Informationen

SCP-7160s Smartphone.
Name: D steht für Dermatologie
Autor: Evil Santa
Bewertung: 2/2
Erstellt am: Thu Oct 12 2023
HINWEIS VON DER RECORDS AND INFOMATION SECURITY ADMINISTRATION DER FOUNDATION
Die folgende Dokumentation ist nach mehreren kürzlich hinzugefügten Änderungen nicht länger zutreffend. Personal mit Zugang zu dieser archivierten Datei sind gebeten worden, ihre Vorgesetzten sofort für aktualisierte Unterlagen zu kontaktieren, sobald diese verfügbar sind.
SCP-7160s anomale Eigenschaften werden weiterhin untersucht.
— Maria Jones, Direktorin, RAISA
SICHERHEITSMAẞNAHMEN: SCP-7160 ist nach allen verfügbaren Metriken terminiert. Aufzeichnungen, die Beweise der Anomalie enthalten, bis hin zu, aber nicht ausschließlich, Arbeitsbescheinigungen, archivierte Steuerdokumente und staatliche Ausweise sind von allen öffentlichen Datenbanken zu zensieren. Es ist eine geringfügige Amnesizierung von SCP-7160s engerer Familie und nahen Kontakten genehmigt worden, um die fortlaufende Geheimhaltung der Foundation und ihrer Direktiven zu gewährleisten.
Das vorherige Handy von SCP-7160 ist von der örtlichen Polizei konfisziert worden und bleibt im Besitz vom forensischen Team von Standort-119. Es wird derzeit von 1 zugewiesenen Data Custodian überwacht, der dafür verantwortlich ist, alle Individuen zu protokollieren, die mit dem Gerät interagieren. Bei nicht autorisiertem Zugriff muss eine Sperrung ausgeführt werden, um die verantwortliche(n) Person(en) festzunehmen.
Da SCP-7160s Eigenschaften weiterhin schlecht verstanden werden, wurde es Agenten der Foundation erlaubt, alle relevanten Personen festzunehmen, die dabei beobachtet wurden, wie sie sich übermäßig kratzen, beißen oder auf andere Weise jucken.
BESCHREIBUNG: SCP-7160 ist die Leiche von einem 24 Jahre alten Mann, der als John McAckler identifiziert wurde. Am 09.07.2022 ist SCP-7160 ins Geneveria Gesundheitsinstitut eingewiesen worden, nachdem es lebensbedrohliche und selbst zugefügte Verletzungen an seinem Körper erlitten hat. Im Detail hat SCP-7160 das Folgende aufgewiesen:
Es wurden Notfalloperationen durchgeführt, um SCP-7160s Leben zu retten, jedoch wurde es nach 16 Stunden für tot erklärt. Während die Todesursache zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestimmbar ist, sind seit der Bergung von SCP-7160s persönlichem Handy anomale Einflüsse vermutet worden.
ANHANG EINS: FORENSISCHER BERICHT
HANDYNOTIZEN
Ich fühle mich immer noch nicht verdammt noch mal besser, Shelly.
Erinnerst du dich, wie du mir von den ganzen Atemübungen oder so erzählt hast? Oder dieser kleine "Zehen-zusammenpressen"-Trick, den ich machen sollte, wenn ich den Drang zum Kratzen verspüre? Ja, deine kleinen "Häppchen"?
Sie haben absolut nichts gebracht.
Ich musste mich selbst zum zweiten Mal in dieser Woche zur Notaufnahme bringen. Sie haben mich einmal kurz angeschaut und sofort zur Behandlung hineingetragen. Die Ärzte haben Schorf und tote Haut stundenlang abgezogen, bevor sie mich mit genug Lidocain eingeseift haben, um ein Pferd zu paralysieren. Sie sagten, wenn ich mich noch mehr kratze, würde ich mich bis auf die Knochen zerfetzen.
Schau mal, ich verstehe, dass du nur deinen Job machen möchtest. Und ich weiß, dass du nicht meine Ärztin bist. Aber kannst du BITTE etwas dagegen unternehmen, Shelly?
Ich werde auf jeden Fall einen weiteren Termin vereinbaren.
Hey Shelly.
Ich bin heute Morgen mit einem 3 Zoll großen Tausendfüßler aufgewacht, der in meinem Mund herumkrabbelte. Ich konnte spüren, wie seine Schale in meiner Spucke herumschwamm, und den trockenen Geschmack zappelnder kleiner Beine, die auf meiner Zunge entlangkrabbelten. Ich hatte wirklich das Gefühl, ich müsste würgen, als er angefangen hat, sich gegen mein Zahnfleisch zu reiben.
Ich musste ins Badezimmer rennen und alles auskotzen. Ich konnte auch etwas Pestizid finden, falls ich etwas das Waschbecken hinunterspülen musste. Aber natürlich kam nichts raus — nur Erbrochenes und Schleim. Wie immer.
Ich bin mir sicher, dass ich immer noch Erbrochenes um meinen Mund herum habe, aber ehrlicherweise kümmert es mich nicht genug, um es abzuwischen. Es ist es nicht wert, vor einem Spiegel zu stehen und alles abzuwischen. Immerhin will ich keinen Bandwurm finden, der in meinem Auge herumkriecht, während ich mein Gesicht säubere.
Shelly, ich kann das alles wirklich nicht mehr ertragen.
Ich befinde mich in konstanter Qual. Meine Kollegen sagen mir, ich solle aufhören, auf der Arbeit an meinen Fingernägeln zu kauen. Und sie hören nicht auf, mich aufzuziehen, und sagen, es wäre nicht "hygienisch" oder so. Sie verstehen einfach nicht, dass ich es aus einem Grund mache.
Aber es ist egal — wenigstens haben die Krankenschwestern aufgehört, mir komische Blicke zuzuwerfen, nachdem ich mit Verbrennungen anstelle von Kratzspuren zu ihnen gekommen bin.
Wo ich von Kollegen spreche, ich musste ein paar mehr Tage als letzte Woche freinehmen. Alles war in Ordnung, bis ich die Feuerameisen unter meiner Haut krabbeln sah. Es wurde so schlimm, dass einer der Sicherheitsleute mich mit Handschellen bändigen musste.
Trotzdem konnte ich den Rest dieser Viecher mit ein wenig Beißen und unangenehmem Zappeln von mir runter bekommen. Ich glaube, ihre Eingeweide stecken immer noch irgendwo zwischen meinen Zähnen fest.
Dies ist noch eine Erinnerung, dar das alles hier zu geben, wenn ich dich wiedersehe. Ich weiß, dass du dich um mich kümmern wirst. Wie der Engel, der du bist.
Die Sache mit all den anderen Therapeuten, die ich kennengelernt habe, ist die: Sie wissen einen Scheiß.
Ich meine, sie haben buchstäblich versucht, mir weiszumachen, dass über all das zu schreiben tatsächlich helfen würde. "Dich deinen Problemen zu stellen" könne "dir helfen, sie zu bekämpfen" oder so. Der wirklich nichtssagende Scheiß, richtig? Und weißt du was, ich war auch bereit, diesen Müll zu glauben. Ich meine, ich weiß, dass sie nur helfen wollten — und ich wollte nichts mehr, als dass das Jucken aufhört und ich endlich aufwache, ohne dass mir das Blut die Arme herunterläuft.
Aber diese Scheißkerle haben mich angelogen.
Natürlich ist es nicht so einfach. Ich wache immer noch mit denselben Gefühlen und Trieben auf, die ich schon immer hatte. Ich schwöre, es ist jetzt unausweichlich. Ich kann nicht einmal mehr denken, ohne den Drang zu verspüren, Spinnen, die an meinen Beinen hochkrabbeln, oder eine Fliege, die in meine Nase fliegt, zu verscheuchen. Ganz zu schweigen von den unzähligen Flöhen und Zecken, die sich in den Fasern meiner Kleidung eingenistet haben, wenn ich sie durchgesehen habe.
So kann es nicht weitergehen. Ich muss etwas dagegen tun.
SIE SIND WIEDER IN MIR DRINNEN. WARUM HÖREN SIE NIEMALS AUF?
ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH ES BEIẞT MICH.
Ich kann nicht länger diese Notizen schreiben. Ich bin viel zu gestresst. Und müde. Mein Körper hört nicht mehr auf zu schmerzen und die Blicke werden immer schlimmer.
Ich muss wieder mit Shelly reden. Sie kennt mich inzwischen so viel besser als alle anderen.
VEREINBARTE TERMINE
AN: moc.liamg|02496pytrelooc#moc.liamg|02496pytrelooc
VON: Heartland Beratungs- und Resilienzzentrum
BETREFF: TERMINBESTÄTIGUNG
Hallo, Herr McAckler.
Herzlichen Glückwunsch! Sie wurden für eine weitere Sitzung mit einem unserer spezialisierten Berater gebucht. Wir wissen, dass Sie beide es zusammen weit bringen werden!
Bitte verifizieren Sie die nachfolgenden Informationen für uns. Wenn Sie einen Fehler bemerken, melden Sie sich bitte entweder am Telefon oder per Antwort an diese Email:
Wir hoffen, Sie hier zu sehen!
Zeige bisherigen Verlauf …
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Ich BRAUCHE Shelly.
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Ich fühle sie wieder …
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - SIE SIND IN MEINEN OHREN.
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Ich schwöre, da sind Insekten in mir drin.
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - NIEMAND VERSTEHT ES.
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Ich verletze mich wieder selbst.
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Bitte ruf mich SCHNELLSTMÖGLICH an!
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Können wir ihn heute machen?
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Du hast mir was Falsches gesagt …
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Es ist mehr als eine Untersuchung.
☆ Heartland Beratung TERMIN-UPDATE: - Bist du diese Woche frei?
AN: Heartland Beratungs- und Resilienzzentrum
Ähm — hallo.
Mein Name ist, äh, John und ich habe gehofft, ich könnte vielleicht jemanden wegen meines bevorstehenden Termins erreichen? Ich weiß, dass ihr, äh, ihr jemanden namens Raheem als meinen Berater notiert habt, aber — nun, ich habe gehofft, dass ihr das zu Shelly ändert?
Tut mir leid. Ich habe mich verdrückt, als ich die Auswahl auf meinem Bildschirm getätigt habe. Große Hände … wisst ihr?
Na ja, danke.
…
Oh, wenn ihr mich erreichen müsst, könnt ihr einfach diese Nummer wieder anrufen. Oder mir eine Email schreiben, schätze ich.
Alles klar, Wiederhören.
Hi, hier ist wieder John. Wisst ihr? Der Typ, der die ganzen Termine vereinbart?
Ich habe mich nur gewundert, wann ein guter Zeitpunkt wäre, um meinen kleinen Fehler zu beheben. Ich weiß, ihr — äh, Entschuldigung — ihr versucht die ganze Zeit, mich anzurufen, aber es ist … manchmal einfach schwierig zu antworten.
Auf jeden Fall, ich kenne Raheem nicht und ich denke nicht, dass es eine gute Idee wäre, wenn ich mich mit ihm treffen würde.
Bitte ruft mich zurück?
Hi. John McAcler hier.
Ich habe gesehen, dass jemand diese … diese Änderung gemacht hat, nach der ich gefragt hatte. Das ist, ähm, das ist wundervoll! Das weiß ich zu schätzen.
Ich — oh, bitte entschuldigt mich.
…
…
Alles klar, wieder da. Tut mir leid, ich musste kurz ins Badezimmer. Wisst ihr? Nicht zum pinkeln oder so, nein, nur um sicherzustellen, dass ich mich nicht zu sehr kratze. Das ist der, ähm, der Grund, warum ich versucht habe, wieder zu euch zu kommen.
Das ist unangenehm. Tut mir leid. Ich wollte nur wissen, ob Shelly da ist? Sie sollte mir helfen.
Danke.
Hi nochmal, hier ist John.
Verarscht ihr mich gerade?
Hört mal, ich habe versucht, euch etwa 5- oder 6-mal anzurufen und keiner von euch meldet sich. Was ist das Problem?! Ihr könnt mich nicht mehr immer um 14 Uhr anrufen. Ich verstehe, dass ichr alle wahrscheinlich von neun bis fünf arbeitet, aber ich bin damit beschäftigt, mit Problemen klarzukommen, die ich nicht einmal selbst lösen kann!
Es wäre nicht einmal so schlimm, wenn ihr an eure Telefone rangehen würdet! Aber nein, ich muss weiter verdammt noch mal LEIDEN, bis mich jemand zurückruft! Hört mal, ich muss einfach nur mit Shelly reden — okay? Ich bin es absolut LEID zu fragen, alles, was ich brauche, ist nur JEMAND, der es kapiert! Jemand, der mich versteht!
Ich versuche nicht, unheimlich zu sein, okay? Ich brauche einfach HILFE VON JEMANDEM!
Hi, hier ist John.
Ich werde morgen um 4 da sein. Ich erwarte eine Aufsichtsperson, wenn ich ankomme.
[BEGINN DES PROTOKOLLS]
JOHN: Ich — tut mir leid, gib mir 'ne Sekunde.
SHELLY: Geht klar, lass dir Zeit.
JOHN: I… Ist es in Ordnung, wenn wir, äh, das hier aufzeichnen? Für mich, meine ich?
SHELLY: Natürlich. Was immer dir hilft.
JOHN: Das würde es wirklich, haha.
Hörbare Stille für mehrere Sekunden.
JOHN: Okay, ich denke, das ist alles.
SHELLY: Sicher?
JOHN: Denke ja.
SHELLY: Okay, super.
SHELLY räuspert sich.
SHELLY: Hab gehört, du hättest ein paar Schwierigkeiten dabei gehabt, uns zu erreichen. Das tut mir wirklich leid.
JOHN: Es ist jetzt okay. Ich meine, ich bin immer noch ziemlich wütend, aber es ist in Ordnung, solange ich, du weißt schon, mit jemandem reden kann.
SHELLY: Nun, dann schätze ich deine Geduld wert. Ich habe mir wieder deine Akte angeschaut und gesehen, dass du diesen Termin vereinbart hast, weil du wieder deine Symptome gespürt hattest. Stimmt das?
JOHN: Ja! Ja, du hast recht.
Blätter werden gemischt.
SHELLY: Sieht so aus, als hätte dir dein Arzt ein paar Medikamente gegeben. Hast du sie eingenommen?
JOHN: Ja, Shelly, das habe ich. Und ich sage dir, die helfen nicht.
SHELLY: Das ist bedauerlich. Würde es dir was ausmachen, mir zu erklären, wie sie nicht helfen?
JOHN: "Wie?" Was MEINST du mit wie?
SHELLY: Ich stelle nur eine Frage, John.
JOHN: Wie siehst du sie nicht? Sie sind gerade überall!
SHELLY: Kannst du mir sagen, wo genau? Vielleicht wenn du mir zeigen kannst —
JOHN: Ich zeige sie dir gerade! Genau jetzt! Ich — schau mal, ich kratze sie sogar ab!
SHELLY: John, bitte, atme einmal für mich ein.
JOHN: Sieh einfach hin, Shelly, ich versichere dir, sie sind genau da —!
SHELLY: John, ich sehe nichts.
JOHN: Aber ich tu's!
SHELLY: Das verstehe ich. Und ich würde gerne helfen, aber du musst versuchen, dich zu beruhigen, wenn du weitermachen möchtest.
JOHN: Ich — Ich …
Hörbare Stille.
JOHN: Es tut mir leid.
SHELLY: Das ist in Ordnung, darum bin ich hier.
Eine leichte Bewegung wurde erfasst, gefolgt vom Öffnen einer quietschenden Tür.
SHELLY: Lass uns eine kurze Pause machen, okay?
[ENDE DES PROTOKOLLS]
[BEGINN DES PROTOKOLLS]
JOHN: Danke, Shelly, die habe ich wirklich gebraucht.
SHELLY: Kein Problem. Wie ich schon sagte, darum bin ich hier.
Die beiden sagen mehrere Sekunden lang nichts.
JOHN: Also kannst du sie auch nicht sehen, oder?
Stille.
SHELLY: Nein, John, kann ich nicht. Und das werde ich auch nicht können.
JOHN: Weil sie "nicht existieren", richtig?
SHELLY: Lass mich dir eine Frage stellen. Wie existieren sie für dich? Was siehst du, wenn sie auftauchen?
JOHN: Ich … Ich sehe sie als vieles. Verstehst du?
SHELLY: Wie zum Beispiel?
JOHN: Nun, oft sehe ich Ameisen. Riesige. Mit großen, fleischigen Kiefern. Und manchmal sehe ich auch Spinnen und Würmer — die Würmer tauchen eigentlich nur im Licht auf, direkt unter meinen Augen.
SHELLY: Ich verstehe. Tut es weh?
JOHN: Manchmal. Ich schätze … Ich schätze, es kommt irgendwie drauf an.
SHELLY: Es kommt drauf an? Könntest du das ausführen?
JOHN: Ich weiß es nicht …
SHELLY: Ja.
JOHN: Ich weiß nicht wirklich, wie ich es erklären soll. Ich schätze, es hängt von meiner Stimmung ab, oder was ich sehe, verstehst du? Spinnen tun am meisten weh, vor allem, wenn sie zubeißen.
SHELLY: Und hat das nichts mit deinen Verletzungen zu tun? Fühlst du diesen Schmerz auch an Stellen, wo du nicht verletzt bist?
SHELLY: Ich verstehe.
Die beiden werden still, während wieder Blätter gemischt werden.
SHELLY: Siehst du sie?
JOHN: "Sie?" Die Insekten? Wie, jetzt gerade?
JOHN: Ich … nun … nicht wirklich. Es ist manchmal schwer für mich, sie zu finden, wenn ich aktiv nach ihnen suche.
SHELLY: Oh, alles klar. Tut mir leid.
JOHN: Nicht schlimm.
SHELLY: Lass uns wieder für eine Minute eine Pause einlegen und sehen, wie du dich fühlst, wenn wir zurückkommen.
[ENDE DES PROTOKOLLS]
[BEGINN DES PROTOKOLLS]
SHELLY: Ich kann sehen, dass du dich unbehaglich fühlst. Könntest du erklären, warum?
JOHN: Erklären?
SHELLY: Nur wenn du willst.
JOHN: Ich meine …
JOHN seufzt.
JOHN: Wie wäre es, wenn du ein Leben lebst, in dem dir jeder sagt, dass etwas mit deinem Verstand falsch ist?
Die beiden sprechen mehrere Sekunden lang nicht.
JOHN: Ich meine, ernsthaft — überall, wo ich hingehe, alles, was ich mache — es ist immer das Gleiche. Ich weiß, dass meine Realität real ist und ich weiß, dass das, was ich sehe, nicht nur diese … Illusionen sind, wie es alle sagen. Ich konnte nie nicht meinen Augen vertrauen, verstehst du?
SHELLY: Ich verstehe.
JOHN: Und dann wachst du eines Tages auf und die Leute sagen dir, du sollst das alles ignorieren und so tun, als würde mit mir nichts los sein. Es ist frustrierend.
SHELLY: Und es ist ermüdend, oder?
JOHN: Ja! Damit liegst du genau richtig. Ich bin müde, Shelly. Ich bin es leid, zu diesen Treffen zu gehen. Notizen auf meinem Handy zu machen, um meine Gedanken von den Schnecken und Tausendfüßlern fernzuhalten, die meine Nase hoch kriechen. Ich will nur …
JOHN beendet seinen Satz nicht.
SHELLY: Du willst nur …?
JOHN: Es ist da.
SHELLY: Oh?
JOHN: Genau zwischen meinen Zeigefingern. Siehst du es?
SHELLY: Beschreibe mir, was genau du siehst.
JOHN: Es ist … groß. Etwa so groß wie meine Hand. Und es ist braun und klammert sich an die Seite meines Fingers.
SHELLY: Mhm.
JOHN: Es hat vorne zwei riesige Kneifzangen und vier Beine an seinem Unterleib. Es kriecht —
SHELLY: Ein Käfer?
SHELLY: Nein, nein, es ist viel zu groß. Ich — Ich denke, es könnte eine —
JOHN zittert, bevor er innehält.
SHELLY: Es ist okay, John. Was wolltest du sagen?
JOHN: Ich denke … Es sieht wie eine Wasserwanze aus.
Die beiden reden nicht.
JOHN: Ich — Shelly. Shelly, bitte hilf mir. Ich flehe dich an, bitte —
SHELLY: Keine Angst, John, es wird alles gut. Gib mir einen Moment, okay?
Ein Rascheln ist zu hören, kurz darauf wird eine Schublade geöffnet. JOHN schnappt nach Luft, während erneut ein Rascheln über das Mikrofon zu hören ist.
SHELLY: Alles klar, zeig es mir. Ist es genau … hier?
JOHN: Nein, es ist ein bisschen weiter oben — Ich meine, äh, unten — Stopp. Genau da.
SHELLY: Ich verstehe. Ist es im Spiegel zu sehen?
JOHN: Im Spiegel? Ich meine, ja, es ist —
JOHN hört plötzlich auf zu reden.
SHELLY: Das sehe ich gerade, John. Und ich schwöre dir, da ist keine Wanze.
SHELLY hält inne.
SHELLY: Siehst du eine Wasserwanze im Spiegel?
JOHN: Es war gerade … Ich …
Die beiden hören kurz auf zu reden.
JOHN: Nein … Nein, ich sehe sie nicht mehr.
JOHN seufzt, scheinbar vor Erleichterung.
JOHN: Ich kann es nicht glauben … Du hast gerade … Wie hast — Wie hast du das gemacht?
[ENDE DES PROTOKOLLS]
hey shelly, hier ist john
das ist die richtige nummer…… oder?
Hi John.
Das ist die richtige Nummer. Tut mir leid, dass ich dir erst eine falsche gegeben habe.
es ist ok lol
danke für deine hilfe heute. welche magie du auch immer gewirkt hast… es hat wirklich funktioniert.
Das ist fantastisch. Hast du deine Medikamente genommen?
ja, ja, wie du gesagt hast.
Super. Bitte lass es mich wissen, wenn du noch etwas brauchst.
ich brauch tatsächlich was.
Wie kann ich helfen?
das, was du gemacht hast… wie hast du's gewusst?
Was gewusst?
dass es äh
verschwindn würde? schätz ich
Fragst du mich wegen des Spiegels?
ja
Nun, John.
In Wahrheit wusste ich es nicht.
Ich hatte keine Ahnung, was passieren würde.
hattest du nicht?
Überhaupt keine.
Aber ich bin froh, dass es dir trotzdem geholfen hat.
gibt es eine permanentere lösung?
für die insekten, meine ich.
es würde schlafen einfacher machen lol.
Die Medikamente werden dir helfen.
Solange du sie einnimmst.
habe ich wirklich!
es ist nur… ich weiß nicht
Bitte lass es mich wissen, wenn es noch irgendetwas gibt, womit ich dir helfen kann John.
ok.
hey shelly?
Hallo John.
sorry ich weiß du arbeitest gerade nicht
ich habe nur… etwas auf meinem herzen.
Das ist völlig in Ordnung.
Wie kann ich helfen?
in der sitzung hast du mich was gefragt.
ich konnte nie meine antwort beenden lol
Oh.
Wie erschöpft du warst, korrekt?
ja
Sag mir ruhig, was du auf dem Herzen hast.
Sei dir nur bewusst, dass wir danach eine Sitzung vereinbaren müssen, wenn du das weiter diskutieren möchtest.
ja, ich weiß lol
sorry aber deine firma ist irgendwie scheiße darin Termine zu organisieren
John, bitte.
Was war deine Antwort für letztes Mal?
oh stimmt
sorry
egal, ich wollte irgendwie nur sagen, dass … ich weiß nicht. es ist scheiße, der einzige zu sein, der sich so fühlt, weißt du?
Ich kann dieses Gefühl verstehen.
Es gibt viele Menschen wie dich. Und auch eine Menge Menschen, die sich wie du fühlen.
ja… stimmt wohl
ich meine, ich weiß nicht
jemanden zu haben, der diese kluft überbrücken und mir helfen kann, ist… ist alles, was ich will
…
…?
Lass uns versuchen, den Rest unserer Unterhaltungen im Büro zu führen.
ok. sorry.
hey nochmal
Hallo John.
schau mal ich weiß dass du gesagt hast wir sollen das im büro besprechen
und das geht klar und so
ich hab mich nur schlecht gefühlt. wollte mich entschuldigen
Danke für deine Entschuldigung.
Es ist in Ordnung.
ok… gut.
ist samstag immer noch okay?
hab wieder viel auf'm herzen lol
Ich muss in meinen Terminkalender schauen.
das ist okay lol
aber… ernsthaft, danke…
du hast mir enorm geholfen
Kein Problem.
hast du einen ort für bewertungen?
kann ich dich bewerten?
Du kannst meine Firma bewerten.
Wenn du etwas über mich sagen willst, ist das in Ordnung.
Ich kann dich nicht aufhalten.
ok… cool lol
kein großes Ding, wollte nur meine dankbarkeit und wertschätzung zeigen
geb dir 5-sterne… dafür dass du, weißt schon, fünf sterne bist ;)
sorry das war dumm.
bitte antworte
John ich muss dich höflich darum bitten, aufzuhören, mir zu schreiben.
ok.
shelly
shelly bitte antworte
sie sind zurück
die insekten… sie sind hier
Hast du heute deine Medikamente genommen?
shelly ich sage dir die bringen nichts
omg da sind so viele
bitte shelly ich brauch deine hilfe
bitte
Unser Termin ist nicht bis morgen.
Kannst du bis dahin warten?
NEIN
shelly du kapierst es nicht
es ist schlimm
ich schwöre ich hab gerad geblinzelt und einen schwarm termiten aus meinem glas verschwinden sehen
ich kratze mich jetzt bis zum knochen
ich brauche jetzt gerade deine hilfe
ich werde sterben
John, wenn du Notfallhilfe benötigst, ruf bitte die Polizei an.
Ich kann es sogar für dich machen, wenn du willst
WARUM? damit sie mir nicht glauben können???
shelly bitte bring deinen spiegel mit und komm jetzt zu meinem haus
ich verspreche das wird es wert sein
John bitte hör auf, mir zu schreiben.
Ich meine es ernst.
shelly ich flehe dich an bitte
ich kann fühlen wie sie sich in meine wangen graben
SIE ZERREIẞEN MEINE ZEHEN
bitte bring deinen spiegel mit…
bitte…
Ich kontaktiere jetzt die Polizei.
Sie können dir helfen.
shelly warum weigerst du dich immer???
ich dachte du solltest HELFEN???
kapierst du nicht dass ICH GERADE SCHMERZEN HABE?????
HILF MIR
HILF MIR
Ich blockiere diese Nummer.
Bitte halte Abstand zu mir.
DU VERDAMMTE SCHLAMPE
SO IST DAS ALSO??
ICH WUSSTE DU BIST EIN LÜGENDER DRECKSACK
ICH SCHWÖRE DAS WIRST DU BEREUEN
[BEGINN DES PROTOKOLLS]
Die Aufzeichnung beginnt mit der Kamera auf einem Esstisch. Zwei Stühle — immer noch an den Tisch gerückt — verdecken John McAckler etwas, während er hektisch von einer zur anderen Seite geht. Er steht vor einem Sofa und einem Fernseher, der derzeit die Nachrichten auf Kanal 16 zeigt. Keine Audio ist zu hören.
John flüstert verzweifelt, während er weiter für mehrere Sekunden hin und her läuft. Er bleibt plötzlich stehen. Weiteres Gemurmel, gefolgt von den Worten "SHELLY", bevor er die Schläfen an seiner Stirn anfasst.
John schreit stumm vor scheinbarem Schmerz, während er seine Arme übermäßig kratzt. Auf der Oberfläche seines Fleisches erscheinen Kratzspuren. Er bleibt bewegungslos stehen, während die nackte und zernarbte Haut rot von der Reibung wird. Blut tropft ebenfalls von seinen Ellbogen hinunter auf den Boden.
Er wischt sich Schweiß von seiner Stirn, bevor er seine Kleidung auszieht. Erst das T-Shirt, dann die Hose und schließlich die Unterwäsche. Nach einem weiteren kurzen Moment des Haderns steht er nackt vor der Kamera. An seinem Oberkörper sind mehrere gezackte Schnitte und Prellungen zu sehen. Mehrere blutende, menschliche Bissspuren an der linken und rechten Hüfte sind ebenso sichtbar.
John zieht sich hinter die Kamera zurück und bleibt dort für 34 Sekunden. Er kommt kurz darauf mit einem Küchenmesser, einer Metallgabel, einem Löffel, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, einem großen Topf mit kochendem Wasser sowie einer Kombizange zurück. Er wirft alles achtlos auf den Boden und schaut mit einem breiten Lächeln zur Kamera.
John gibt stumm einen Kommentar ab, bevor er das Küchenmesser an seiner Seite nimmt. Er hält die scharfe Seite in die Richtung seines linken Handgelenks. Er lächelt, bevor er das Messer rüberzieht und eine tiefe Schnittwunde in die Haut und Sehnen schneidet. Er dreht sein Handgelenk so, dass die Wunde zum Boden zeigt, und Blut beginnt zu tropfen und eine Pfütze zu bilden.
John kichert. Die Blutung hält an, während er einen weiteren Schnitt an seinem anderen Arm macht.
Das Blut fließt weiterhin, während John die Gabel und den Löffel an seiner anderen Seite nimmt. Er atmet tief ein, bevor er den Löffel in sein linkes Auge rammt. Er kippt seinen Kopf nach hinten, als der Löffel in den beschädigten Augapfel einstößt. Er dreht und zieht den Löffel heraus, wodurch sowohl die Innereien als auch das, was von seinem Auge übrig bleibt, auf den Tisch fliegt. Dann wendet er sich zur Gabel, legt die Kante unter seinen Zeigefingernagel und zieht sie schnell zurück. Der Fingernagel löst sich mühelos und legt nacktes und blutendes Fleisch darunter frei.
Trotz des sichtbaren Schmerzes greift John nach der Kombizange und hält sie fest gegen seinen Zeh. Er drückt weiterhin zu, bevor er unerklärlicherweise die Zange dreht — wodurch sich der große Zeh verdreht und um 60 Grad verrenkt. Er taumelt ein weiteres Mal zurück und hält kurz inne, bevor er die Zange auf den Boden fallen lässt. Er fängt an zu sprechen, aber die Kamera kann nichts herauslesen, außer dass er "ERTRINKT" von sich gibt.
Er nimmt das kochende Wasser, das in seiner Nähe steht, und gießt es sich auf sein Gesicht und seinen Oberkörper. Heißer Dampf umströmt seinen Körper. Seine Arme zucken vor Schmerz, aber er versucht nicht, das Wasser zu entfernen. John kann nun kaum im Video gesehen werden.
Nichts passiert für ungefähr 30 Sekunden, während sich der Dampf auflöst. John bleibt bewegungslos vor dem Esszimmertisch.
Plötzlich beginnt John wieder zu lächeln. Seine Zähne — welche jetzt in der Videoaufnahme gesehen werden können — sind mit Blut befleckt. Er gibt einen weiteren Satz von sich, aber nur "SHELLY" kann entziffert werden.
John runzelt die Stirn, gerade als die Kamera herunterfällt. Die Aufnahme endet abrupt.
[ENDE DES PROTOKOLLS]
ANHANG ZWEI: UPDATE
Am 01.08.2022 konnten Forscher der Foundation eine vollständige Autopsie bei SCP-7160 durchführen. Eine Woche später, am 06.08.2022, wurde ein daraus resultierender Bericht der Leiche der Anomalie in Standort-119 protokolliert und gespeichert. Während dieser Bericht einige wichtige Informationen über SCP-7160s Tod bestätigt, wurden mehrere andere Entdeckungen ebenso enthüllt:
DR. COLLINS - AUSZUG AUS SCP-7160-BERICHT
Die Leiche selbst, neben ihren anderen Verletzungen, besaß auch ihre eigenen … Auffälligkeiten. Zum Beispiel, als wir verschiedene Gewebeproben zur Identifizierung entnahmen, entdeckten Dr. Radhurst und ich die Präsenz mehrerer kleiner und deutlicher Markierungen auf der Innenseite der Haut und mehrere interne Kratzer am Kranium.
Wo wir beim Schädel sind, gründlichere Scans der Skelettreste der Leiche fanden große, verlassene Tunnelsysteme, die an fast allen Stellen der Hände, Füße und offenen Körperöffnungen enden. […] Es scheint, dass das zusätzliche Knochenmark und die verkalkte Hülle der ausgehöhlten Knochen des Opfers scheint das perfekte Ökosystem für das, was auch immer darin gelebt haben könnte, geschaffen zu haben.
Zusätzlich sahen wir, nachdem wir die Hypodermis durchdrungen haben, dass die reguläre Flüssigkeit, die das Interstitium füllt, vollständig entleert war. Während dies für gewöhnlich die Folge seltener genetischer Umstände oder extremem externen Schaden sein kann, hat dieser besondere Fall vermutlich nicht in strukturellen Abnormalitäten am Körper resultiert. Eher hat die Analyse des Gewebes und des umliegenden Bereichs ergeben, dass sich an seiner Stelle ein fast unsichtbarer chitinhaltiger Staub befindet. […]
Nach SCP-7160s Autopsie ist eine weitere Untersuchung von seinem Smartphone eingeleitet worden. Durch weitere Analyse bestätigten Forscher der Foundation, dass die letzte aktive Applikation auf diesem Gerät Google Maps war — wo derzeit die Route zu Shelly Lees Privatwohnung eingegeben war. Zusätzlich erschien eine weitere Benachrichtigung über neue Nachrichten beim Einschalten des Geräts, deren Inhalt unten angehängt wurde:
John?
Hi… hier ist Shelly.
Du weißt schon… von Heartland-Beratung?
Könntest du mich so schnell wie möglich anrufen?
Ich weiß nicht, an wen ich mich sonst wenden kann…
Ich kann nicht mehr aufhören, mich zu jucken.