Informationen

Illustration der Aufhängung von SCP-291-DE
Name: Cornuliquidorum
Autor: Pesti
Bewertung: 4/4
Erstellt am: Fri Apr 16 2021
Objekt-Nr.: SCP-291-DE
Klassifizierung: Sicher
Sicherheitsmaßnahmen
SCP-291-DE muss in einer Eindämmungszelle aufbewahrt werden, deren Luftfeuchtigkeit nicht über 5 % steigen darf. Hierzu sind dauerhaft Luftentfeuchter in Betrieb zu halten. Starke Schwankungen in der Temperatur sind zu vermeiden. SCP-291-DE zeigt sich zwar als resistent gegen dauerhafte extreme Temperaturen, doch es ist unbekannt, ob auch starke Temperaturschwankungen unbedenklich sind.
Abgesehen von künstlicher, schwacher und indirekter Beleuchtung, hat die Eindämmungzelle abgedunkelt zu sein. Der Zugang ist nur Personal mit einer Sicherheitsfreigabe von 03/291-DE oder höher gestattet. Mitarbeiter müssen bei jedem Betreten der Kammer, sowie bei der Durchführung der Experimente, von Dr. Fiona Graf angewiesen und beaufsichtigt werden.
SCP-291-DE muss an einem Haken befestigt werden, der durch den Griff geführt wird und dafür sorgt, dass die Instanz mit der Öffnung möglichst in einem nach unten ausgerichteten Winkel hängt. Außerdem hat in der Eindämmungszelle eine mobile Plattform vorhanden zu sein, deren Winkel zur Horizontalen auf allen Achsen maximal 0,5° betragen darf und die sich bei Bedarf auch nach einem Positionswechsel selbständig wieder ausrichten kann.
Beschreibung
SCP-291-DE ist eine weiße Tasse mit einem Fassungsvolumen von 235 ml. Sie scheint augenscheinlich aus Steingut zu bestehen und besitzt, außer einer kleinen Beschädigung in Form eines Chips am oberen Rand, keine äußerlichen Besonderheiten. Der Hersteller ist unbekannt - es gibt keine Marken oder Beschriftungen.
Wird SCP-291-DE mit einer Flüssigkeit befüllt und danach wieder entleert, wird sich die zuvor eingegossene Flüssigkeit innerhalb von SCP-291-DE erneut bilden, sobald es wieder in eine aufrechte Position gebracht wird. Voraussetzung dafür ist, dass sich das Medium in einem Temperaturbereich von -200° C bis 300° C befindet. Außerdem ist beim Aufrichten von SCP-291-DE der absolute Winkel von Bedeutung, in der es sich befindet. Jede Abweichung größer als 5° zur Vertikalen sorgt dafür, dass sich die Tasse nicht füllt.
Es ist außerdem möglich, den Inhalt zu entnehmen, während sich SCP-291-DE in einer aufrechten Position befindet, in der es den Inhalt reproduzieren würde. Dazu wurden Spritzen, Pipetten und Pumpen benutzt, um den Inhalt zu extrahieren. Während dieses Versuchsaufbaus wurde ersichtlich, dass die Flüssigkeit mit abnehmender Geschwindigkeit produziert wird.
Über die ersten zehn Minuten konnte das Medium (in diesem Fall Wasser) nicht schneller abgepumpt werden, als es erzeugt wurde. Nach dieser Zeit veränderte sich das Volumen erstmals und SCP-291-DE konnte nach 21 Minuten aufrecht stehend komplett geleert werden. Zu diesem Zeitpunkt dauerte es 29 Sekunden, bis es sich wieder komplett gefüllt hatte. Weiteres Entnehmen der Flüssigkeit verstärkte diesen Effekt. Noch vor dem Ende der 72 Stunden, nach denen SCP-291-DE die zuvor festgelegte Flüssigkeit nicht weiter erzeugt und mit einem neuen Medium designiert werden kann, vergingen in diesem fortgeschrittenen Stadium sieben Stunden, bis sich SCP-291-DE wieder komplett gefüllt hatte.
Der erzeugte Inhalt von SCP-291-DE entspricht immer den exakten physikalischen Eigenschaften der Flüssigkeit, die ursprünglich eingefüllt wurde. Dies schließt Dinge wie die Konzentration, Farbe, Gerüche, Geschmack und Temperatur ein, aber auch z.B. Nährwerte. Es ist mit keiner bekannten Methode möglich, die originale Flüssigkeit von der zu unterscheiden, die SCP-291-DE erzeugt.
Der zuvor von SCP-291-DE reproduzierte Inhalt kann nicht dazu verwendet werden, um erneut eine Flüssigkeit für SCP-291-DE festzulegen. Daher wird angenommen, dass sich beide Stoffe voneinander unterscheiden müssen, doch dieser Unterschied konnte bisher nicht definiert werden.
Wird versucht, einen abweichenden Inhalt einzufüllen, während SCP-291-DE aktiv eine Flüssigkeit produziert, wird diese so lange erstellt, bis der fremde Inhalt aus SCP-291-DE verdrängt wurde1. Dieser Vorgang tritt nur bei Flüssigkeiten ein. Feststoffe werden von SCP-291-DE ignoriert und auch nicht reproduziert.
Folgende getesteten Inhalte konnte SCP-291-DE reproduzieren:
Neben allen getesteten Feststoffen konnte SCP-291-DE außerdem keine der folgenden Körperflüssigkeiten reproduzieren:
Sämtliche Flüssigkeiten, die in SCP-291-DE eingefüllt werden, behalten ihre physikalischen Eigenschaften dauerhaft bei. Am deutlichsten zeigt sich dies bei der gleichbleibenden Temperatur, unabhängig äußerer Einflüsse. Sobald SCP-291-DE entleert wird, gilt das Gleiche auch für den reproduzierten Inhalt, jedoch nicht mehr für den originalen, sobald er SCP-291-DE verlässt. Ab diesem Zeitpunkt verhält sich die thermische Eigenschaft ebenso natürlich und nachvollziehbar wie alle anderen Eigenschaften auch. Inhalte von SCP-291-DE verderben nicht, so lange sie sich in der Instanz befinden.
Entdeckung
SCP-291-DE wurde am 01.07.2008 von Foundationpersonal sichergestellt, nachdem es in der Kantine von Standort-DE10 aufgefallen war. Zu diesem Zeitpunkt wurde es von Agent Ringel benutzt, der nach dem versehentlichen Umstoßen von SCP-291-DE während seiner Pause die anomale Eigenschaft bemerkte, als es sich erneut mit dem zuvor verschütteten Kaffee füllte. Es ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt, wie sich diese anomale Eigenschaft entwickelt hat.
Agent Ringel wurde später zu diesem Vorfall befragt, da er sich weder freiwillig von SCP-291-DE trennen wollte, noch den Vorfall einem Vorgesetzten meldete. Die Meldung erfolgte stattdessen durch seinen Tischnachbarn.
Interview zwischen Dr. Graf und Agent Thorsten Ringel vom 02.07.2008
Dr. Graf
Hallo Agent Ringel, ich möchte Ihnen heute ein paar Fragen stellen bezüglich des Vorfalls von gestern.
Agent Ringel
Sie haben die Tasse noch? Oder wurde sie zerstört? Kann ich sie wiederhaben? Oh, bitte sagen Sie mir, dass sie nicht zerstört wurde!
Dr. Graf
Sie wurde nicht zerstört, Agent, dazu bestand kein Anlass. Es würde mich aber sehr interessieren, warum Sie diesen Vorfall nicht gemeldet haben.
Agent Ringel
Sie haben das Gleiche gesehen wie ich, oder? Was diese Tasse kann? Wir müssen sie nutzen und den Menschen helfen!
Dr. Graf
Agent, warum haben Sie den Vorfall nicht gemeldet?
Agent Ringel
Die Tasse ist wichtig. Die Tasse ist toll! Sie ist großartig! Sie wird uns helfen - nein, sie wird ALLEN helfen! Wasser für die Menschen in Dürregebieten! Oder für die Wälder, Steppen und landwirtschaftlichen Felder fernab des Wassers! Wir können die Wüste zurückdrängen und mehr bewohnbares Land schaffen! Ein neues Paradies!
Dr. Graf
Ich frage Sie noch einmal: Warum haben Sie-
Agent Ringel
Aber dafür müssen wir handeln. Schnell handeln! Sofort! Keine Sicherheitsprotokolle, keine Geheimhaltung, kein Garnichts! Nichts war jemals so wichtig! Menschheit retten!
Dr. Graf
Agent Ringel, hören Sie mich?
Agent Ringel wippt auf seinem Stuhl langsam vor und zurück: Menschheit retten. Menschheit retten. Menschheit retten.
An dieser Stelle wurde das Interview wegen des apathischen Zustandes von Agent Ringel abgebrochen.
In den folgenden Wochen wurden weitere Experimente mit D-Personal durchgeführt, die SCP-291-DE eigenständig unter Aufsicht verwenden durften. Bei allen Testpersonen stellten sich ähnliche Symptome ein wie bei Agent Ringel.
Anmerkung
Es ist offensichtlich, dass die anomale Eigenschaft von SCP-291-DE, sich selbständig mit einer Flüssigkeit füllen zu können, von einer Art Besessenheit begleitet wird. Alle weiteren Experimente mit SCP-291-DE sollten über einen automatisierten Vorgang durchgeführt werden, damit keine Menschen in direktem Kontakt mit SCP-291-DE stehen. Scheinbar ist eine Berührung des Objektes, sowie die Beobachtung des Vorganges ungefährlich, doch das aktive Mitwirken an der Anomalie, also das händische Befüllen oder Entleeren, führt zu den oben protokollierten Effekten.
Es ist dabei anzumerken, dass die Besessenheit bei den Testpersonen leicht unterschiedliche Auswirkungen hat. Agent Ringel wollte ganz offensichtlich eine unendliche Wasserquelle verwenden, um Völkern mit Trockenperioden zu helfen. Andere Subjekte hingegen dachten an Flüssigkeiten, die verwendet werden können, um Wärme zu spenden, um Menschen in kalten Gebieten zu helfen. In einem Fall brachte die Besessenheit die Idee zum Vorsprung, flüssige Arzneimittel zu produzieren, um Menschen in Risikogebieten impfen zu können. Anhand der Tests zur Entnahme der Flüssigkeiten zeigte sich aber, dass die meisten dieser Anwendungen nicht wirklich praktikabel sind.
Im Endeffekt wollten alle Testpersonen mithilfe der Eigenschaften von SCP-291-DE die Welt verbessern. Sie hatten verschiedene Ideen, wie das zu realisieren wäre, jedoch mussten sie alle mit Amnesika der Klasse B behandelt werden, um diese Auswirkungen zu beenden. Auch nach Vergabe der entsprechenden Amnesika, waren die Subjekte kaum dazu in der Lage, geistige Höchstleistungen zu erzielen. Die Besessenheit ließ zwar nach, doch sie scheinen immer noch einen etwas vernebelten Verstand zu haben.
Was Agent Ringel angeht - ein Trauerspiel, was aus ihm geworden ist. Er hat in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet und einen großen Widerstand gegen memetische Einflüsse gezeigt, sowie Höchstleistungen in Situationen mit hohen psychischen Belastungen erzielt. Ich hätte nicht erwartet, dass er anfällig für solche Effekte ist. Daher ist mit größter Vorsicht zu arbeiten, sollten weitere Experimente nötig sein, da die Intensität dieser Besessenheit auch für sehr gut ausgebildetes Personal zu viel zu sein scheint.
- Dr. Graf