Aufzeichnung >

Die Kamera wurde von einem zweiten Suchtrupp gefunden, das 24 Stunden später folgte. Der Sanitäter wurde in einem der Büros kauernd dehydriert und mit einem schweren Schock gefunden, fiel vier Tage später ins Koma und wurde nach 365 Tagen euthanasiert.

Nachtrag 2

2 Monate nach der Entdeckung wurde von einem Erkundungstrupp neben der Zugangstür ein Stapel mit den bislang verschollenen Kleidungs- und Ausrüstungsstücken (jedoch keine UV-Laserstrahler) aller dort verstorbenen Mitglieder von Such- und Erkundungstrupps, wie auch des bei der Abriegelung eingeschlossenen Personals gefunden.
Darauf lag ein mit dünner Schrift aus Ruß beschriebener Zettel:

Das brauchen wir nicht mehr.


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