SCP-4003

Informationen

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Erstellt am: Tue Nov 18 2025

Sicherheitsmaßnahmen

Provisorischer Standort-1200, Blickpunkt vom Eingang zur Ausgrabungsstätte von SCP-4003.

Ein 2 km großes Areal, welches SCP-4003 und den provisorischen Standort-1200 umgibt, wurde als Schutzzone ausgerufen. Zivilisten, welche den Perimeter betreten, sind abzufangen und wegzubringen. Nur auf Archäologie, Paläontologie und Geologie spezialisiertes Personal darf dem provisorischen Standort-1200 zugewiesen werden.

Sämtliche extrahierten Artefakte und Fossilien, welche aus SCP-4003 geborgen werden, sind nach der Katalogisierung in dem Lager für Intensivpflegeartikel von Standort-11 zu verwahren. Überzählige Fossilien, die als nicht anomal gelten, können dem Museum of the Rockies über eine Tarnorganisation der Foundation, die Southern Canadian Paleontologists Group, gespendet werden.

Alle Erwähnungen der Stadt Temperance in historischen Dokumenten und Zeitschriften aus der Zeit sind zu löschen.

Beschreibung

Hauptstraße von Temperance, circa 1866.

Ein restaurierter Tyrannosaurus rex, ausgestellt in Standort-11. Das Exemplar wurde aus SCP-4003 geborgen.

SCP-4003 ist eine Gruppenbezeichnung für die archäologischen Überreste der Stadt Temperance und seiner Bewohner, welche in der Hell Creek Formation nahe Jordan, Montana gefunden wurden. Fossilien, Objekte und Überreste, welche innerhalb von SCP-4003 gefunden wurden, gehen auf die Oberkreidezeit zurück1.

Die wenigen Gebäude der Stadt schließen einen Saloon, ein Sheriffsbüro, eine Poststation, einen Gemischtwarenladen und Wohngebäude entlang der Hauptstraße mit ein. Temperance diente hauptsächlich als Rastplatz für Wohnwagen auf dem Weg vom Minnesota-Territorium nach Helena und verfügte über eine geringe Einwohnerzahl. Die berechnete Einwohnerzahl wird auf 40 Bürger und 10 Pferde sowie weiteren Viehbestand geschätzt. Obwohl nur wenige Informationen über die Stadt zur Verfügung stehen, werden in Journalen Goldrausch-Siedler zwischen 1859 und 1866 erwähnt. Obwohl das genaue Datum des Verschwindens der Stadt derzeit unbekannt ist, wird angenommen, dass sie im November 1866 verschwand.

Nach seinem Verschwinden tauchten Temperance und seine Population in der späten Kreidezeit vor etwa 66 Millionen Jahren wieder auf. Man geht davon aus, dass die meisten, wenn nicht alle Einwohner aufgrund der damals in der Erdatmosphäre vorhandenen erhöhten Konzentration dieser chemischen Verbindung an einer Sauerstoffverbindung starben. Alle Überlebenden wurden dann wahrscheinlich durch Unterkühlung, Krankheiten, Hunger oder die räuberische Megafauna dahingerafft.

Die Stadt Temperance tauchte an seiner exakten geographischen Position in der Spätkreidezeit wieder auf. Die Lithologie von SCP-4003 und dem umgebenden Gebiet lassen darauf schließen, dass das Klima des Areals aufgrund der Nähe zum westlichen Binnenseeweg subtropisch war; das steht im krassen Gegensatz zur Trockenheit des heutigen Montana.

Nachfolgend finden Sie kurze Listen der in SCP-4003 gefundenen Fossilien und Artefakte.2

SCP-4003 wurde 1871 von Goldgräbern aus der nahegelegenen Everwood-Mine entdeckt. Außendienstmitarbeiter der Foundation wurden zur Ausgrabungsstätte entsandt, um die Berichte über tief unter der Erde in neu angelegten Tunneln gefundene menschliche Überreste zu überprüfen. Obwohl ursprünglich angenommen wurde, dass es sich dabei um Exemplare des Homo neanderthalensis handle, war die Anatomie der entdeckten Schädel mit dem eines Homo sapiens identisch. Allen beteiligten Zivilisten wurden Hypnosuggestiva3 der Stufe II verabreicht und die Foundation erwarb das Eigentum an der Everwood-Mine. Kurz darauf wurde in der Nähe von SCP-4003 der provisorische Standort-1200 eingerichtet und das Fundgebiet wurde ausgebaggert.

Eine Untersuchung durch das Ministerium für temporale Anomalien sowie archäologische und paläontologische Arbeiten an SCP-4003 werden derzeit durchgeführt.

Anhang 1: Geborgene Tagebücher
Am 26.07.2008 wurde ein Metallsafe in gutem Zustand aus SCP-4003 geborgen. Sein Inhalt ist ungewöhnlich gut konserviert und weist keine Altersanzeichen auf. Gegenstände, die in diesem Safe gefunden wurden, schließen Musketenkugeln, Revolverpatronen, einen Rosenkranz, Daguerreotypien und ein Tagebuch mit ein. Das Tagebuch ist als Eigentum eines gewissen "Pendleton Tweet" gekennzeichnet, ein Hilfssheriff in Temperance.

Eine Sammlung von Einträgen nach dem Verschwinden von Temperance finden Sie unten.

Anmerkung

"Temperance und seine ersten Bewohner"- 5. Juli, anno Domini 1859

Das Subjekt auf dem Bild ist derzeit unbekannt. Auf der Rückseite steht:"Dies soll mir eine Warnung sein, mich nicht dazu überreden zu lassen, einen verdammten Dollar für ein Foto zu bezahlen."

Eine Daguerreotypie, die gefaltet in einem Tagebuch gefunden wurde. Es wird angenommen, dass sie den Autor zeigt. Die Rückseite der Fotografie trägt das Datum 9. März 1860.

Die präsentierten Einträge wurden überarbeitet und bearbeitet, um sie nach modernen Standards gut lesbar zu machen.

15. November, anno Domini 1866

Sheriff Boone und ich können uns immer noch nicht erklären, was passiert ist.

Jeder erinnert sich an ein weißes Licht und dann an nichts mehr, ich und der Sheriff auch. Wir alle erwachten mit brummendem Schädel und fühlten uns als hätten wir die Stadt leergetrunken. Old Pete, Mary und die Annetes Kinder waren alle tot, so wie auch die meisten Hühner und eines der Pferde. Den Leuten außerhalb ging es gut, sie sagten, sie hätten dasselbe gesehen.

Am komischsten ist aber die Provinz. Es ist nicht wie es sein sollte, es ist jetzt alles grün und auch mit Bäumen. I habe sowas davor nie gesehen. Es ist, als wäre ich im Paradies, wenn ich es sehe. Sheriff Boone sagt trotzdem, dass das nicht richtig ist, meint dass etwas falsch läuft.

Sheriff Boone hält morgen früh eine Bürgerversammlung mit den Außenstehenden und allen Einwohnern ab. Wir begraben heute Abend die Toten.

16. November, anno Domini 1866

Jeder fühlt sich richtig unwohl wegen der Situation. Die Leute trauern und die von außerhalb können es kaum erwarten, hier wegzukommen. Sheriff Boone sagt, keiner darf gehen, es sei denn, er gehört zu der Kundschaftertruppe, die er zusammenstellt. Er sagt, wir müssen wissen, was um uns herum passiert.

Irgendwas hat auch die Hühner erwischt, hat einige Spuren hinterlassen. Ganz sicher war es kein Kojote. Das verdammte Ding hat Spuren hinterlassen, die wie richtig große Hühnerspuren aussehen. Muss in der Nacht gekommen sein, weil es keiner gesehen hat. Einer der Hunde brachte ein Ungeziefer mit, das zu groß war, um eine Ratte zu sein. Es sah hässlich aus und hatte ein langes Gesicht. Hab noch nie etwas wie das gesehen, aber es schien ihn nicht zu stören. Der alte Junge hat es trotzdem gefressen.

Pater Jacob sagt, wir sollen stark sein und uns von Gottes Wille leiten lassen. Ich bete, dass wir bald herausbekommen, was hier passiert und dass die Truppe wohlbehalten zurückkommt.

19. November, anno Domini 1866

Ein paar von außerhalb haben Merle mitten in der Nacht niedergestochen und alles aus seinem Laden gestohlen, was sie konnten, bevor sie mit ein paar Pferden abgehauen sind. Sie hatten es verdammt eilig, schätze ich, denn sie ließen ihren Wohnwagen zurück. Es sah aus, als wären sie Goldsucher auf dem Weg nach Kalifornien. Mit dabei waren jede Menge Grabwerkzeuge und etwas Dynamit.

Wir begraben Merle später, aber unsere Vorräte gehen langsam zur Neige. Pater Jacob und ich versuchen, unsere Vorräte zu rationieren, aber das wird nicht lange reichen. Pater Jacob sagt immer wieder, er höre nachts Dinge, aber er weiß nicht, was. Er hat mich gebeten, heute Nacht draußen bei der Kirche zu bleiben und Ausschau zu halten. Ich denke, da wir Merle begraben, kann ich auch gleich eine Weile bleiben.

Ich bete, dass Merle in den Himmel kommt, er hat nicht verdient, was ihm widerfährt. Es ist alles meine Schuld, weil ich ihn nicht beschützen konnte.

20. November, anno Domini 1866

Ich schwöre bei Gott, dass Pater Jacob und ich letzte Nacht einen Dämon gesehen haben.

Er war groß, wie eine Person, und es ging auf zwei Füßen, aber es hatte einen Hals wie eine Schlange und auch Augen wie eine. Es machte diese Geräusche aus der Hölle und es grub bei Merles Grab. Wir konnten ihn wegen dem Schlamm nicht sehr tief begraben und ich sah, wie das Monster am alten Körper des alten Merle fraß. Ich schoss auf es, aber es war zu dunkel, als dass ich das verdammte Ding getroffen hätte.

Pater Jacob sagt, wir seien in der Hölle und würden von Gott wegen unseres mangelnden Glaubens bestraft.

Er ging und erzählte es allen und jetzt sind sie in Panik, aber er sagt, solange wir zu Gott beten, wird er uns vor seinem Zorn bewahren. Ich habe nicht gedacht, dass ich ein Sünder wäre. Kein Mensch ist perfekt, aber ich versuche, Gott so nahe wie möglich zu sein. Ich glaube, dass ich eine Menge Stoff zum Nachdenken habe. Aber jetzt ist die ganze Stadt vor die Hunde gegangen und jeder bricht wegen dem, was Pater Jacob sagt, in Panik aus.

Ich habe ihnen gesagt, dass sie damit aufhören sollen, dass sie ihre Sachen packen und zur Kirche gehen sollen, wenn sie missionieren wollen. Ich kann sie nicht alle verängstigen lassen, auch wenn wir von Teufeln umgeben sind.

Heute Nacht werde ich um Vergebung und Schutz beten.

21. November, anno Domini 1866

Sheriff Boone, Red und Jeremiah sind zurückgekommen, aber sie haben ein Pferd verloren. Sheriff Boone sagt, ein großer Teufel mit einem Kopf so groß wie ein Mann sei zu ihnen geschlichen, als sie schliefen und hätte sich ein Pferd in den Mund gesteckt und es dann wie ein Spielzeug herumgestoßen. Sie versteckten sich und sahen zu, wie es gefressen wurde, bis der Teufel schließlich wegging. Er war so groß wie ein Gebäude und länger als zwei, sagen sie. Die anderen sagten, sie hätten mehrere von ihnen gesehen, kleinere, größere und in allen Farben.

Nahrung ist knapp und diese Rattenplage ist nicht groß genug, um eine Person zu ernähren, geschweige denn 30.

Ich werde heute Abend für Sicherheit und Nahrung beten.

23. November, anno Domini 1866

Nach dem, was gestern geschehen ist, glaube ich, Pater Jacob hatte recht, als er sagte, wir seien in der Hölle.

Wir wurden von duzenden kleinen Dämonen angegriffen, alle von ihnen hatten lange Hälse, messerscharfe Zähne und Klauen wie Aasgeier. Sie kamen aus dem Nichts und töteten einen Haufen Leute, bevor wir sie vertreiben konnten.

Sheriff Boone und Pater Jacob gerieten danach richtig heftig aneinander. Sheriff Boone wollte versuchen, die Überreste von diesen Dingern zu essen. Pater Jacob bezichtigte ihn der Blasphemie, da er dazu verleite, eine Sünde zu begehen, indem wir das Fleisch eines Dämons essen. Er sagt, Gott beobachte uns, er sieht ihn nachts; aber das hält Sheriff Boone nicht ab.

Ich glaube, ich bin am Ende doch ein Sünder.
Ich werde Gott heute Nacht um Vergebung bitten; Ich weiß nicht, was ich getan habe, aber ich bitte dich, Herr, wasch meine Sünden fort.

25. November, anno Domini 1866

In der Nacht, als diese Dämonen uns angegriffen haben, hat Pater Jacob die Stadtbewohner dazu gebracht, den gesamten Alkohol in der Stadt zu vernichten. Sie haben alles in der Kirche zerstört und sich dort bis heute eingesperrt. Sie sagen, sie beten für unsere Stadt, sagen, ich und Sheriff Boone seien Sünder und der Grund, warum wir in die Hölle verbannt wurden.

Ich weiß immer noch nicht, was ich getan habe, damit jeder das verdient. Sheriff Boone sagt, es sei nicht meine Schuld, aber die Stadtbewohner schauen mir nicht einmal mehr in die Augen. Ich hätte fast Lust, hinüberzugehen und Pater Jacob eine Bleikugel zwischen die Augen zu jagen, weil er eine schlimme Situation noch schlimmer gemacht hat, aber dann wäre ich genauso wie er.

In der Nacht werde ich wieder für Vergebung beten, aber auch dafür, dass dieser Regen aufhört. Diese verdammten Frösche lassen mich nicht schlafen.

28.November 1.Dezember anno Domini 1866

Viele Leute sind tot. Sheriff Boone ist tot. Der Regen hört nicht auf. Ich habe seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr geschlafen.

Ein gigantisches Monster, wie ich noch nie eines gesehen habe, kam und ließ die ganze Stadt unter seinen großen Fußtritten erzittern. Es war größer als alle Gebäude, die ich je gesehen hatte, und es bewegte sich genau auf den Haufen von Dämonen zu und begann, sie zu fressen. Pater Jacob und ein paar andere kamen drängelnd aus der Kirche und versuchten, es zu exorzieren, aber es fraß ihn. War furchtbar; im einen Moment war er noch da und rief etwas über Christus und dann war das einzige, was wir hörten, der Regen.

Dann gab es das schlimmste Brüllgeräusch von sich, das ich je gehört habe; etwas, das zu dem Dämon passt, der es war. Die Stadtbewohner versuchten, auf es zu schießen, aber das verdammte Ding interessierte sich nicht einmal dafür. Es machte es nur noch wütender. Alles, was ich tun konnte, war dazusitzen und zuzusehen, während Sheriff Boone nach draußen rannte, um etwas Dynamit zu holen. Das Monster hatte vor, die Stadtbewohner zu töten aber Sheriff Boone erregte seine Aufmerksamkeit. Hat dem verdammten Ding den Kopf weggeblasen und sich selbst auch. Der Regen wurde stärker, bevor wir überhaupt versuchen konnten, den Dämon wegzutreiben.

Danach ließ ich alle nach Hause gehen. Es hat keinen Sinn, draußen in der Nähe all dieser Körper zu sein, wenn dadurch noch mehr von denen kommen.

Ich glaube nicht, dass ich noch weiß, wofür ich noch beten soll.

Letzte Nacht habe ich Gott gesehen.

Ich habe sein Licht am Himmel gesehen, das neben dem Mond so hell leuchtete. Es war wunderschön. Ich flehte ihn um Vergebung an, ich flehte ihn an, zu erfahren, was ich falsch gemacht hatte. Aber Gott antwortete mir nicht.

Ich habe Gott angefleht, den Regen aufhören zu lassen, habe ihn um Vergebung gebeten, um Klarheit. Ich sehe ihn nun auch tagsüber am Himmel. Er leuchtet so hell hinter diesen Wolken, ich kann seine Berührung spüren.

Aber Gott ist nicht zufrieden mit mir. Ich weiß, dass meine Bestrafung kommen wird und der allmächtige Gott sie mir persönlich zukommen lassen wird.

Ein letztes Mal werde ich heute Nacht für Vergebung beten.


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