SCP-6666

Informationen

SCP-6666

Projekt Paragon

Autor: Dr Alice
Bewertung: 1/1
Erstellt am: Thu Aug 27 2026

PROJEKT PARAGON

Beauftragt von O5-7 nach Entdeckung von SCP-4840, hat Projekt PARAGON möglichst das Primärziel des Studiums und der Eindämmung neu auftretender anomaler Aktivitäten, die von der "Fliegenden Stadt Audapaupadopolis" ausgehen und vor kurzem durch thaumaturgische Phänomene vor der Öffentlichkeit verborgen blieben. Von SCP-4840-A gesammelte Informationen enthüllten die Existenz einer antediluvianischen Gesellschaft von Menschen sowie anderen Spezies, die zeitlich weit vor allem liegen, was in derzeit bekannten Fossilienaufzeichnungen aufgeführt ist.

Das primäre Interesse von Projekt PARAGON und des Überwachungskommandos ist die Existenz von vier urzeitlichen Entitäten: die "Dämonen" La Hire, Lancelot, Hector und Ogier sowie die drei "Obszönitäten" (derzeit unter SCP-4812 klassifiziert). Alle sieben Entitäten blieben inaktiv bis zur Exhumierung der "EROS"-Entität durch die Task Force Omni-045 der Global Occult Coalition. Es wird angenommen, dass diese EROS-Entität sowohl mit den seltsamen und einsamen Wäldern in Verbindung steht als auch mit einer anderen uralten menschlichen Gesellschaft, die vor vielen Hunderttausenden von Jahren zeitgleich mit der Daeva-Zivilisation existiert hat.

Sicherheitsmaßnahmen

Angewandte Task Force Hēt-1 "Lance of Longinus"

Die Eindämmung von SCP-6666 sowie SCP-2254, SCP-4812 und SCP-4810 steht unter der erweiterten Überwachung durch Projekt PARAGON und der angewandten Task Force Hēt-1 "Lance of Longinus" (z. Dt. "Lanze des Longinus"). Aufgrund der potentiellen eschatologischen Verzweigungen von SCP-6666 sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass SCP-6666 nicht anderen Entitäten ausgesetzt wird, die durch Projekt PARAGON eingedämmt werden.
Der Südamerikanische Vorgeschobene Einsatzstandort (SAVES) von PARAGON wurde rund um den Zugangsschacht von SCP-6666 errichtet. Unbefugtem Personal ist der Zutritt zu SAVES unter keinen Umständen zu gestatten; zudem wurde der Einsatz tödlicher Gewalt gegen Personen oder Gruppen genehmigt, die versuchen, in die 1 km große Sperrzone um SCP-6666 einzudringen.

In regelmäßigen Abständen müssen Feuerteams die unmittelbare Sperrzone um SCP-6666 betreten und Brandvorrichtungen einsetzen, um das Vorrücken des Wurzelsystems von SCP-6666 zu verlangsamen. Den Mitgliedern dieser Feuerteams ist ein ununterbrochener Aufenthalt im Bereich des Wurzelsystems von SCP-6666 für maximal 15 Minuten gestattet. Die direkte Beobachtung von SCP-6666 darf nur von einem Luftfahrzeug oder von den Beobachtungstürmen Alpha, Bravo oder Charlie aus erfolgen. Turm Delta dient ausschließlich dem Start von Luftfahrzeugen.

Eindämmungsmemorandum

Personal ist es zu keinem Zeitpunkt gestattet, sich SCP-6666 auf weniger als 1 km zu nähern. Sämtliche Beobachtungen von SCP-6666-A müssen aus der Ferne erfolgen.

PARAGON SAVES – Hauptansprechpartner

Dir. Sophia Light – Direktorin, Westliches Regionalkommando

Dir. Kain Pathos Crow – Direktor, Foundation-Technologie

Dir. Shannon Lancaster – Projektdirektorin, PARAGON

Dir. Coryn Malthus – Direktor, Abteilung für antediluvianische Forschung

Dr. Osmon Iles – Forschungsleiter, SCP-6666

Cmdr. Alexandro Freitas – Leiter des Südamerikanische Vorgeschobenen Einsatzstandorts von PARAGON

Cmdr. Cecilia Aestrei – Hēt-1-Commander

Beschreibung

Karte von SCP-6666 – lithosphärischer Hohlraum

SCP-6666-A, Bild zur besseren Erkennbarkeit bearbeitet

Darstellung eines antiken Kriegers5

SCP-6666 ist eine gewaltige botanische Entität, die sich im Amazonas-Regenwald nahe der Koordinaten 4°51'29.4"S 67°44'12.6"W befindet. SCP-6666 besteht aus einem breiten Stamm und vielen tausend bogenförmigen Ästen, die – ähnlich wie bei einem Baum – von der zentralen Masse ausgehen. Allerdings weist SCP-6666 keine große Ähnlichkeit mit bekannten Arten ähnlicher biologischer Struktur auf. Der Stamm von SCP-6666 hat einen Durchmesser von etwa 380 m, und die gesamte Struktur erreicht eine Höhe von fast 9,2 km. SCP-6666 zeigt auf zellulärer Ebene keinerlei Lebenszeichen.

Ungefährer Lageplan

SCP-6666 ist umgekehrt orientiert und hängt mit seinem beträchtlichen Wurzelsystem von der Decke eines gewaltigen Hohlraums in der Erdkruste herab. Dieser Hohlraum, der sich an seiner breitesten Stelle über volle 52 km erstreckt und an seinem mutmaßlich tiefsten Punkt (dem "Terminal Null"-Punkt) bis in eine Tiefe von fast 43 km hinabreicht, scheint auf natürliche Weise vor 450 bis 560 Millionen Jahren entstanden zu sein. Die Wände der Höhle sind fast vollständig von den bereits erwähnten Wurzeln von SCP-6666 bedeckt; dies lässt Forscher vermuten, dass sich das Wurzelsystem von SCP-6666 einst in die Erde hinein erstreckte, anstatt wie heute von ihr aus nach oben zu wachsen.

Der Boden der Höhle ist von einer 200 m dicken Schicht aus giftigem Nebel bedeckt, der aus einer zerklüfteten Öffnung an der Seite von SCP-6666 strömt. Die Zusammensetzung dieses Nebels ist unbekannt – Lebewesen, die die Substanz einatmen, erleiden einen nahezu sofortigen Verlust neurologischer Funktionen1, und spektrografische Analysen der Substanz lieferten keine eindeutigen Ergebnisse.

Während die ältesten Wurzeln von SCP-6666 stationär sind, und ungeachtet der Tatsache, dass SCP-6666 biologisch inaktiv ist, sind Abschnitte des neuen Wachstums mobil und feindselig. Wurzeln, die an der Oberfläche erscheinen, versuchen, alles in ihrer Nähe – ob Mensch, Tier, Maschine oder Sonstiges – durch das Erdreich in die darunterliegende Höhle zu ziehen. Dieser Effekt lässt sich vorübergehend abschwächen, indem jede Bewegung vollständig eingestellt wird. Personal, das in einem Abschnitt dieses Wurzelsystems eingeschlossen wird, kann sich rasch hinlegen und so regungslos wie möglich verharren, bis Feuerteams eintreffen, um die Wurzeln zurückzudrängen. Angesichts der rasanten Wachstumsgeschwindigkeit dieser Wurzeln ist es jedoch wahrscheinlich, dass jemand, der versucht, dem Zugriff des Wurzelsystems zu entgehen, unbeabsichtigt von der über ihn hinwegwachsenden Wurzelmasse verschlungen und erstickt wird – sofern ihn Einsatzkräfte nicht rechtzeitig erreichen.

SCP-6666 ist über einen großen, zylindrischen Zugangsschacht aus Stein erreichbar, der sich etwa 7,5 km von der umgedrehten Basis der Entität entfernt befindet. In die Schachtwand ist ein Treppenaufgang eingelassen; dieser endet jedoch knapp unterhalb des Rands der Höhlendecke auf eine Weise, die darauf hindeutet, dass er ursprünglich über diesen Punkt hinausreichte2.

SCP-6666-A ist eine vage humanoide Entität, die teilweise aus der zerklüfteten Öffnung in der Seite von SCP-6666 hervorragt. Geschätzt wird die Höhe der Entität auf etwa 23 m3. Sie besitzt sechs Arme und sechs Augen, die in zwei vertikalen Reihen zu je drei Stück angeordnet sind. Die Entität weist am gesamten Körper zahlreiche Narben und Brandwunden auf. Einer ihrer sechs Arme ist deutlich größer als die übrigen fünf und am Handgelenk zumindest teilweise mit einem großen, etwa 18 Meter langen Eisenspeer verschmolzen; diesen scheint sie als Hebel eingesetzt zu haben, um die Seite von SCP-6666 zu durchstoßen und zu öffnen.

SCP-6666-A besitzt weder Ohren, Nase noch Mund, ist jedoch zur Sprache fähig4 und artikuliert sich in einer derzeit unbekannten Sprache. SCP-6666-A reagiert auf Reize, lässt sich jedoch nur selten von seinem offensichtlichen Zustand permanenter Qual ablenken. SCP-6666-A scheint zu lokalisierter biologischer Regeneration fähig zu sein, wodurch es sich in einem ständigen Wandel zwischen der durch die Einwirkung des offenen Hohlraums von SCP-6666 bedingten Zerstörung seines Körpers und dessen eigenständiger Rekonstruktion befindet. Obwohl SCP-6666-A auf durch die Foundation herbeigeführte Reize reagiert hat, hat es bisher nicht versucht, mit Foundation-Personalgzeugen zu kommunizieren. Es ist nicht bekannt, ob SCP-6666-A überhaupt wahrnimmt, dass eine Kommunikation mit ihm stattfindet.

Die Ur-Dämonen

Die vier Entitäten, die umgangssprachlich als die "Ur-Dämonen" bekannt sind (SCP-2254, SCP-4840-B, SCP-6666-A und SCP-6765-D), waren laut SCP-4840-A ehemals Krieger im Dienste des Königs einer bedeutenden prähistorischen Gesellschaft und wurden durch thaumaturgische Mittel in die vage humanoiden Entitäten verwandelt, die der Foundation derzeit bekannt sind. Jede von ihnen war von einem Fluch betroffen, der von einer anderen prähistorischen Entität mit thaumaturgischer Macht über sie verhängt worden war, und sie waren gezwungen, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, die angeblich zu einer Art Verwüstung führt, die die gesamte Menschheit betrifft.

Es wird davon ausgegangen, dass diese Dämonen noch viele Jahre nach dem Untergang des Königreichs, dem sie dienten, aktiv waren, schließlich aber von SCP-4840-A beeinflusst wurden, das seit scheinbar Hunderttausenden von Jahren zahlreiche antike Orte und Entitäten vor der Öffentlichkeit verborgen hält. Der dadurch entstandene Stress hat SCP-4840-A erheblich geschwächt, wodurch viele der betreffenden Entitäten wieder wahrnehmbar geworden sind.

Von den vier Entitäten wurde SCP-2254 (Demon La Hire) als erste entdeckt, obwohl zum Zeitpunkt der Entdeckung noch nicht bekannt war, dass die Entität in irgendeiner Weise mit anderen existierenden anomalen Entitäten in Beziehung stand.

SCP-6666-A ist, nach Informationen aus Befragungen von SCP-4840-A, der "Dämon Hector", eine von vier urzeitlichen Entitäten, die aus einer längst untergegangenen, beinahe menschlichen Zivilisation stammen. SCP-6666-A und SCP-4840-B6, SCP-22547 sowie eine noch unentdeckte vierte Entität8 sind möglicherweise viele Millionen Jahre alt, wenn nicht sogar älter. SCP-6666-A und SCP-6666 selbst sind älter als alle bekannten menschlichen Zivilisationen und möglicherweise sogar älter als ein Großteil der Erde selbst.

Anhang 6666.1

Entdeckung

Informationen zur Vorgeschichte von SCP-6666 sind äußerst spärlich. Aus verschiedenen Quellen stammende Informationen deuten darauf hin, dass zahlreiche menschliche Populationen im und um den Zugangspunkt von SCP-6666 existierten, doch sind nur wenige Artefakte erhalten, die bestimmte Gruppen mit dem Gebiet in Verbindung bringen würden. In seinem Vorschlag an die Führungsebene des Projekts PARAGON, in dem er das aktuelle Verständnis der Foundation über diese Gruppen darlegte, beschrieb der leitende Forscher Dr. Osmon Iles die Ergebnisse seines Teams wie folgt:

Die Existenz von SCP-4008, der Wermut-Anomalie, hat unser gesamtes Geschichtswissen infrage gestellt. Als Waffe einer prähistorischen SCP-1000-Zivilisation war der Wermut in der Lage, ganze Völker, ihre Städte, ihre Geschichte und vieles mehr zu verschlingen – und diese Zivilisationen somit aus den Geschichtsbüchern zu tilgen. Unsere Untersuchungen der SCP-4008-Anomalie wiesen weiterhin auf eine Quelle hin – ein historisches Schwarzes Loch, von dem wir nicht einmal Spuren finden konnten.

Der Amazonas ist nicht dafür bekannt, die Zeugnisse derer, die dort gelebt haben, zu bewahren. Boden und Luftfeuchtigkeit zerreiben Stein und Knochen zu Staub; doch an einem Ort – mehr als irgendwo sonst – fanden wir rein gar nichts vor: keine Spur menschlicher Zivilisation, keine Zeugnisse menschlicher Besiedlung, nichts. Und genau in diesem schwarzen Loch wussten wir es zu finden: die Wurzel, aus der der Wermut wächst.

ATLAS, Vorgänger von PARAGON, begann vor vierzig Jahren mit der Kartierung dieser Wälder, ausgehend vom äußersten Rand unseres Wissens und spiralförmig nach innen vordringend. Verloren in der Dunkelheit unter diesem Blätterdach lag ein Vakuum, das uns mit unnachgiebiger Kraft anzog. Jeder Meter Land, den wir ohne jegliche Spuren menschlicher Besiedlung fanden, war ein weiterer Hinweis auf die offene Tür zu dem, was wir schließlich entdeckten – das dunkle Loch mitten in der Geschichte.

Wir hatten uns den Kopf darüber zerbrochen, welcher Baum die Früchte des Wermuts tragen könnte, und jetzt wissen wir es – es war ein toter.

Die formale Eindämmung von SCP-6666 begann mit der Gründung des Projekts PARAGON, nachdem Informationen der inzwischen aufgelösten Operation ATLAS sowie von SCP-4840 und 4840-A zur Entdeckung des vertikalen Zugangsschachts in den Hohlraum geführt hatten, in dem sich SCP-6666 befindet.

Anhang 6666.2

PARAGON: Protokoll des Leitungstreffens I

Das Folgende ist ein Auszug aus einer aufgezeichneten Besprechung zwischen Shannon Lancaster, Direktorin des Projekts PARAGON, Coryn Malthus, Direktor der Antediluvianischen Forschung, und Alexandro Freitas, Stabschef von SAVES, die am 23. April 2019 stattfand.

Transkript der internen Audioaufzeichnung

Anwesend

  • PARAGON-Direktorin Shannon Lancaster
  • Abt. für Antediluvianische Gorschung, Direktor Coryn Malthus
  • SAVES-Leiter Alexandro Freitas

Dir. Lancaster

Projekt-Paragon-Direktorin Shannon Lancaster

Ich wollte mich vorab dafür bedanken, dass Sie sich so gut um das Perimeter-Problem gekümmert haben. Sie müssen sich nicht an mein Büro wenden, falls wir das noch einmal regeln müssen.

Freitas

Die Situation machte es notwendig. Es wird immer schwieriger, das Wachstum einzudämmen. Wir arbeiten im Schichtbetrieb, Tag und Nacht, und das hilft – aber nur knapp.

Dir. Lancaster

Was glauben Sie, wie lange es dauern wird, sie wieder zu bewegen?

Freitas

Schwere Frage … zwei Wochen?

Dir. Lancaster

Das ist nicht gut. Was ist mit unserem Vorschlag zum alternativen Zugang?

Freitas

Pausiert gerade. All unsere Teststandorte sind fast sofort im Morast versunken. Das unten ist ein dichtes Wurzelgeflecht, und die Wurzeln sind extrem widerstandsfähig. Man könnte meinen, sie wären aus Stein.

Dir. Lancaster

Okay. Wir werden das neu bewerten, sobald Crow und sein Team am Standort sind. Tut mir leid, dass Sie warten mussten, Coryn.

Dir. Malthus

Alles in Ordnung.

Dir. Lancaster

Ich hatte die Gelegenheit, Ihren Bericht zu lesen. Was denken Sie?

Dir. Malthus

Allgemein? Alles unter dieser Grube ist alt. Hunderttausende, wenn nicht Millionen. Wir haben dort erst seit Kurzem Drohnen im Einsatz, aber die Kartierung, die wir bisher gemacht haben, ist wirklich beeindruckend.

Dir. Lancaster

Und wie sieht es auf der Bodenebene aus? Unterhalb der Wolke?

Dir. Malthus

Schwer zu sagen. Wir haben bisher nur bruchstückhafte und unscharfe Radarbilder der umliegenden Strukturen. Nichts davon ist aussagekräftig, aber etwas anderes, das Sie vielleicht interessant finden: Nichts davon ist südamerikanisch.

Dir. Lancaster

Was meinen Sie?

Dir. Malthus

Wissen Sie noch, wie wir darüber sprachen, hier draußen nach den verschollenen Zivilisationen zu suchen? Als wir ankamen, dachten wir zuerst, wir würden sie unter dem Dunst finden, aber nichts von dem, was wir gesehen haben, ähnelt auch nur annähernd etwas, das in den letzten zehntausend Jahren von Menschenhand geschaffen wurde. Was auch immer es ist, es ist älter als die Menschheit, wie wir sie heute kennen. Was auch immer sich in diesem Wald befindet – ich kann wie Sie nur raten.

Dir. Lancaster

Das ist ein Anfang. Was denken Sie, sollten wir als nächstes tun?

Dir. Malthus

Wir müssen mehr Informationen sammeln. Unsere Aussichtsplattformen zu bauen und den ganzen Tag auf dieses Ding zu starren, wird uns keine Antworten liefern. Da unten geht etwas vor sich, und wir brauchen mehr Ressourcen, wenn wir es herausfinden wollen.

Dir. Lancaster

Wo wollen Sie anfangen?

Dir. Malthus

Die SCP-1000-Datei wäre gut. Sind Sie mit SCP-2932 vertraut?

Dir. Lancaster

Am Rande. Warum fragen Sie?

Dir. Malthus

Alexandro kann Ihnen wahrscheinlich mehr dazu sagen – ich glaube, SAVES hat vor einiger Zeit einiges von dort mitgenommen. Kurz gesagt: Irgendeine Entität behauptet dort, dass SCP-1000, die Kinder der Nacht oder, wie man so schön sagt, Bigfoot, diesen Ort als Gefängnis benutzt haben. Ich habe nicht die nötige Freigabe, zu erfahren, was sie alles unter Verschluss halten, aber ich weiß, dass der magische Kern, der dort drüben die Lichter am Brennen hält, dieser große rote Edelstein ist. Der Kobold, der da drin herumspukt, behauptet, es sei das Herz von Titania, einer Göttin, die sich ihr eigenes Herz herausriss, um die Kinder der Nacht zu beschützen. Aber, und ich weiß, das widerspricht allem, was wir als Forscher gelernt haben, ich habe genug Shakespeare gelesen, um zu wissen, dass Titania keine Bigfoot-Göttin ist. Sie ist eine Feengöttin.

Dir. Lancaster

Sie liegen nicht falsch. Was ist mit dem Baum? Was wissen Sie darüber?

Dir. Malthus

Er ist tot. Er ist seit langer Zeit tot, wie es aussieht. Alles daran wirkt tot, selbst auf Zellebene. Das würde unsere Freunde in Hēt-1 oder jeden anderen, der jemals in diesen Wurzeln hängen geblieben ist und in die Erde gezogen wurde, wohl überraschen. An den Stellen, an denen wir Proben entnommen haben, ist keine biologische Aktivität festzustellen. Aber der Rauch muss ja irgendwoher kommen, und die Wurzeln sind noch beweglich. Daher kann ich genauso viel raten wie Sie.

Dir. Lancaster

Erzählen Sie mir mehr von dem Rauch.

Freitas

Also, tut mir leid, es ist nicht wirklich Rauch, auch wenn es so aussieht. Es ähnelt eher sehr feinem Pollen. Der Grund, warum wir so große Schwierigkeiten damit haben, ist, dass es ein sehr starkes Nervengift ist. Wenn auch nur ein winziger Tropfen davon auf Sie, in Sie oder sonst wohin gelangt, beginnt Ihr gesamtes Nervensystem innerhalb von Sekunden zusammenzubrechen. Wir haben keine Möglichkeit, Menschen aus einer langfristigen ZNS-Depression zurückzuholen, und obwohl wir Druckanzüge haben, mit denen wir unsere Leute potenziell in diese Lage bringen können, könnte selbst die geringste Exposition tödlich sein, wenn sie nicht sofort behandelt wird. Wir führen noch Materialtests durch, um zu sehen, ob es die Polyethylen-Hüllen unserer Insertionsanzüge durchdringen kann.

Dir. Lancaster

Aber glauben Sie, dass wir dort Truppen einsetzen können?

Freitas

Wir arbeiten gerade an der Logistik. Dir. Malthus hat immer betont, dass wir die ganze Geschichte erst dann wirklich kennen werden, wenn wir diese Wolke durchdrungen haben.

Dir. Lancaster

Ich verstehe. Und in der Zwischenzeit? Ist da irgendwas, in das wir reinkommen können?

Freitas

Ich arbeite daran. Sobald wir die unmittelbare Umgebung kartiert haben, sollte ich etwas herausfinden können. Diese Wurzeln ziehen schon seit Ewigkeiten Material aus der ganzen Gegend in die Erde. Dort werden wir einige Hinweise finden.

Dir. Lancaster

Okay, halten Sie mich bitte auf dem Laufenden. Dir. Malthus, ich kann die von Ihnen benötigte Genehmigung beantragen. Was brauchen Sie sonst noch?

Dir. Malthus

Wir müssen jemanden aus dem Eshu-Team reinbringen.

Dir. Lancaster

Coryn, Sie wissen, dass wir das nicht tun können.

Dir. Malthus

Ich weiß, dass Sie denken, dass wir das nicht können, Direktorin. Ich weiß nicht, was ich Ihnen noch sagen soll, Direktorin. Mir sind nur begrenzte Informationen zugänglich. Es gibt einfach keine schriftlichen Aufzeichnungen dazu. In Europa hatten sie Glück, dass dort jemand etwas darüber aufgeschrieben hatte, aber hier draußen? Ein Bericht aus erster Hand ist das Beste, was wir haben. Wir müssen mit einem dieser Dinger sprechen und alles rausfinden, was wir können. Sie werden mehr über die Geschehnisse hier wissen als wir im Moment – Staub und Vermutungen. Wenn es nach mir ginge, hätten wir längst ein Dutzend Feen befragt, aber mir fehlen die Mittel dafür.

Dir. Lancaster

(Stöhnt) Gut. Ich werde dran arbeiten. Sonst noch was?

Dir. Malthus

Wir müssen mit Kain sprechen.

Dir. Lancaster

Sie scherzen.

Freitas

Kain?

Dir. Malthus

Ich scherze nicht. Abel ist nicht sehr gesprächig, und Seth sitzt seit Millionen von Jahren auf seinem Felsen. Wir brauchen jemanden, der Berichte aus erster Hand über Ereignisse liefert, die passiert sind, bevor die Menschen überhaupt daran dachten, ihre Geschichte aufzuschreiben. Und wir kennen nur eine Person, die damals lebte und ein fotografisches Gedächtnis besitzt.

(Pause)

Dir. Lancaster

Gut. Daran werde ich auch arbeiten. Ist das alles?

Freitas

Noch eine Sache, die Sie wahrscheinlich wissen sollten. Die Agenten, die wir auf unseren Beobachtungsplattformen stationiert haben, sind kürzlich mit einigen milden psychischen Symptomen zurückgekehrt. Allgemeine Unsicherheit, Unruhe. Einige haben Schlafprobleme. Dr. Reece wollte neulich etwas über die Personalrotationen wissen. Wir sollten die nächste Personalversetzung wohl angehen.

Dir. Lancaster

Machen wir das. Direktor Crow kommt nächste Woche zum Standort. Wir müssen sicherstellen, dass wir hier alles im Griff haben.

Freitas

Wir werden uns auch um das Personalproblem kümmern, Direktorin.

Dir. Lancaster

Danke. Halten Sie mich beide auf dem Laufenden.

Anhang 6666.3

Befragung der Eshu-Entität

Hinweis: Gewisse Elemente dieser Befragung können gemäß Protokoll 4000-ESHU zensiert oder verändert worden sein.

Das Folgende ist die Befragung eines geehrten und gefiederten Oberhaupts innerhalb des alten Waldes. Die Befragung wurde von Dr. Park Daesung während der vorgeschriebenen jährlichen Einhaltung von Befehl O5-4000-F26 durchgeführt.

Dr. Park

Eine einheimische humanoide Entität.

Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, mit mir zu sprechen. Ich werde Sie nicht lange aufhalten.

"Natürlich, natürlich. Das sind keine Umstände, nicht für mich. Ich bekomme nicht oft Reisende zu Gesicht, so weit abseits der Straße. Das ist eine angenehme Überraschung. Soll ich Ihnen etwas Tee machen? Wie wäre es mit etwas Tabak? Wir bekommen hier nicht viel, wissen Sie, aber ich habe einen kleinen Vorrat für genau solche Gelegenheiten beiseitegelegt."

Dr. Park

Nein, danke. Leider ist heute alles rein geschäftlich.

"Nun gut, wie Sie wollen. Bleibt mehr für mich! Was kann ich nun für Sie tun?"

Dr. Park

Vor einiger Zeit entdeckten unsere Agenten tief in einem riesigen Wald im Süden ein seltsames Bauwerk. Es war schon lange verlassen, doch wir vermuten, dass es sich um eine Art Gefängnis handelt. Einige der dortigen Markierungen ähnelten jenen, die wir an diesem Ort gefunden haben. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Der gefiederte Befragte rückt sich nervös zurecht.

"Oh. Nun ja. Wir haben immer Geschichten gehört, wissen Sie. Ich habe es nie mit eigenen Augen gesehen, aber man hat Geschichten gehört. Hohe Mauern aus stinkendem schwarzem Gestein. Schreie. Ich nehme allerdings an, dass es inzwischen größtenteils in Schutt und Asche liegt. Es ist schon eine ganze Weile her."

Dr. Park

Wer waren die Kinder der Nacht?

Die Augen des geflügelten Verbündeten weiten sich. Er steht plötzlich auf und schließt die Jalousien vor einem nahegelegenen Fenster.

Dr. Park

Verzeihen Sie mir, falls ich etwas Unpassendes gesagt habe.

"Nein, nein, Sie haben nichts falsch gemacht. Es ist nur nichts, worüber man eigentlich spricht – zumindest nicht in angenehmer Gesellschaft."

Dr. Park

Was waren sie?

"Nun … Zuerst waren sie wie Sie und wie wir. Kinder, wie wir alle waren. Sie erwachten in den Wäldern, genau wie wir, aber nicht in den Baumwipfeln. Dort oben konnten wir die Sterne sehen, doch unten befanden sich die Kinder der Nacht in fast völliger Dunkelheit. Wir … Sie blieben dort unten. Wir nahmen an, dass es ihnen einfach so lieber war."

Dr. Park

Wo kamen sie her?

"Ich … Ich kann das nicht so genau sagen. Es ist wirklich lange her, aber es gibt hier wahrscheinlich Leute, die mehr oder Genaueres wissen. Ich habe mich da herausgehalten. Ich hatte einen Laden in der alten weißen Stadt an der Küste – damals, in der Zeit davor. Sie befanden sich in den dunklen Wäldern, im Süden. Aber man hörte Geschichten."

Dr. Park

In diesem Gefängnis haben sie ein Artefakt aufgehängt. Der Kerkermeister nennt es das Herz von Titania. Wissen Sie irgendetwas über …

Der ruhige und flugunfähige Freund schnappt leise nach Luft, greift dann in eine Tasche und holt ein Medaillon hervor. Er starrt es einen Moment lang an.

Dr. Park

Was können Sie mir über diese Titania erzählen?

"Wir nannten sie Iýa… ah. Die Schlafende in den Sternen. Man sagte, in einer dunklen Nacht könne man ihren Atem über der ganzen Welt spüren. Sie war eine Göttin des Sternenlichts, wunderbarer als alles, was auf Erden wandelte."

Der geschnäbelte Gefährte steckt die Medaille weg.

"Wir liebten Titania mehr als jede andere, sogar mehr als Gaia selbst. Sie war so wunderschön."

Dr. Park

Die Entität in dem Gefängnis nennt sich selbst Caspan. Wissen Sie irgendetwas über diese Entität?

Er schüttelt sich.

"Ja. Caspan der Traumweber, so wurde er genannt. Caspan war ein Künstler – einst.
Er konnte in Träumen Geschichten erzählen und die Träume selbst zum Leben erwecken. Als sie kamen, um ihn zu holen, flehte er sie um sein Leben und seinen Namen an – und die Nachtpirscher ließen ihn … ließen ihn beides behalten."

Dr. Park

Nachtpirscher? Sie meinen die Kinder der Nacht? Warum sollten sie wegen ihm gekommen sein?

"Sie … Die Kinder der Nacht waren sonderbare Kreaturen. Sie saßen in weiten Kreisen im tiefen Dunkel unter den hohen Bäumen und summten gemeinsam diese traurigen kleinen Lieder, während sie sich im Gleichklang hin und her wiegten. Wir – in unserer Arroganz –, so vermute ich, sahen in ihnen nicht mehr als das, was wir sehen wollten: traurige kleine Bodenbewohner, die sich von Abfällen ernährten und im Dunkeln unter dem Blätterdach herumschlichen. Als sie ihre armseligen kleinen Lieder für die Pflanzen sangen, war es uns egal, dass sich die Pflanzen dem Gesang zuneigten. Wir wollten die Leichen nicht sehen, die in den Ästen hingen, also sahen wir sie auch nicht. Zuerst verschwanden Reisende, und dann unsere eigenen Leute. Wir hatten sie so lange ignoriert, dass sie, als wir ihnen endlich Beachtung schenkten, bereits… verdorben waren."

Dr. Park

Und was ist mit Caspan?

"Er hatte Angst, glaube ich. Sie kamen, um ihn zu holen. Sie zerrten ihn hinab in die Dunkelheit und zwangen ihn, sie Dinge zu lehren … schreckliche Dinge. Sie waren neugierig, die Kinder der Nacht, und mit der Zeit nahm diese Neugier … Entschuldigung, es tut mir leid."

Dr. Park

Schon gut, ich will Sie nicht drängen.

"Nein, das ist schon in Ordnung. Niemand hier spricht eigentlich noch darüber, und so vieles geht mit der Zeit verloren."

Hält inne

"Ihre Neugier glich anfangs der unseren, doch während wir voller Entzücken zu den Sternen am Himmel aufblickten, fanden die Kinder der Nacht Trost allein in der Dunkelheit. Und mit der Zeit nahm ihre Neugier eine grausame Wendung. Sie konnten nicht träumen, wissen Sie, nicht so wie Sie oder ich, aber sie wollten es. Also verschleppten sie Caspan, den Traumweber, in die Dunkelheit und zwangen ihn, es sie zu lehren. Aber sie konnten nicht, verstehen Sie? Sie sind nicht wie wir. Als Caspan also versuchte, es sie zu lehren, da … Was auch immer er dort in der Dunkelheit sah, welch ein Grauen sie kennengelernt hatten, während sie ihre seltsamen kleinen Lieder sangen … Ich kann es mir nicht vorstellen. Als sie ihn später aufforderten, uns zu verraten, tat er es ohne Zögern."

Dr. Park

Was war der Verrat?

"Sie wollten sich etwas wünschen. Er führte sie zu Titania und ließ sie ihren Wunsch aussprechen."

Stille

"Es heißt … Als die Nachtpirscher kamen, kamen sie in langen Reihen, einer hinter dem anderen, und sie schlichen lautlos durch den dunklen Wald. Sie fanden unsere gesegnete Titania genau dort, wo er ihnen gesagt hatte, dass sie sein würde, und mit seiner Hilfe … sprachen sie ihren Wunsch aus."

Stille

Dr. Park

Was war der Wunsch?

[KLASSIFIZIERTE DATEN GELÖSCHT. SIEHE ANHANG 6666.13 FÜR WEITERE INFORMATIONEN]

Dr. Park

Wir können aufhören, wenn Sie möchten.

"I- Ich glaube, das ist das Beste. Es tut mir leid, es ist einfach … Es ist einfach unverzeihlich."

Hält inne

"Oh, Iýa. Was haben wir dir angetan?"

Die Befragung endet.

Anhang 6666.4

SCP-073-Befragung

Das Folgende ist eine Befragung von SCP-073. Die Befragung wurde von Sophia Light, Direktorin des Westlichen SCPF-Regionalkommandos, durchgeführt.

SCP-073

Direktorin Light, was für eine Überraschung. Dabei hatte ich gedacht, Sie hätten keine Zeit mehr für eine kleine Klasse 3 wie mich.

Dir. Light

Original-Archivfoto von SCP-073

Frecher Kain – aber bitte, nennen Sie mich Sophia. Direktor Light war mein Vater.

SCP-073

Also gut, Sophia. Das ist eine ungewöhnliche Situation für uns beide. Was ist der Anlass?

Dir. Light

Ist Ihnen Projekt PARAGON ein Begriff?

SCP-073

Oh, nur das, was man mir erzählt, was wenig ist, in diesem Fall. Streng geheim. So viele Geheimnisse, die ihr mir anvertraut habt, aber manche wollt ihr immer noch vergraben.

Dir. Light

Ja, Sie kennen das ja. Jedenfalls beobachten wir seit einigen Jahren einige merkwürdige Aktivitäten, die sich nun verstärkt haben, und ich hoffe, Sie können mir einige Fragen dazu beantworten.

SCP-073

Hmmm. Wissen Sie, mir kommt da gerade ein Gedanke – bei der Menge an "anomalen Aktivitäten", mit denen Sie tagtäglich zu tun haben, würde sich das nach einer Weile nicht einfach wie … Aktivität anfühlen?

Dir. Light

Das können Sie sich nicht vorstellen.

SCP-073

Vielleicht nicht. Ich werde mich jedoch bemühen, Ihre Fragen so gut wie möglich zu beantworten, obwohl ich befürchte, welche Fragen Sie möglicherweise haben werden, wenn Sie gezwungen sind, sich zur Klärung an mich zu wenden.

Dir. Light

Ich muss wissen, was Sie über die Kinder der Nacht wissen.

Stille

SCP-073

Die Kinder … der Nacht. Ich habe diesen Namen seit langer, langer Zeit nicht mehr gehört. (Hält inne) Das ist ein altes Geheimnis, Sophia. Wie sind Sie darüber gestolpert?

Dir. Light

Die wenigen, die noch existieren, sind schon lange klassifiziert. Ein kurzes Video eines solchen Exemplars, das in den Vereinigten Staaten gesichtet wurde, fasziniert Hobby-Kryptozoologen, und obwohl sie in unseren Aufzeichnungen erfasst sind, konnten sie bisher nicht gefangen werden. Ihre Motive und ihre Herkunft bleiben uns ein Rätsel – es ist, als wäre ihre gesamte Geschichte verschluckt worden.

SCP-073

Ja …, ja, das war wahrscheinlich der Sinn der Sache.

Dir. Light

Bitte fahren Sie fort.

SCP-073

Wo soll ich anfangen? Die Kinder der Nacht – um es gleich vorweg zu sagen: Ich selbst bin ihnen nie begegnet. Sie kamen nur einmal, vor langer Zeit, auf meine Seite der Welt, aber ich war damals … anderweitig beschäftigt. Sie kamen im Auftrag ihrer Herren und suchten jemanden, der eine schreckliche Sünde begangen hatte. Die erste Sünde, um genau zu sein.

Dir. Light

Hat das mit der Entität namens "Asem" zu tun?

SCP-073

Direktorin Light. Sie wissen mehr, als Sie zugeben.

Dir. Light

Das tue ich für gewöhnlich. Fahren Sie fort.

SCP-073

Ja. Adam el Asem … war mein Vater und Lilith unsere Mutter. Asem war der erste Mensch, also sind wir technisch gesehen alle seine Kinder, aber meine Brüder und ich kamen zuerst. Ich war der älteste und dann Abel und dann unser jüngster … (Hält inne) Es tut mir leid, es ist lange her. Die Sünde, die Asem beging, ja, er nahm etwas von einem Ort, an den er nicht hätte gehen sollen, und als Reaktion darauf kamen die Kinder der Nacht über das Meer, um ihn dafür seiner gerechten Strafe zuzuführen.

Dir. Light

Was ist mit ihm passiert?

SCP-073

Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Asem hat einen Stern aus dem Himmel gezogen und ihn auf seine eiserne Krone gesetzt, und was danach geschah … Meine Familie war danach nicht mehr dieselbe. Ich wurde vertrieben, Abel wurde getötet und unser jüngster Bruder verschwand. Sein Königreich war verlassen, außer Asem, und alles, was ich jemals gehört habe, war, dass die Kinder der Nacht wegen ihm kamen, und als sie gingen, war er fort.

Dir. Light

Warum werden sie Kinder der Nacht genannt?

SCP-073

Antike Ruinen von SCP-4840

Als Gegensatz zu uns, nehme ich an. Wir, die Menschheit als Ganzes, wurden unter der strahlenden Sonne meines Vaters geboren. Damals waren wir anders – leuchtende Wesen, noch immer erstrahlend in diesem herrlichen Licht. Wir sind … ein wenig geschwächt, seit wir uns von ihm getrennt haben, (deutet über seinen Körper) aber wir sind immer noch das, was wir damals waren, auch wenn wir, als Ganzes, nicht mehr das lange Leben genießen wie einst. Wir waren also die Kinder der Sonne.

Die Fliegende Stadt Audapaupadopolis

Audapaupadopolis (SCP-4840) ist laut den von SCP-4840-A gewonnenen Informationen die erste von Menschen auf der Erde erbaute Stadt. Die Radiokohlenstoffdatierung des Komplexes lieferte keine eindeutigen Ergebnisse, doch deuten Indizien darauf hin, dass das Bauwerk tatsächlich älter ist als alle bekannten menschlichen Zivilisationen und möglicherweise auch älter als ein Großteil der bekannten Erdgeschichte.

Laut SCP-4840-A scheint die hierarchische Struktur von Audapaupadopolis ausschließlich um eine einzige Figur zentriert gewesen zu sein – einen männlichen Humanoiden mit absoluter Autorität namens "Asem" oder "Adam el Asem". Diese Figur, deren Existenz andernorts nicht bestätigt, aber angedeutet wird, wird in Paralleltexten als "Erster Mensch" oder "Erster König der Menschen" bezeichnet und soll die abrahamitischen Berichte über einen ähnlichen Proto-Menschen inspiriert haben. Was mit diesem Individuum geschah, ist unbekannt, jedoch wird angenommen, dass SCP-4840 kurz nach ihrem Verschwinden in Unordnung geriet. Es ist nicht bekannt, wann dieses Ereignis stattfand.

Sowohl SCP-4840-A als auch SCP-073 bestätigen eine Verwandtschaft mit dieser Entität. SCP-076 hat keinerlei Kenntnis von der Entität bestätigt. Keines der drei Individuen hat Bereitschaft oder Fähigkeit gezeigt, weitere Informationen über diese Entität preiszugeben.

Stille

SCP-073

Was haben Sie gesagt?

Dir. Light

Audapaupadopolis. Sie kennen sie?

SCP-073

Diese Stadt … Ich weiß, Sie dachten vielleicht, es würde mich überraschen zu erfahren, dass Sie sie überhaupt kennen – und das hat es auch –, aber …

Hält inne

SCP-073

Nein, sie waren nicht alle wie wir. Es gab auch andere Wesen, die weitaus größer und schrecklicher waren als ich, aber keines war größer oder erhabener als mein Vater. Unter seinem Schutz blieben unsere Leute und die dortigen Geheimnisse sicher. Als er fort war, verfiel die Stadt, und diese Geheimnisse wurden angreifbar. Einige blieben zurück und arbeiteten eifrig daran, sie zu schützen, und es gab Machenschaften, um ihre Geheimhaltung zu gewährleisten. Doch wenn sie nun wieder ans Licht gekommen sind … ja. Jetzt verstehe ich, warum Sie zu mir gekommen sind.

Dir. Light

Ich bin nicht sicher, ob ich das verstehe.

SCP-073

Sie müssen verstehen: Die Kinder der Nacht sind nicht wie ihr oder ich, oder sogar wie das Feenvolk jenseits des Meeres.

Dir. Light

Was meinen Sie?

SCP-073

Ich weiß nur, was ich gehört habe – wie ich schon sagte, ich war nicht da, als das meiste passierte. Es heißt, als die Kinder der Nacht geboren wurden, besaßen sie die ganze Neugier von Kindern, und als das Sternenlicht ihrer Herren nicht ausreichte, um ihre neugierigen Wünsche zu befriedigen, suchten sie sich dunklere Götter, zu denen sie beten konnten. Diese Götter verlangten ihr Pfund Fleisch im Austausch für die Kräfte, die nötig waren, um die Wünsche der Kinder der Nacht zu erfüllen, und dieses Pfund sollte aus der Geschichte der Menschheit stammen. Wenn sie eine Zivilisation überrennen und in die Erde ziehen würden, würde jede Spur davon verschwinden – und das wäre ihr Lohn.

Dir. Light

Das hatten Sie bereits erwähnt. Wer waren ihre Herren?

SCP-073

Ah … Nun, es waren die Feen, die sie erschufen. Oder besser gesagt, so wurde es für sie gewünscht – so wird mir gesagt. Die Feen verehrten Titania, die Göttin des Sternenlichts und der Wünsche, und als mein Vater … (Hält inne) Mein Vater war … schön und großartig, gewiss, aber eine beiläufige Bitte eines Kindes säte den Samen des Neids in sein Herz, und sein Licht richtete sich auf ein einziges Verlangen, das in der allerersten Sünde endete. Diese Sünde war für die Feen so blasphemisch, dass ihnen keine andere Wahl blieb, als zu reagieren.

Dir. Light

Also haben die Feen sie erschaffen, um Ihren Vater zu töten?

SCP-073

Vielleicht, oder vielleicht, um sich selbst zu schützen. Die Kinder der Sterne sahen das Licht meines Vaters im Osten aufgehen und beteten zu Titania um Erlösung. Ich weiß nicht, wofür sie gebetet haben oder was es sie gekostet hat, aber es dauerte nicht lange, bis Seefahrer begannen, Geschichten von großen Gestalten zu erzählen, die sich jenseits der dunklen Baumgrenze an jenen fernen Ufern zusammengekauert hatten. Schließlich eroberten sie die Welt der Menschen – aber nicht, bevor sie sich auch gegen ihre Herren wandten. Sie sind Zerstörer, und wenn sie in dieser Welt wieder an Macht gewinnen, werden sie nicht ruhen, bis sie uns zurück in die Erde gerissen haben. Man kann sie nicht einfach mit Panzern und Gewehren töten – sie sind eine göttliche Abweichung.

Dir. Light

Was ist mit ihnen passiert?

SCP-073

Haben Sie schon mal vom Tag der Blumen gehört? Vielleicht nicht. Ich war damals weit weg von den Ländern der Menschen, aber alle Blumen auf dem Planeten blühten gleichzeitig, und dann begann der Regen zu fallen. Als sich die Fluten Jahre später gelegt hatten, war kaum noch etwas übrig – und die Kinder der Nacht waren verschwunden.

Dir. Light

Das ist viel auf einmal, aber es sind wertvolle Informationen. Vielen Dank.

SCP-073

Ich wünschte, ich könnte mehr anbieten, aber leider – meine Abwesenheit während eines Großteils dieser alten Menschheitsgeschichte benachteiligt mich hier deutlich.

Dir. Light

Ich verstehe. (Hält inne) Wie alt sind Sie, Kain?

SCP-073

Hah. Sophia, ehrlich, ich kann es Ihnen nicht sagen. Ich habe lange den Überblick verloren. Die Jahre vergehen, und jedes Leben wird zu einem weiteren Tropfen in einem immer größer werdenden Ozean der Erinnerungen. In vergangenen Zeiten habe ich unzählige andere Leben gelebt – unter anderen Namen, an anderen Orten. Es ist unmöglich, das zu sagen.

Dir. Light

Werden Sie für immer weiterleben?

SCP-073

Mein langes Leben ist ein Geschenk meines Vaters, doch es wird nicht ewig währen. Das Beste, was ich erreichen kann, ist, unsere Fehler, so gering sie auch sein mögen, zu korrigieren, bevor auch ich still in die Dunkelheit entschwinde.

Dir. Light

Nun, falls Ihnen noch etwas einfällt, lassen Sie es mich bitte …

SCP-073

Warten Sie.

Dir. Light

Wie bitte?

SCP-073

Das hier … nun gut. Es mag etwas weit hergeholt klingen, aber es gibt womöglich noch jemanden, mit dem Sie sprechen können.

Dir. Light

Wer?

SCP-073

Es gab da diesen alten Zauberer, der dem uralten daevitischen Haus Malidraug diente. Ich nehme an, wenn ihr Audapaupadopolis gefunden habt, habt ihr zweifellos einige Wahrheiten über die alten Reiche der Sterblichen aufgedeckt.

Dir. Light

Das haben wir.

SCP-073

Gut. Methusalem war der Name dieses Zauberers. Lernte von einer sterbenden Daeva-Königin, sein Leben mithilfe von Blutmagie zu verlängern. Seitdem treibt er sich in der Geschichte herum – immer wieder taucht er an Machtzentren oder in deren Nähe auf. Ich weiß nicht, ob er jemals im Hause Apollyon willkommen war, wo die wahren Geheimnisse jener Zeit besprochen wurden, aber ich zweifle keine Sekunde daran, dass er versucht hätte, sich dort aufzuhalten und seine Waren feilzubieten. Er leidet unter … Größenwahn, aber er ist durchaus zu wahrer Magie fähig.

Dir. Light

Wo könnte diese Person Ihrer Meinung nach sein?

SCP-073

Ich bin mir nicht sicher … Er wäre jetzt sehr alt. Hunderttausende von Jahren, gewiss. Ich bin mir nicht sicher, welchen Einfluss das auf seinen Geist gehabt hätte, aber … er wäre dort gewesen. Er könnte mehr über eure Kinder der Nacht wissen.

Dir. Light

Ich verstehe. (Hält inne). Kain. Ihr Gedächtnis ist fotografisch, nicht wahr?

SCP-073

Das ist es.

Dir. Light

Glauben Sie, Sie könnten sich an diesen Methusalem erinnern, wenn Sie sein Gesicht sehen würden?

SCP-073

Natürlich.

Direktorin Light holt ihr mobiles Terminal hervor. Nach einem Moment dreht sie es um, um SCP-073 zu zeigen.

Dir. Light

Ist er das?

SCP-073

Das ist er. Woher haben Sie dieses Bild?

Dir. Light

Wenn Sie es glauben können, aber er befindet sich in einem anderen Bereich dieser Website.

SCP-073

(Lacht) Glück für Sie, Sophia. Ja, ich würde an Ihrer Stelle mit diesem Mann sprechen. Er ist zwar nicht ganz so alt wie ich, aber er hat Dinge miterlebt, die ich nicht miterlebt habe. Seine Einsichten dürften für Sie von unschätzbarem Wert sein.

Dir. Light

Es lohnt sich wahrscheinlich, Sie zu fragen, ob Able das tun würde …

SCP-073

(Hält eine Hand hoch) Ich kann Sie hier unterbrechen. Mein Bruder… mein Bruder hat all die Jahre gelitten. Er ist wütend, wie Sie sicher wissen, und wäre an historischen Fragen völlig uninteressiert, selbst wenn er sie miterlebt hätte. Aber außerdem liegt mein Bruder schon sehr, sehr lange in diesem Sarkophag. Selbst wenn er bereit wäre, Ihnen Einblicke zu gewähren, glaube ich nicht, dass er welche geben könnte.

Dir. Light

Danke, Kain. Das war sehr hilfreich.

SCP-073

Denken Sie sich nichts dabei. Obwohl …

Dir. Light

Ja?

SCP-073

Wenn es nicht zu viel verlangt ist, nachzufragen, haben Sie in Audapaupadopolis vielleicht einen … einen Mann gefunden. Vielleicht nur einen Mann, oder sogar … oder gar seine Überreste. Wenn Sie … Wenn Sie diesen Mann gefunden haben, könnten Sie mir vielleicht Bescheid geben? Ich … Da waren ich und Abel, aber unser jüngster Bruder … Es ist einfach schon so lange her, und ich frage mich immer wieder, ob ich …

Dir. Light

Es tut mir leid, Kain. Sie wissen, dass ich das nicht tun könnte. Auch wenn ich es wollte.

SCP-073

Ah, ja. Natürlich, I– Ich verstehe. (Hält inne) Ich hätte mich so gern bei ihm … Ich hätte mich gern bei ihm entschuldigt, meinem kleinen Bruder. Ach. Aber wir alle haben etwas zu bedauern, nicht wahr?

Anhang 6666.5

Winston J. Connington, Esq.

Auszug aus dem Tagebuch von Winston J. Connington

Das Folgende ist ein Auszug aus dem Tagebuch von Winston J. Connington, einem englischen Pararchäologen und Okkultisten des 18. Jahrhunderts, der eine Reihe von Objekten und Schriften mit Bezug zu Ereignissen oder Personen aus den antediluvianischen Ereignissen in einer als "Connington-Sammlung“ bezeichneten Kollektion zusammenstellte. Zusätzliche Auszüge aus diesem Dokument finden sich in in Anhang 4812.1.

Die Connington-Sammlung

Sir Winston J. Connington wurde 1752 als Sohn von Horace Connington und Elizabeth Browley-Herriman geboren. Schon in jungen Jahren zeigte Connington Interesse an Geologie und Archäologie, was ihn schließlich dazu bewog, 1769 dem Royal Consortium of Geological Study9 an der Universität Oxford beizutreten. Dort lernte er den Ehrenwerten Lord Earl Skitter kennen, ein Mitglied der Oxford Morgrave Society, der Conningtons Suche nach antiken und okkulten Artefakten finanziell unterstützte.

Durch diese Bemühungen gelang Connington sein erster bedeutender Durchbruch: die Entdeckung einer vulkanischen Spalte in den österreichischen Alpen, die SCP-4812-E, den Vinuvinex, enthielt. Dieser wurde später als eine der "Drei Lästerungen" identifiziert, die in antediluvianischen Texten beschrieben werden. Eben diese Entdeckung veranlasste Connington und Lord Skitter dazu, eine beträchtliche Summe in eine archäologische Expedition zu einer Fundstätte in der heutigen Ukraine zu investieren, wo zahlreiche Artefakte geborgen wurden. Die von dieser Expedition zusammengetragenen Objekte wurden schließlich zu einer Kollektion mit der Bezeichnung Connington-Sammlung zusammengefasst, die nach Conningtons Tod durch Lungenentzündung im Jahr 1797 in den Besitz verschiedener anderer wohlhabender Sammler und Okkultisten gelangte.

Im Jahr 1936 gelangte die Sammlung schließlich in den Nachlass des niederländischen Kunstsammlers Markus de Wees. Nach de Wees’ Tod im Jahr 1948 wurde die Sammlung in drei kleinere Konvolute aufgeteilt: Eins davon wurde 1950 an Amscott Carter verkauft, ein weiteres war Teil einer historischen Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, bevor es später entfernt und an einen namentlich nicht genannten Privatsammler veräußert wurde, das dritte wurde versteigert und an eine Foundation-Abrechnungsstelle verkauft. Ein Teil der Sammlung, der an Amscott Carter verkauft worden war, wurde von der Foundation mit Unterstützung von Carters Geschäftspartner geborgen. Der dritte Teil der Sammlung ist jedoch seit seinem Verkauf im Jahr 1951 nicht wieder aufgetaucht.

Im Zuge meiner eingehenden Nachforschungen über jene uralten, längst vergessenen Stätten unserer Geschichte bin ich auf etliche Hinweise auf ein altes Reich der Menschen gestoßen – ein Reich, das lange vor den Königreichen Europas oder der Araber existierte und womöglich sogar älter war als Noah und die Große Flut selbst. Viele dieser habe ich an anderer Stelle festgehalten, doch am schwersten zu fassen ist womöglich ein Gleichnis, das von jemandem verfasst wurde, der sich selbst "Gom von Nod" nannte. Ich glaube, es schildert Ereignisse, die sich gegen Ende der Herrschaft jener uralten Himmelskönige zutrugen. An anderer Stelle meiner Aufzeichnungen bin ich bereits auf die Geschichten der vier Ritter des Hauses Apollyon eingegangen, doch ihr Ursprung blieb mir stets verborgen.

Und doch! Nun bin ich in den Besitz eines in Salz konservierten Pergamentstücks gelangt, das mir Sultan Mustafa III. vom Osmanischen Reich überlassen hat. Der Text, den er als unleserlich bezeichnete, ist in derselben groben Chiffre verfasst wie andere Fragmente, die ich in ähnlichen alten Schriften entdeckt habe. Die Worte auf dieser Seite sind im Laufe der Jahre verblasst, doch mit der Hilfe meines Dieners Gerhard glaube ich, sie hier getreu übertragen zu haben – es ist die einzige auf Erden verbliebene Wiedergabe der Parabel des Gom von Nod.

Die Worte des Gom, Sohnes des Nod. So spreche ich von diesen Geschichten aus der alten Welt.

Einst gab es einen Krieger, stattlich und stark, mit grünen Augen und rotbraunem Haar. Sein Lachen glich rollenden Wogen und sein Zorn einem Donnerschlag. Weithin war er beliebt, und wer ihn erblickte, bestaunte seine Kunstfertigkeit und sprach: "Wahrlich, dies ist der, der von Asem abstammt, jenem, der in längst vergangenen Zeiten lebte."

Über alle anderen war er geliebt, doch am meisten von seinem König, dem Herrn der Heerscharen und Gebieter der Himmel. In der Stunde größter Not rief der König den Krieger und dessen Macht herbei, und der Krieger antwortete mit dem Schwert oder [TEXT BESCHÄDIGT], bis die Feinde des Königs zu Staub zerfallen waren oder sein [TEXT BESCHÄDIGT]. Als Lohn für seine Dienste bot der König seinem Recken einen einzigen Wunsch an und sprach:

"Für dich, Sieger aller Sieger, sei meine Stimme klar: Himmel und Erde sind keine Grenze, noch sind Leben und Tod eine Schranke. Was auch immer du begehrst – es wird dein sein.“

Und der Krieger sprach:

„Herr der Heerscharen, Geliebter unter den Herrschern – ich bitte einzig darum, Euch dienen zu dürfen: Euch zu dienen von diesem Tag an bis zu den letzten Tagen der Menschen und Euch mein Herz vorbehaltlos zu schenken, auf dass Ihr es in Eurer Gegenwart bewahrt, bis die Sonne erlischt.“

Und der König sprach:

"So soll es für immer sein – du wirst mir dienen, du treuester und edelster aller Ritter. Dein Speer soll mein Speer sein, und deine Stimme soll meine Stimme sein. Dein Herz wird auf ewig mir gehören, und wenn dein Dienst geendet hat, wirst du an meiner Seite in den Hallen meiner Väter ruhen."

Da diente jener große Krieger seinem König durch [TEXT BESCHÄDIGT]

Da begab es sich, dass der König, obgleich er alt geworden war, eine letzte Eroberung jenseits des Meeres ins Auge fasste. Nach [TEXT BESCHÄDIGT]

[TEXT BESCHÄDIGT]

… befiel jene Ritter des Königs ein Siechtum, und eine Lästerung wurde in sie hineingelegt. Von Wahnsinn und Qual getrieben, riefen sie einer nach dem anderen dunkle und gestürzte Götter an, um Linderung ihrer Not zu finden, und einer nach dem anderen erlagen sie dem Bösen, das in sie gefahren war.

Alle – bis auf den großen Recken. Er hatte sein Herz seinem König verschrieben, und obgleich sein König nun im tiefsten Schlamm des Meeres ruhte, wankte seine Treue nicht. Missgestaltet und verändert trat er vor den Sohn des Königs und rief ihm zu:

"Mein Gebieter, mein Gebieter! Rettet mich bitte. Habt Erbarmen mit meiner Lage – im Gedenken an die Dienste, die ich Eurem Vater und Eurem Haus all die Jahre über freiwillig geleistet habe. Befreit mich von dieser Bosheit, auf dass ich Euch erneut dienen kann."

Und da sagte der letzte Sohn des Königs:

"Ritter, treu hast du meinem Haus gedient, doch diese Abscheulichkeit, zu der du geworden bist, entehrt die edlen Hallen meines Vaters. Solange dieses Übel von dir Besitz ergriffen hat, darfst du weder an diesem heiligen Ort verweilen, noch darfst du dich einen Krieger meines Hauses nennen. Wendet euch ab von dem bösen Gott unseres Feindes und findet die dunkle Wurzel, aus der dieser Schrecken sprießt. Schlagt sie nieder, seht, wie ihre unheilvollen Hirten vor euch in die Flucht geschlagen werden, und erliegt nicht diesen abscheulichen Wandlungen. Tu dies, und die Hallen meines Hauses werden sich dir wieder öffnen. Wenn in deinem elenden Herzen noch Treue zu meinem Vater wohnt, so verliere keine Zeit – geh und suche dein Heil in den schwarzen Wäldern jenseits des Meeres, wo mein Vater unser Verderben besiegelte, denn uns bleibt kein anderes Heil, als diesen Schrecken Titania aus jenem Boden zu tilgen – tu dies und erlange deine Ehre zurück."

Fluchend und über dieses Unglück klagend, floh der Krieger aus jenen hohen Hallen wie ein sich windendes Tier, ein Orkan aus Qual und Schrecken, und das Volk des Reiches seines Herrn weinte und knirschte mit den Zähnen, als es sah, was aus jenem geworden war, der einst an der Seite seines Königs gestanden hatte. Der Krieger verschwand sodann aus dem Blickfeld und Gedächtnis, und sein Name wurde in jenem alten Land nie wieder ausgesprochen. Als der Sohn des Königs durch die Waffe seines Feindes zu Fall gebracht wurde und in die Finsternis stürzte, seine Krone verloren, verfluchte er seinen Widersacher und die Ritter seines Vaters, doch seine bitterste Schmähung sparte er sich für jenen großen Recken seines Hauses auf sowie für die Finsternis, die er [TEXT BESCHÄDIGT]

Anhang 6666.6

Bild aus einer Videoaufnahme der ferngesteuerten Drohne "Hero"

Bild aus einer Videoaufnahme der ferngesteuerten Drohne Champion

Fernaufklärungsprotokoll

Das Folgende ist das Videoprotokoll eines unbemannten Erkundungsversuchs der Höhle unterhalb von SCP-6666. Bei der betreffenden Drohne handelte es sich um einen von der Foundation bereitgestellten 4,5 kg schweren Mk.-VII-Oktokopter mit dem Codenamen "Hero". Sie verfügte über eine Akkulaufzeit von acht Stunden und konnte in einer Entfernung von bis zu 23 km operieren. Hero war in der Lage, außerhalb der Reichweite der Fernsteuerung autonom zu agieren, wofür ein modifiziertes künstlichintelligentes Rekruten-Modul (Artificial Intelligence Consript, AIC) mit dem Codenamen "Valor" zum Einsatz kam. Das Valor-Modul gilt zwar nicht als empfindungsfähig, ist jedoch zu grundlegender Problemlösung und Krisenbewältigung sowie zur Ausführung komplexerer Missionsziele fähig.

Die Hero-Drohne war zudem mit einem kleinen ferngesteuerten Quadrocopter mit dem Codenamen "Champion" ausgestattet, der für den Einsatz in Bereichen gedacht war, die für Hero aufgrund seiner beträchtlichen Größe unzugänglich waren.

Projekt PARAGON

Südamerikanischer Vorgeschobener Einsatzstandort

Protokoll der Flugaufklärung

Die Mk.-VII-Drohne "Hero" ruht vor dem Start auf der Aussichtsplattform des Delta-Turms. Ingenieure führen vor Missionsbeginn eine Überprüfung von Hero durch. Nach kurzer Zeit erhält Hero grünes Licht und hebt von der Plattform ab. Hero schwenkt nach Norden und nähert sich SCP-6666.

Während die Sensoren von Hero vollständig hochfahren, ist SCP-6666 in der Bildmitte sichtbar. Als sich Hero SCP-6666 nähert, schaltet sich ein am Rumpf montierter Flutlichtstrahler ein. Hero setzt die Annäherung fort, bis SCP-6666 das gesamte Sichtfeld ausfüllt, und beginnt dann, leicht aufzusteigen. Über das Dröhnen von Heros Rotoren hinweg ist das ferne Geräusch von SCP-6666-A zu hören, wie es wild um sich schlägt und brüllt.

Nach 20 Minuten erscheint SCP-6666-A im Bildausschnitt. Die Entität sitzt fest und ist zur Hälfte in das Fleisch von SCP-6666 eingesunken. Wie schon bei allen vorangegangenen Erkundungsmissionen ignoriert SCP-6666-A die Drohne vollständig; die Entität scheint sich einzig und allein darauf zu konzentrieren, sich aus SCP-6666 zu befreien. Dichte Wolken grünen Rauchs strömen aus SCP-6666 hervor und verursachen Verbrennungen sowie Blasenbildung auf der Haut von SCP-6666-A. Die Entität scheint unter immensen Schmerzen zu leiden und greift SCP-6666 weiterhin mit dem langen Metallspeer an, der an ihrem obersten rechten Arm befestigt ist.

Nach dreißigminütiger Beobachtung beginnt Hero, von SCP-6666-A und SCP-6666 herabzusinken. Die Kamera schwenkt nach unten, um den Boden zu erfassen, der weit außerhalb der Reichweite der Scheinwerfer des Beobachtungsturms liegt und in völlige Dunkelheit getaucht ist. Die an Hero montierten Nachtsichtkameras liefern keine eindeutigen Aufnahmen. Während des weiteren Abstiegs schaltet Hero mehrere weitere am Rumpf angebrachte Scheinwerfer ein. Nach Erreichen der vorgesehenen Höhe dreht Hero nach Osten in Richtung der nächstgelegenen Höhlenwand und setzt den Weg fort.

Nach weiteren 21 Flugminuten gerät Hero außer Reichweite seiner Steuerung, und das Valor-Modul übernimmt die Kontrolle über das Fluggerät. Kurz darauf kommt die Nordwand der Höhle in Sicht. Die Oberfläche besteht größtenteils aus Gestein und Erde, wobei große, sich windende Wurzeln von SCP-6666 beträchtliche Teile der Wand bedecken. Ein Großteil der Wand wird durch den von SCP-6666 ausgehenden grünen Dunst verdeckt, doch während sich Hero nähert, wird der Rauch fortgeweht und Bauwerke werden in der Dunkelheit sichtbar.

Direkt vor Hero befindet sich ein großes, stark verfallenes Bauwerk aus Stein. Schutt und Trümmer bedecken den Boden um das Hauptgebäude herum, und in geringer Entfernung liegen zwei große, zylindrische Steinruinen, bei welchen es sich vermutlich einst um Türme handelte. Die Anordnung der Trümmer und der Zustand des Bauwerks lassen darauf schließen, dass das gesamte Gebäude irgendwann in der Vergangenheit eine beträchtliche Strecke in die Tiefe gestürzt ist und schließlich zum Liegen kam – allerdings nicht mit einer solchen Wucht, dass die Steinmauern selbst dabei völlig zertrümmert worden wären. Hero wendet sich der Mitte der Höhle zu, und während sich der Rauch in der unmittelbaren Umgebung zu verziehen beginnt, werden weitere Bauwerke sichtbar.

Die Ruinen in der Umgebung von Hero bilden eine ungewöhnliche Mischung aus Gebäuden, Monumenten, Ausrüstungsgegenständen und anderen Objekten, deren Ursprung sich nicht eindeutig bestimmen lässt. Zu sehen sind die Ruinen eines großen steinernen Sakralbaus, dessen Außenwände ungewöhnliche Symbole aufweisen, sowie lange hölzerne Reihenhäuser mit Strohdächern und seltsame fleischige Membranen, die straff über große bogenförmige Stützen, die wie Knochen wirken, gespannt sind. Der Boden ist übersät mit verstreuten Werkzeugen, Kochgeschirr, Karren, Waffen und Schriftstücken. Eine leichte Brise kommt auf, und viele der am Boden liegenden Gegenstände beginnen, den felsigen Abhang hinab zum Grund der Höhle zu rutschen.

Hero gewinnt etwas an Höhe und folgt dem felsigen Hang weiter nach unten. Darunter werden zerstörte und eingestürzte Häuser sichtbar, ebenso wie ein schlichtes Lagerhaus und eine verfallene Getreidemühle. Trotz des offensichtlichen Alters eines Großteils der Architektur befinden sich die Ruinen in ungewöhnlich gutem Zustand. Hero senkt sich weit genug ab, um ein Bild eines aufgerollten Lederstücks aufzunehmen, auf dessen Außenseite Worte mit schwarzer Tinte stehen – der Text ist eindeutig nicht verblasst.

Die Drohne schwenkt nach Osten und folgt dem Hang weiter hinab in Richtung eines freieren Geländebereichs. Die Infrarotkamera von Hero wird aktiviert und richtet sich auf die Höhlenwand Dabei wird deutlich, dass die gesamte Wand und der Hang der Höhle so weit das Auge reicht mit Zehntausenden von Gebäuden bedeckt sind. Viele dieser Bauwerke, darunter eine nahegelegene große Steinstatue eines kopflosen Hirsches, sind mit den Wurzeln von SCP-6666 verwachsen und werden dem Anschein nach langsam in die Erde selbst hineingezogen.

Während Hero über zahlreiche andere Gebäude hinwegfliegt, passiert er ein eingestürztes Haus, woraufhin der Alarm zur Identifizierung von Lebensformen ausgelöst wird. Valor steuert Hero näher an das Haus heran und landet. Anschließend startet er den leichten Aufklärungs-Quadkopter Champion, um das Areal genauer zu untersuchen. Champion verlässt Hero, fliegt in das eingestürzte Haus und weicht dabei vorsichtig den herabgestürzten Trümmern aus. Als Champion die Rückseite des Gebäudes erreicht, die Hero durch ein teilweise eingestürztes Dach sehen konnte, erblickt es den stark abgemagerten Körper einer kleinen humanoiden Gestalt. Die Gestalt ist zur Fötushaltung zusammengekauert, ihr Gesicht liegt in ihrer Hand, und ihr ganzer Körper ist der Ecke zugewandt. Champion führt thermische und elektrochemische Scans an der Gestalt durch, die lediglich ein dünnes Stoffkleid trägt, und stellt fest, dass sie zweifelsfrei tot ist und keinerlei Lebenszeichen aufweist. Champion verschafft sich einen kurzen Überblick über den Rest des zerstörten Gebäudes und verlässt es anschließend durch das offene Dach.

Anstatt zu Hero zurückzukehren, fliegt Champion in mehrere andere Gebäude in der Nähe, um deren Inneres zu untersuchen. In einem Gebäude, das einst als Stall für Zugtiere gedient zu haben scheint, entdeckt Champion die ebenfalls abgemagerten Kadaver mehrerer Pferde, von denen viele großflächige Stichwunden aufweisen. Die Gesichter der Tiere – durch den Zustand ihrer Körper deformiert – sind unverkennbar zu einer Miene der Angst oder Panik verzerrt. An der Rückseite des Bauwerks befindet sich der Körper eines einzelnen Hundes. Seine Krallen und Pfoten sind bis fast auf den Knochen abgewetzt, und an der Holzverkleidung der hinteren Tür des Bauwerks finden sich Spuren der Verzweiflung.

Champion verlässt das Bauwerk und schließt sich wieder Hero an. Hero startet erneut und wendet sich nach Westen, weg von der Felswand der Höhle und in Richtung von SCP-6666, wobei die Lichter der Beobachtungstürme fast vollständig von der Wolke verdeckt werden, die sich über und um Hero befindet. Die Drohne folgt dem Hang der Höhle nach unten und passiert dabei zahlreiche einzelne Ruinen, bis sie auf eine scharfe Linie in den architektonischen Trümmern stößt, an der die Ruinen abrupt enden. Der felsige Hang setzt sich nach unten fort, doch durch den Smog sind keine weiteren Bauwerke zu erkennen. Hero setzt den Anflug fort, bis erneut der Alarm für die Identifizierung einer Lebensform ausgelöst wird.

Heros Hauptkamera richtet sich auf eine größere humanoide Gestalt, die ausgestreckt auf dem felsigen Boden unter ihr liegt. Auch diese Gestalt ist bis auf die Knochen abgemagert und scheint den Hang hinaufgekrochen zu sein, als sie starb. Während Hero über die Gestalt gleitet und der Smog durch die Rotoren weiter verweht wird, ertönen weitere Alarmsignale, da Valor zusätzliche Lebensformen registriert. Heros Hauptkamera schwenkt umher und erfasst Dutzende weiterer, ähnlich gearteter humanoider Gestalten. Sie liegen regungslos mit dem Gesicht nach unten am Hang, scheinen jedoch alle versucht zu haben, ihn hinaufzukriechen. Als sich Hero weiter den Hang hinab über die zusätzlichen Leichen bewegt, offenbart sich das ganze Ausmaß der dort liegenden Körper.

Während die von Valor durchgeführte Zählung an Bord durch die extrem schlechten Lichtverhältnisse und dichten Nebel erschwert wird, beobachtet Hero viele Hunderttausende abgemagerter humanoider Leichen, die alle von etwas am Fuß des Hangs weggekrochen zu sein scheinen. Die Leichen variieren in ihrer Größe von offensichtlichen Kindern bis hin zu ausgewachsenen Erwachsenen und weisen eine Mischung aus männlichen und weiblichen Merkmalen auf. Zudem finden sich darunter einige Tiere sowie andere, nicht eindeutig zuordenbare Lebensformen, die sowohl humanoide als auch tierische Eigenschaften besitzen

Während Hero weiterhin die Leichen auf dem langen kahlen Hang zählt, löst sich Champion von seiner Trägerdrohne und nähert sich den Gestalten. Aus der Nähe offenbart sich der Zustand der Körper: Jeder ist von einer feinen Schicht hellgrüner Rückstände aus der Wolke bedeckt, und alle weisen Anzeichen dafür auf, dass sie vor etwas hinter ihnen weggekrochen oder weggelaufen sind. Dabei fügten sie offenbar jenen um sie herum Verletzungen in dem verzweifelten Versuch zu, zu entkommen. Alle sichtbaren Gesichter zeigen Anzeichen von Schock und Panik, während viele in Fötushaltung am Boden liegen und ihre Gesichter mit den Händen bedecken.

Champion kehrt zu Hero zurück, der in einem Gebiet von etwa 0,87 km² rund 283.824 Leichen gezählt hat. Während Hero den Hang hinabgleitet, nimmt die Leichendichte zu, bis die Drohne den Höhlenboden erreicht. Dort beginnen Anzahl und Dichte der Körper abzunehmen. Hero bewegt sich weiter auf die Mitte der Höhle zu, wird jedoch durch einen Näherungsalarm gestoppt. Sämtliche externen Flutlichter richten sich nach vorn aus, wo sich etwa 14 Meter vor der Drohne eine Reihe hoch aufragender, dunkler Bäume befindet, die hundert Meter hoch sind und sich von Hero aus in beide Richtungen erstrecken. Die untere Baumschicht, obwohl die Bäume kleiner und schlanker sind als die größeren Exemplare, bildet eine dichte und scheinbar undurchdringliche Pflanzenschicht, in die Hero nicht eindringen kann.

Champion startet erneut von Heros Rücken aus, steigt leicht auf und dringt vorsichtig in den Wald ein. Obwohl Champion mit leistungsstarken Scheinwerfern ausgestattet ist, wird deren Nutzen durch die extrem dichten Bäume stark eingeschränkt. Während Champion weiter in den Wald vordringt, landet Hero außerhalb der Baumgrenze, um den Akkustand zu schonen, der auf 62 % gesunken ist. Da jeder Wert unter 55 % eine sofortige Rückkehr zur Basis erforderlich machen würde, passt Valor den Missionsplan so an, dass die Rückkehr zum Delta-Turm unmittelbar nach Abschluss von Champions Aufklärungsmission erfolgt.

Nachdem sich Champion drei Minuten lang durch den dichten Wald bewegt hat, meldet die Drohne einen Instrumentenfehler. Obwohl sie keine ungewöhnlichen Kurskorrekturen vorgenommen hat, glaubt sie nun, auf dem Rücken zu fliegen und sich mit hoher Geschwindigkeit seitwärts nach Süden zu bewegen. Die Drohne versucht, ihre Längsneigung zu korrigieren, prallt jedoch gegen einen Baum und stürzt ab. Ein lautes, hohes Jaulen ist zu hören, dann kommt Champion zum Stillstand. Obwohl die Instrumente weiterhin funktionieren, wird die Hauptkamera beim Aufprall zerstört. Champion beginnt, sein Bergungssignal auszusenden, das vom Bordmikrofon von Hero abgefangen wird. In den folgenden fünf Minuten sammelt Hero weiterhin Daten, während Champions Bergungssignal ununterbrochen ertönt.

Fünf Minuten und sechzehn Sekunden nach dem Aufprall auf dem Boden beginnt der Bergungston von Champion immer schwächer zu werden, als würde er sich von Hero entfernen. Die Bordsensoren der Drohne melden jedoch keinerlei Bewegung. Dieser Zustand hält weitere acht Minuten und siebenundvierzig Sekunden an, woraufhin der Bergungston von Champion für Hero nicht mehr wahrnehmbar ist.

Hero wartet die festgelegten dreißig Minuten für Champions Bergung ab. Nach Ablauf dieser Zeit – Champion übermittelt zu diesem Zeitpunkt nur noch Telemetriedaten – beginnt Hero erneut den Aufstieg zum Delta-Turm. Während Hero auf mehr als 6 km Höhe steigt, verlässt es die Reichweite von Champions Datenübertragung, und der Quadrocopter wird nicht mehr geortet. Eine Stunde und neun Minuten später, nach zwei kurzen Zwischenstopps zur Erfassung weiterer Telemetriedaten, landet Hero auf der Plattform des Delta-Turms.

Anhang 6666.7

PARAGON: Protokoll des Leitungstreffens II

Das Folgende ist ein Auszug aus einer aufgezeichneten Besprechung der Projekt-PARAGON-Leitung, die am 2. Mai 2019 stattfand.

Transkript der internen Audioaufzeichnung

Anwesend

  • PARAGON-Direktorin Shannon Lancaster
  • Foundation-Technologie-Direktor Kain Pathos Crow
  • Abt. für Antediluvianische Forschung, Direktor Coryn Malthus
  • SCP-6666-Forschungsleiter Dr. Osmon Iles
  • Hēt-1 Commander Cecilia Aestrei

Per Fernzugriff anwesend

  • Toby Mills – PARAGON-Verwaltung
  • Rodney Gutierrez – PARAGON-Verwaltung
  • Corey Peters – PARAGON-Verwaltung
  • Josef Wahl – PARAGON-Verwaltung
  • Lindsey Frazier – PARAGON-Verwaltung
  • Hiroko Ledoux – PARAGON-Finanzen
  • Janice Mendez – PARAGON-Finanzen
  • Earl Mccarthy – PARAGON-Logistik
  • Zhao Qingzhao – PARAGON-Wissenschaft
  • Dr. Brent Grant – PARAGON-Wissenschaft
  • Dominga Rainey – PARAGON-Forschung
  • Len Rosser – PARAGON-Forschung
  • Dr. Megan Wiles – Verwaltung des Regionalen Kommandos West
  • Dr. Jean Van Blank – Verwaltung des Regionalen Kommandos West
  • Ilene Torre – Verwaltung des Regionalen Kommandos West
  • Asst. Director Xu Xiaoling – Technologie
  • Dr. Cameron St. Pierre – Ethik-Komitee-Kontakt
  • Dr. Loman Hall – Ethik-Komitee
  • Dr. Jin Zhen – Ethik-Komitee
  • Dr. Patricia Dane – Ethik-Komitee
  • Dr. Sam Olawe – Ethik-Komitee
  • Dr. John German – Ethik-Komitee
  • Dir. Karlyle Aktus – Klassifikationskomitee
  • Quinton Paige – Aufsichtsrat-Kontakt
  • O5-1
  • O5-3
  • O5-12

Dir. Lancaster

Abt. für Antediluvianische Forschung, Direktor Coryn Malthus

Guten Morgen allerseits, vielen Dank, dass Sie den weiten Weg hierher auf sich genommen haben. Dr. Crow, danke, dass Sie angereist sind.

Dir. Pathos Crow

Natürlich, ich weiß die Einladung zu schätzen.

Dir. Lancaster

Nun gut, Dr. Malthus, ich überlasse Ihnen das Wort.

Dir. Malthus

Vielen Dank, Direktorin Lancaster, und vielen Dank an Sie alle, meine Damen und Herren sowie die geschätzten Mitglieder von Projekt PARAGON und der übrigen Belegschaft der Foundation, dass Sie heute hier sind. Falls Sie mich noch nicht kennen: Mein Name ist Coryn Malthus, und ich leite die jüngste älteste Abteilung der Foundation (pausiert, während gelacht wird) – die Abteilung für antediluvianische Forschung. Wir sind Historiker, Sammler von Informationen, die längst unter dem Sand der Zeit begraben liegen, und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, so viel wie möglich von dieser Geschichte zu katalogisieren und zu identifizieren, ehe sie unwiederbringlich verloren geht.

Direktor Malthus deutet auf die Projektionsleinwand, auf der eine Liste von Daten zu sehen ist.

Dir. Malthus

Entgegen dem, was man Ihnen vielleicht beigebracht hat, ist heute bekannt, dass die Geschichte des modernen Menschen zwar erst vor rund dreihunderttausend Jahren begann, die eigentliche Geschichte unserer Herkunft jedoch viele, viele Hunderttausende von Jahren weiter zurückreicht – wenn nicht noch weiter. Was sich vor dreihunderttausend Jahren ereignete, war eine große Wanderung unserer Vorfahren aus Afrika und dem Fruchtbaren Halbmond, wo sie sich nach dem Rückgang des Flutwassers niedergelassen hatten.

Dir. Malthus

Flutwasser?, fragen Sie sich womöglich gerade, hat er Flutwasser gesagt? Wie viele von Ihnen inzwischen sicher schon mitbekommen haben, bezieht sich der Bestandteil "diluvianisch" im Wort "antediluvianisch" tatsächlich auf die Große Flut – eine weltweite, außergewöhnliche Naturkatastrophe, die sich vermutlich irgendwann vor vier- bis fünfhunderttausend Jahren ereignete, die damaligen Gesellschaften vernichtete und die natürliche Rangordnung der Vorherrschaft auf diesem Planeten massiv erschütterte. Die meisten Zeugnisse jener Orte, Ereignisse und Personen, die wir im Rahmen von AfAF untersuchen, gingen während dieses Ereignisses verloren. Ein Ereignis, das Schätzungen zufolge ein Jahrhundert oder länger andauerte. Wer nicht auf höheres Gelände eilte oder sich ein geeignetes Gefährt baute, wurde, wie zu erwarten, fortgeschwemmt, als die Fluten kamen. Ebenso ausgelöscht wurde jede Spur ihrer einstigen Existenz.

Dir. Malthus

Unsere Nachforschungen reichen jedoch noch weiter zurück – bis an den allerersten Anfang der Welt selbst. SCP-4840, die fliegende Stadt Audapaupadopolis, ist ein abgebrochenes Fragment der ersten Stadt, die jemals auf diesem Planeten errichtet wurde, vor vielen Millionen von Jahren. Ein als "Asem" bekannter Proto-Mensch galt als ihr erster König, und dort nahm die Menschheit als Ganzes ihren Ursprung. Jene frühen Menschen – die wir heute als "Ewige" bezeichnen würden, wenngleich durchaus umstritten ist, ob sie tatsächlich ewig sind, waren uns in ihrem körperlichen Aufbau ähnlich, unterschieden sich jedoch in vielerlei Hinsicht grundlegend von uns. Und zwar nicht nur hinsichtlich ihrer Lebensspanne. SCP-073 und SCP-076 sind beispielsweise zwei dieser frühen Menschen, die auf ihre eigene Weise über viele, viele Millionen Jahre hinweg fortbestanden haben.

Dir. Malthus

Aber Moment, denken Sie vielleicht, was ist davor passiert? Die kurze Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf diesem Planeten, das über schriftliche Aufzeichnungen seiner Geschichte verfügt, die wir auch über lange Zeiträume hinweg übersetzen können. Alles andere, was zu jener Zeit existierte, ist uns daher auf die eine oder andere Weise verloren gegangen. Aber es existierten noch andere Wesen, und genau an diesem Punkt muss ich Ihnen sagen, dass Sie meine Hand nehmen und blindlings von der Klippe treten sollten, denn wir müssen über Götter sprechen. Ja, Götter existieren. Falls die Arbeit für die Foundation Sie noch nicht davon überzeugt hat, so vertrauen Sie jetzt meinen Worten. Sie existieren, und sie sind mächtig, und ihre Taten sind selbst jetzt noch in unserem Alltag spürbar. Ah, ja, Miss Torre, Sie haben eine Frage?

Ilene Torre

Danke, Doktor. Wenn Sie von "Göttern" sprechen – auf welche Art von Entitäten beziehen Sie sich da genau?

Dir. Malthus

Eine ausgezeichnete Frage. Es gibt eine Reihe von Entitäten von gewaltiger Macht, die von den meisten Völkern als "gottgleich" angesehen würden, doch bei den Entitäten, auf die wir uns hier beziehen, handelt es sich um eine grundlegendere Art von Entitäten. (Pausiert, um die Folie anzupassen) Was also jene Götter betrifft, die in jenen alten Zeiten in Audapaupadopolis residierten: Wir kennen einige von ihnen – nicht zuletzt dank SCP-4840-A, der selbst zu den Ewigen zählt. Wir kennen Mekhane, der "Gott, der zerbrach" und dessen Überreste nun von Bumaros Kirche verehrt werden. Wir kennen auch Yaldabaoth, der vor allem von den Daeviten verehrt und dessen Macht von den sarkischen Kulten abgezapft wird. Beide dieser Götter werden in antiken Texten mit der Menschheit in Verbindung gebracht, jedoch gab es auch andere Wesen, die zur gleichen Zeit wie wir lebten und der Menschheit um unzählige Millionen Jahre vorausgingen. Das waren die Feen, das schöne Volk, die sonderbaren Wesen. Sie sind uns insofern ähnlich, als sie allgemein empfindungsfähige humanoide Wesen sind, doch darüber hinaus könnten sie kaum unterschiedlicher von uns sein. Sie verehrten aber auch Götter, von denen die meisten von Ihnen wahrscheinlich noch nie gehört haben – einen Gott der Nacht, einen Gott des Tages, einen Gott von Sonnenauf- und -untergang sowie Gaia, die Göttin der Erde selbst. Doch vor allem anderen verehrten sie die Göttin des Sternenlichts und der Wünsche, Iýa.

Dir. Malthus

Iýa war, der alten Sage nach, eine Göttin, die über die Baumkronen der großen Feenwälder schritt, Wünsche erfüllte und den Feen in der Dämmerung der Welt Lieder sang. Sie war die "Schönste" unter den Feengöttern und jene, die sie am meisten liebten. Die meisten Darstellungen von Iýa, die von den ersten Menschen, die den Feen begegneten, später Titania genannt wurde, zeigen sie als ein Wesen, das einer Fee selbst sehr ähnelt. Manche Darstellungen zeigen sie jedoch als Stern oder als Mondstrahl, und wieder andere stellen sie als eine Art Mutterbaum im Herzen des dunklen Feenwaldes dar.

Dir. Malthus

Das führt uns dahin, wo wir jetzt sind. Wir glauben, dass der tote Baum, der kopfüber in der Höhle unter uns hängt, die Feengöttin Titania ist, oder zumindest einmal war. Proben, die vom Artefakt im Zentrum von SCP-2932 entnommen wurden, weisen, wenn auch nicht eindeutig, unbestreitbare Ähnlichkeiten mit SCP-6666 auf. Zudem scheint sich SCP-2932-A sicher zu sein, dass das Artefakt von derselben Göttin stammt, die von den Feen verehrt wurde. Ohne eine der Eshu-Entitäten hierherzuholen, damit sie es mit eigenen Augen bestätigen kann, lässt sich keine absolute Gewissheit erlangen. Und unsere Nachforschungen haben tatsächlich gezeigt, dass sie sich bestenfalls sehr zurückhaltend äußern, wenn überhaupt von der Göttin die Rede ist, doch wir sind uns dennoch ziemlich sicher, womit wir es hier zu tun haben. Ja, Mr. Gutierrez?

Rodney Guttierez

Gehen wir davon aus, dass auch diese Baumgöttin selbst inzwischen tot ist?

Dr. Iles

Das ist es, was wir glauben, ja.

Dr. Van Blank

Wissen wir, was das verursacht hat?

Dir. Malthus

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das leider reine Spekulation. Die Entfernung des SCP-2932-Artefakts aus dem Inneren von SCP-6666 könnte durchaus die Ursache gewesen sein. Allerdings gibt es Grund zu der Annahme, dass das Artefakt erst entfernt wurde, als SCP-6666 bereits tot war.

Hiroko Ledoux

Aber die Entität ist nach wie vor mobil, richtig? Ihre Einsatztrupps mussten den neuen Bewuchs niederbrennen?

Hēt-1 Cmdr. Aestrei

Korrekt.

Dir. Malthus

Auch wir haben Vermutungen dazu, warum das so ist, doch es genügt, zu sagen, dass der Baum die Leiche eines Gottes ist – und jede herkömmliche Vorstellung davon, wozu er fähig ist und wozu nicht, ist daher mit Vorsicht zu genießen.

Dir. Aktus

Und die Entität im Inneren von SCP-6666, die humanoide Kreatur, was wissen wir über ihren Ursprung?

Dir. Malthus

Ja, gut, darauf wollten wir als Nächstes zu sprechen kommen. Dr. Iles, wenn Sie so freundlich wären?

Dr. Iles

Danke, Direktor. Es wird angenommen, dass die Entität im Baum eine von vier uralten mächtigen Entitäten ist, die wir als "Ur-Dämonen" bezeichnen. Vor der Großen Flut gab es über einen Zeitraum von Zehntausenden von Jahren hinweg zahlreiche menschliche Zivilisationen, doch die langlebigste unter ihnen wurde die "Himmelskönige von Apollyon" genannt. Anhand von Informationen, die bei der Untersuchung der SCP-4812-Entitäten gewonnen wurden, erfuhren wir, dass es sich bei den vier Entitäten um Krieger handelte, die zur selben Zeit in jenem Königreich gelebt hatten. Kurz vor dem Zusammenbruch jener Zivilisation waren sie jeweils von einem unbekannten thaumaturgischen Ereignis betroffen, das ihr Wesen veränderte und sie zu den Kreaturen machte, die wir heute sehen. Diese vier – La Hire, Lancelot, Hector und Ogier – waren so bedeutende Gestalten in der Geschichte jener frühen Völker, dass ihre Namen über Jahrtausende hinweg überdauerten und schließlich Eingang in die neuere Folklore fanden.

Dir. Malthus

Seit der Entdeckung von SCP-4840-B unterstützen wir Direktorin Lancaster und das Projekt PARAGON bei der Untersuchung und Eindämmung dieser Entitäten. Die Foundation dämmte SCP-2254, den Dämon La Hire, bereits seit einiger Zeit ein, ohne zu wissen, was es war. Wie üblich lieferten uns die aus SCP-4840 gewonnenen Informationen Aufschluss über vieles, darunter den Ursprung von 2254 und 4840-B, dem Dämon Lancelot. Jedem von ihnen, so berichten die alten Texte, war von einer Feenprinzessin ein anderer Fluch auferlegt worden: La Hire verfiel der Wollust, Lancelot dem Zorn, Ogier der Verzweiflung und unser Freund Hector der Qual.

Dir. Lancaster

Wir haben Project PARAGON gegründet, um die Effekte dieser neu entstehenden Entitäten abzumildern. Die Global Occult Coalition öffnete im Jahr 2002 ein uraltes Grab, das unserer Ansicht nach … eine Entität enthielt, die in irgendeiner Weise mit den Flüchen auf die vier Dämonen in Verbindung steht, die wiederum mit den drei SCP-4812-Entitäten in Verbindung stehen. Sie alle stehen mit demselben Ereignis in Verbindung, das im Text als die Schändung einer Feen-Prinzessin beschrieben wird. Wenn ich mich nicht irre, und Direktor Malthus kann dies bestätigen, gehen wir davon aus, dass es sich bei der EROS-Entität, die von der Coalition in jenem Grab entdeckt wurde, um dieselbe Feen-Prinzessin handelt, die SCP-4812, SCP-2254, SCP-4840-B, SCP-6666-A und den letzten unentdeckten Dämon, Ogier, erschaffen hat.

Dir. Malthus

Das ist korrekt.

O5-1

Und was ist dann unser nächster Schritt?

Dir. Malthus

Gut, dass Sie fragen, Aufseher. Unterhalb von SCP-6666 befindet sich ein großer Wald. Wir gehen davon aus, dass er Ruinen antediluvianischen Ursprungs birgt, die von SCP-6666 in die Höhle hineingezogen wurden. Dort unten verbirgt sich eine mögliche Schatzkiste an Informationen, bewahrt durch scheinbar ungewöhnliche Mittel, die für unsere künftigen Bemühungen von unvorstellbarem Nutzen sein könnten.

Dir. Lancaster

Das Projekt PARAGON arbeitet daran, die möglichen Effekte der 4812-Entitäten und alle Schäden, die von diesen vier Dämonen verursacht werden könnten, abzumildern. Es ist siebzehn Jahre her, seit die GOC EROS ausgegraben hat, und 4812-K ist in dieser Zeit zunehmend aggressiv geworden. Wir haben Grund zu der Annahme, dass sich die Lage zuspitzt. Je mehr Daten uns zur Verfügung stehen, desto besser sind wir darauf vorbereitet, diesen Bedrohungen zu begegnen.

Dir. Malthus

Ich möchte also eine bemannte Expedition in den Wald vorschlagen. Unsere Drohnen können dort nicht operieren, aber ein bewaffnetes Team von Hēt-1 und einige unserer eigenen Forscher und Hilfskräfte sollten weit genug vordringen können, um zu klären, ob wir dort finden, wonach wir suchen.

O5-3

Was sind die limitierenden Faktoren?

Dir. Pathos Crow

Die Entfernung zwischen der Startplattform des Delta-Turms und dem Boden des Hohlraums beträgt mehr als 35 km. Derzeit planen wir, das Team mit einer Seilbahn nach unten zu befördern. Selbst bei sicherer Geschwindigkeit können unsere schnellsten Modelle das gesamte erforderliche Personal und die Ausrüstung in etwas mehr als sechs Stunden zum Landeplatz bringen. Ein weiteres Problem ist der Druck – die Luft am Boden der Höhle ist sehr dicht. Wir gehen davon aus, dass sie atembar ist, doch der Rückweg muss langwierig sein, um Dekompressionskrankheit zu vermeiden. Er wird etwas mehr als 24 Stunden dauern.

Dr. Iles

Das größere Problem ist der Smog. SCP-6666 stößt diese partikelförmige Substanz aus einer Öffnung an seiner Seite aus, und bei dieser Substanz handelt es sich um ein extrem starkes Neurotoxin. Kurzzeitige Exposition führt zum vollständigen Ausfall der meisten neurologischen Prozesse, während langfristige Exposition eine Dämpfung des Zentralnervensystems und schließlich den Tod zur Folge hat.

Dir. Pathos Crow

Unsere Insertionsanzüge können die Substanz aus der Luft filtern. Da jedoch schon ein geringer Kontakt mit den Rückständen auf der Außenseite der Anzüge während des Transports tödlich sein könnte, haben wir einen Plan entwickelt, um die Effekte dieser Substanz abzumildern – zumindest kurzfristig. Also (Direktor Crow deutet auf eine neue Folie), wir verfolgen einen zweigleisigen Plan, um die Gefahr zu begrenzen. Zwei Mitglieder von Hēt-1 werden leichte Flammenwerfer mit sich führen, um beim Freimachen eines Weges zu helfen und die Menge dieser "Pollen" in der Luft zu verringern. Außerdem, äh, wir planen, hier eine provisorische Schaumabdichtung anzubringen. Über dem offenen Riss in SCP-6666.

O5-12

Wie haben Sie vor, das zu schaffen?

Dir. Pathos Crow

Mit Unterstützung unserer Foundation-Kunststoff-Abteilung haben wir einen Schaumstoff aus hochdichtem Polyethylen entwickelt, der von jedem unserer Mk.-VII-Fluggeräte aus auf Distanz versprüht werden kann. Es härtet innerhalb weniger Minuten vollständig aus. Sobald die Öffnung versiegelt ist, warten wir lediglich zwanzig Stunden, bis sich der verbleibende Staub in der Luft gelegt hat, und unsere Teams können wie geplant fortfahren. Genau daran hat mein Team in den vergangenen Monaten im Rahmen der Operation Kauterisation gearbeitet. Der Anomalie selbst sollte dadurch kein dauerhafter Schaden zugefügt werden, und die Versiegelung baut sich über einen Zeitraum von etwa fünf Wochen ab. Ist sie jedoch erst einmal angebracht, ist sie absolut starr.

O5-1

Erwarten Sie, dass SCP-6666-A Ihnen Schwierigkeiten bereitet?

Hēt-1 Cmdr. Aestrei

Nicht besonders. Wir können ein Beruhigungsmittel einsetzen, falls die Entität versucht einzugreifen. Sollte das nicht ausreichen, können wir sie mit den am Charlie-Turm montierten Kabelwerfern fixieren.

Dir. Pathos Crow

Realistisch betrachtet müssen wir 6666-A lediglich so lange fixieren, bis der Schaum ausgehärtet ist. Nach dem Aushärten ist er steinhart und sollte sich mechanisch fest in der groben Öffnung verankern.

O5-1

Sehr gut. Direktorin Lancaster, bitte halten Sie mein Büro auf dem Laufenden. Ich möchte sofort wissen, sobald unsere Einsatzkräfte vor Ort sind.

Dir. Lancaster

Ja, Sir, natürlich.

Dir. Malthus

Wir kommen gleich zu den Fragen, aber falls sonst niemand mehr etwas hat, entlasse ich uns alle. Ich weiß, dass Direktor Crow und Commander Aestrei noch weitere Vorbereitungen zu treffen haben. (Pause) Sehr gut, ich danke Ihnen allen für Ihre Zeit. Wir kommen nach dem Einsatz wieder zusammen.

Anhang 6666.8

Psychologischer Bericht der Belegschaft

Hinweis: Das Folgende ist ein vom PARAGON-Psychologen Dr. Rich Arnold erstelltes Protokoll der psychologischen Beschwerden des Personals im Zeitraum von Januar 2018 bis Mai 2019.

Anhang 6666.9

Einsatzbericht: Operation Kauterisation

24/5/2019 11:45:54 AMT — Die Mk.-VII-Drohnen "Ulysses", "Hero" und "Astor" werden mit jeweils 45 kg hochdichtem Polypropolen-Sprühschaum ausgestattet.

24/5/2019 12:00:04 AMT — Ulysses, Hero und Astor verlassen den Delta-Turm auf dem Weg zu SCP-6666.

24/5/2019 12:16:21 AMT — Die Drohnen treffen bei SCP-6666 ein.

24/5/2019 12:23:55 AMT — Die Drohnen melden ihre Position an der Öffnung in SCP-6666. SCP-6666-A zeigt keine Anzeichen ungewöhnlichen Verhaltens.

24/5/2019 12:26:42 AMT — Die Drohnen beginnen damit, Schaum über die Öffnung in SCP-6666 zu sprühen. Keine ungewöhnliche Aktivität festgestellt.

24/5/2019 12:27:52 AMT — SCP-6666-A dreht sich zur Ulysses-Drohne um. Die Drohne erhält den Befehl, SCP-6666-A im Seitwärtsflug zu umkreisen, um die Erkennung zu bestätigen.

24/5/2019 12:28:15 AMT — SCP-6666-A folgt der Ulysses-Drohne mit den Augen.

24/5/2019 12:30:49 AMT — Die erste Schaumschicht beginnt auszuhärten.

24/5/2019 12:31:03 AMT — SCP-6666-A berührt den inzwischen ausgehärteten Schaum. Nach wenigen Augenblicken beginnt die Entität zu versuchen, den Schaum von ihrem Körper abzuziehen.

24/5/2019 12:32:00 AMT — Hēt-1 wurde die Genehmigung erteilt, einen Betäubungsversuch zu unternehmen. Die Ulysses-Drohne feuert drei Betäubungspfeile in die Brust von SCP-6666-A ab.

24/5/2019 12:32:01 AMT — SCP-6666-A zerstört die Ulysses-Drohne mit seinem Speer, bevor diese reagieren kann. Die Hero- und Astor-Drohnen ziehen sich in sichere Entfernung zurück.

24/5/2019 12:32:15 AMT — SCP-6666-A versucht erneut, den Schaum um seine Taille zu entfernen.

24/5/2019 12:32:52 AMT — Hēt-1 feuert drei Stahlseilanker vom Charlie-Turm ab. Der erste Anker trifft den Speerarm von SCP-6666-A und fixiert ihn am Körper der Entität. Der zweite und dritte Anker treffen bündig an der Seite der Entität auf und heften sie an SCP-6666 fest.

24/5/2019 12:33:12 AMT — SCP-6666-A beginnt, an seinen Fesseln zu zerren. Es wird bemerkt, dass sich das Seil zu verbiegen beginnt.

24/5/2019 12:33:21 AMT — Der zweite Seilanker reißt und verfehlt die Astor-Drohne nur knapp.

24/5/2019 12:33:44 AMT — Das Hēt-1-Team schießt ein 3-Zoll-Kevlar-Abspannseil auf SCP-6666-A ab.

24/5/2019 12:33:48 AMT — Das Kevlar-Abspannseil trifft SCP-6666-A und fixiert die Entität vollständig an SCP-6666. SCP-6666-A versucht weiterhin, mit seinen beiden kleineren Armen nach dem Seil zu greifen.

24/5/2019 12:34:12 AMT — Hēt-1 feuert zwei weitere Stahlseilanker ab. Der erste trifft den mittleren Arm von SCP-6666-A und fixiert ihn an dessen Seite. Der zweite trifft SCP-6666-A in der Furche zwischen dem mittleren und dem unteren Arm und verankert die Entität seitlich an SCP-6666.

24/5/2019 12:35:05 AMT — Die Drohnen Astor und Hero nähern sich erneut SCP-6666. SCP-6666-A kämpft gegen seine Fesseln an, ist jedoch bewegungsunfähig. SCP-6666-A stößt laute Vokalisationen aus, bewegt sich aber nicht.

24/5/2019 12:35:36 AMT — Astor und Hero tragen weiterhin Sprühschaum auf SCP-6666 auf. In regelmäßigen Abständen kehren beide Drohnen zum Charlie-Turm zurück, um die geleerten Behälter auszutauschen.

24/5/2019 12:52:58 AMT — Astor und Hero bestätigen beide, dass ihre letzten Behälter geleert sind. Die Öffnung an der Seite von SCP-6666 gilt als vollständig verschlossen. Überwachungsdrohnen in der Nähe melden, dass der aus der Öffnung austretende Rauch vollständig versiegt ist.

24/5/2019 12:53:12 AMT — Astor und Hero brechen zum Delta-Turm auf.

24/5/2019 13:06:54 AMT — Astor and Hero kommen am Delta-Turm an.

Anhang 6666.10

SCP-343-Befragung

Das Folgende ist ein Transkript einer Befragung von SCP-343, durchgeführt vom leitenden Foundation-Mitarbeiter Dr. Alto Clef. Dr. Clef wurde wegen seiner natürlichen Resistenz gegen anomaliebedingte Veränderungen für die Durchführung der Befragung zugelassen.

SCP-343

Original-Archivfoto von SCP-343

Ah, ja. Junger Alto, mein Kind. Komm herein, bitte. Nimm Platz! Oder sollte ich einen Platz für dich machen?

SCP-343 manifestiert einen Stuhl neben Dr. Clef, der stehen bleibt.

Dr. Clef

Nein danke. Hören Sie, wir wissen beide, dass ich nur hier bin, weil wir sichergehen müssen, dass Sie diese Befragung nicht sabotieren. Ich hasse solche Befragungen, deshalb müssen Sie ehrlich zu mir sein, denn ich will nicht den ganzen Tag hier sitzen.

SCP-343

Komm schon, Alto. Ich habe unsere Gespräche immer genossen.

Dr. Clef

Ich habe das nicht. Wie auch immer. Wir haben kürzlich ein paar interessante Dinge über Sie erfahren.

SCP-343

(Lacht) Nun, wer kann wahrhaftig sagen, das Geheimnis von Gottes Wesen zu kennen?

Dr. Clef

Ich kenne Ihr Alter, zuallererst ist es …

SCP-343

Alterslos wie das Universum.

Dr. Clef

… nicht das, und ich kenne Ihren Namen. Sie sind Methusalem, der Arkanist? Königlicher Wesir des alten Hauses Malidraug?

SCP-343

Ich … (hält inne) … Wie bitte?

Dr. Clef

Es ist eine ziemlich einfache Frage, nur ja oder …

SCP-343

Ich … Was Woher weißt du davon?

Dr. Clef

Kain hat Sie verraten. Er meinte, wenn er gewusst hätte, dass Sie hier wohnen, hätte er uns vor langer Zeit gewarnt. Außerdem sagte er, Sie seien ein legendärer Betrüger und Schwindler mit Größenwahn.

SCP-343

Ich meine, Wahn fühlt sich ein bisschen viel an. Gott verdammt, Kain. Kain der Wanderer. Ebenenwandler. Bastard.

Dr. Clef

Also heißt das ja oder nein?

SCP-343

Ach, ich meine… Ja, denke ich, aber ich habe diesen Namen seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt. Ehrlich gesagt ärgert es mich ein bisschen, dass er überhaupt wusste, wer ich bin. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, Abstand von ihm und seinesgleichen zu halten. Verstaubte alte Gestalten aus längst vergangenen Zeiten, die uns allen einen Gefallen hätten tun sollen, indem sie mit dem ersten Menschen gestorben wären.

Dr. Clef

Von woher kommen Sie dann?

SCP-343

Hör mal, ich … Na gut, schon gut. Ich werde kooperieren, aber sei dir dessen bewusst! Selbst mein brillanter Verstand ist nicht unfehlbar, lieber Alto. Kain kann sich an alles erinnern, aber ich, äh, ich kann es nicht, nicht auf dieselbe Weise. Ich habe jedoch einige Erinnerungen gespeichert, und diese könnten … könnten dir in irgendeiner Weise nützlich sein.

Dr. Clef

Von woher kommen Sie?

SCP-343

Meine Güte, beruhige dich. Okay, woher ich komme. Es ist lustig, weißt du, wie Dinge sich selbst wiederholen. Die Welt war damals ein magischerer Ort, doch trotz all der geheimnisvollen Energie sah alles genauso aus wie jetzt. Nicht jetzt im Sinne von diesem Augenblick, sondern in den vergangenen Jahrtausenden. Ich wurde vor langer Zeit geboren, an einem Ort, der seit dem Anstieg des Meeresspiegels nicht mehr existiert. Mein Name war Matthäus, oder eher … Weißt du, welche Sprachen dort ursprünglich gesprochen wurden?

Dr. Clef

Ägyptisch?

SCP-343

Ach, das sollte man meinen, aber das wäre falsch. Es waren kanaanäische Sprachen, tatsächlich nach Kain benannt, diesem Schurken, da er wohl der Erste war, der jemals etwas aufgeschrieben hat. Damals gab es dafür noch keine genauen Unterscheidungen, aber sie ähnelte dem Phönizischen, zumindest das Alphabet. Wir nannten sie einfach "die kanaanäische Sprache". Jedenfalls hieß ich Matthäus und meine Mutter Myra. Mein Vater war … Na ja, ich weiß nicht, ob ich mich an seinen Namen erinnere. (Hält inne) Seltsam. Er war ein königlicher Beamter des Königs im Tal, Ulem. Ich bin am Hof dieses Hauses aufgewachsen. (Lacht) Komisch, wie schnell mir das wieder eingefallen ist. Weißt du, wie lange es her ist, dass ich Kains Sprache gesprochen habe? Wie seltsam.

Dr. Clef

Was war das Haus Apollyon?

SCP-343

Ah, sie waren die Himmelskönige. Sie bezeichneten sich selbst als das mächtigste und älteste Königreich der Menschen. Man erzählte sich Geschichten darüber, wie König Apollyon einen großen Schatz vom Hof der Götter gestohlen und dadurch die Herrschaft über die Königreiche erlangt hatte. Ich weiß nicht, wie viel Wahrheit darin steckte, aber so wurde es erzählt.

Dr. Clef

Was ist mit ihnen passiert?

SCP-343

Haus Apollyon? Oh, nun … Das ist schwer zu sagen, denke ich. Sie waren die größte Macht der Welt, bis zu dem Moment, als sie es nicht mehr waren. Es gab da so einen Feldzug, glaube ich … Apollyon rief junge Männer zum Dienst in seine Armeen, und alle großen Häuser mussten sich melden, und ich erinnere mich ganz genau an so einen Feldzug. Dann … starb der König, oder wurde getötet, und sein Sohn starb auch, glaube ich … Lass mich kurz überlegen.

Hält inne

SCP-343

Oh ja, tut mir leid. Ich erinnere mich am besten an die Geschichte in Form einer Parabel. Es ist die Geschichte von den vier Rittern. Drei verrieten ihn, einer liebte ihn und ging in den Tod, um ihm zu gefallen. Wie hießen sie?

Hält inne

SCP-343

Ich kann nicht sagen, ob ich wüsste, wie es übersetzt würde, aber es waren lehire, lancelt, ejier and hekter, wenn ich mich nicht irre. Die ersten drei waren die Verräter, und der letzte war der Ritter, den er liebte. So in etwa. Ich glaube, es gab auch einen Fluch. Wie dem auch sei, was mit ihnen passiert ist, weiß ich nicht. Eines Tages kamen ihre Nachrichten nicht mehr, und am nächsten Tag war Rauch über den Bergen von Apollyona. Im Laufe der Zeit erhielt man von Reisenden immer wieder Bruchstücke von Berichten über ein Monster mit vielen Gesichtern und ein Wesen, das jeden tötete, der es ansah.

Hält inne

Dr. Clef

Was ist?

SCP-343

Es ist nur … Wenn ich jetzt darüber spreche, kommen mir Dinge wieder in den Sinn. Ich hätte nicht … Gott, vielleicht ein Junge, ein junger Mann gewesen sein. Da war dieses … Wie soll man es nur beschreiben, dieses brodelnde Grauen, ein Dämon mit sechs Augen – so groß wie ein Berg. Krachend und schreiend schleppte er sich gen Norden, weg vom Meer. Schrecklich anzusehen. Ich erinnere mich, dass mir ein Mann erzählte, das Monster sei ein Geschöpf der alten Welt, etwas Seltsames von seltsamer Herkunft. Ich wusste damals nicht, was das bedeutete, aber der Zeitpunkt passte wohl. Es musste aus Apollyona stammen. Ich glaube, es hatte diese schrecklichen Stahlketten an den Armen, und … ja. Gewiss ereilte Apollyon ein Unheil, obwohl mir dessen genaue Natur heute entfallen ist.

Dr. Clef

Gut. Was wissen Sie denn über die Kinder der Nacht?

Stille

Dr. Clef

Jesus, ist alles in Ordnung?

SCP-343

Ich …

Dr. Clef

Hey Zentrale, können wir medizinische Hilfe bekommen oder …

SCP-343

Nein, nein, nein. Es tut mir leid. Mir geht es gut. Ich … Sie nannten sie so. Die Feen nannten sie so, glaube ich. Machte es erträglicher, vielleicht, welche Blasphemie sie auch immer begangen, um sie heraufzubeschwören. (Hält inne) Es tut mir leid. Alto … Es ist so lange her. Ich habe über die Jahre viel vergessen. Ich glaube, ich habe das nicht wirklich bedacht, als ich mir das Blut verabreichte, um mein Leben zu verlängern, weißt du (nervöses Lachen). Aber man vergisst Dinge, im Guten wie im Schlechten, aber … Ich kann… Ich kann das nicht vergessen. Ich kann sie nicht vergessen.

Dr. Clef

Was sind sie?

SCP-343

Sie … Ich war damals ein junger Zauberer, nicht älter als sechzig oder siebzig Jahre, noch ganz am Anfang meines Lebens. Jahre zuvor, nachdem meine Mutter erkrankt und gestorben war, hatte ich Ulem verlassen und war in die Wüste gereist, um bei dem Daeva-Zauberer Relivine in Malidraug zu studieren. Wir waren so weit vom Meer entfernt, dass wohl niemand damit gerechnet hatte …

Dr. Clef

Was ist passiert?

SCP-343

Ich weiß … nicht wirklich, warum sie existieren. Es gab Geschichten, es gibt immer Geschichten. Man erzählte sich, wie ein Elfenkönig für einen Ritter betete, der ihn vor einem Drachen retten sollte, und der Ritter war ein Mensch ohne Seele, oder so ähnlich. Wir wussten von den Feen, auch wenn die meisten Leute niemals eine gesehen hatten. Sie lebten jenseits des Meeres, und da gab es diese … diese weiße Stadt an der Küste, ich erinnere mich nicht an den Namen, aber man konnte dorthin gehen, und in sternenklaren Nächten kamen die Feen, und man konnte mit ihnen Handel treiben. Aber die Eindringlinge … Sie lebten mit den Feen in den Wäldern jenseits des Meeres – so erzählten es zumindest die Geschichten. Alto, sie waren ein Märchenmonster, Alto, wie ein Buhmann oder ein Ghul. Etwas, vor dem Mütter ihre Kinder nachts warnten. Etwas, woran man immer dachte, wenn man im Dunkeln ein Rascheln hörte. Ein Schrecken, der mit der Zeit in Vergessenheit geraten ist.

Hält inne

SCP-343

Ich erinnere mich an den Moment, als wir sie zum ersten Mal sahen. Es war eine Sommernacht, und im Westen erhob sich eine Düne hoch über unserer Zitadelle. Man konnte sie schon von Weitem sehen – es waren gewaltige Dinge, weitaus größer als jeder Mensch, bedeckt mit schwarzem und grauem verfilztem Haar, über ihren ganzen Körper. Sie waren wie … als ob jemand einen Menschen beschrieben hätte, aber selbst noch nie einen gesehen hätte. Ihre Augen leuchteten in der Dunkelheit, und sie standen einfach nur da, Schulter an Schulter, vielleicht fünfzig in einer Reihe. Wir versuchten, uns ihnen zu nähern und mit ihnen zu kommunizieren, aber sie starrten uns nur an. Sie gaben dieses … dieses schreckliche Geräusch von sich, wie das Kichern eines Kindes, ein halb plapperndes, unmenschliches Lachen, und sie sangen diese … diese unheimlichen Lieder mit hohen Stimmen. Mein Herr war der Hohe Magistrat, eine äußerst mächtige Persönlichkeit, und er ging hinaus, um sie zu zerstreuen, und sie …

Dr. Clef

Was haben sie getan?

SCP-343

Sie haben ihn einfach … Sie rissen ihn auseinander. Als ob er ein Spielzeug wäre, sie ergriffen ihn einfach, langsam, und sie waren nicht … Sie waren überhaupt nicht beeinflusst von seiner Magie. Sie rissen nur an ihm und lachten, und sie rissen ihn auseinander. Da wollte ich fliehen, aber man konnte ihnen nicht entkommen. Sie waren schneller und stärker als jeder Mensch. Speere konnten ihnen nichts anhaben, und auch die Magie der Arkana kümmerte sie nicht. Sie schienen Feuer nicht zu mögen, aber sie wurden davon nicht verletzt. Sie trieben uns alle zusammen, fesselten uns mit diesen schwarzen Ketten und schleppten uns dann zurück zu ihren Schiffen an die Küste. Ich … Ich überlebte nur, weil ich mich über den Leichnam eines alten Bauern legte, der drei Tage lang gebettelt und geweint hatte. Als wir ankamen, war er leblos, und als ich ihn umdrehte, fiel alles, was noch in ihm war, heraus – die Erde hatte ihn halbiert, wie Kiefernholz auf Schmirgelpapier.

Stille

SCP-343

Sie brachten uns auf ihre Langschiffe, und da waren so viele von uns, dass wir uns nicht einmal hinlegen konnten. Nach der ersten Woche wurden die Dinge besser – genug Leute waren gestorben und gefallen, dass es genug Platz gab, um auf ihnen zu sitzen. Die Eindringlinge schienen nicht zu wissen, was sie uns zu essen geben sollten – wir bekamen rohes Fleisch und Meerwasser, das ich wenigstens trinkbar machen konnte. Nach einem Monat erreichten wir die Ufer des alten Feenwaldes, aber es war anders als in den Geschichten. Sie zerrten uns an unseren Ketten, Lebende wie Tote, in die Dunkelheit und wir … Ich …

Stille

SCP-343

Ich erinnere mich nur noch daran, wie dunkel es war und wie man immer wieder ihr verrottetes Haar gegen sich streichen spürte, als wären sie direkt über einem und würden einen beobachten. Man spürte, wie eines von ihnen lautlos in der Dunkelheit vorbeistreifte, und fragte sich, ob man selbst nun an der Reihe war. Sie hängten unsere Ketten in die Bäume, kamen vorbei und rissen jemanden von seinen Fesseln, wie einen reifen Apfel, und dann… spielten sie einfach mit einem. Sie stießen einen Mann so fest, dass ihre Finger ihn durchbohrten, oder drückten jemanden so fest, dass ihm die Augen aus dem Gesicht sprangen. Da war eine … Göttin … Eine Frau, ich erinnere mich jetzt, die schwanger war – sie hatte auf dem Schiff überlebt, indem sie ihre eigene tote Mutter aß, und sie … Sie zogen sie herunter und begannen ihr Werk zu verrichten, und dann … Sie rissen sie einfach in zwei Hälften. Alto, für sie war es, als würde man eine Chipstüte öffnen, es war … Es war nichts, sie reagierten kaum, stießen nur ihr widerliches Kichern aus und spielten im Blut. Sie zogen sie … und zerquetschten sie einfach … Sie …

Stille

SCP-343

Sie schliefen nie. Man konnte schlafen, aber sie waren immer da, beobachteten einen, ihre Augen auf einen geheftet, und wenn man schlief … war es noch schrecklicher. In der Realität waren sie darin begrenzt, was sie einem antun konnten, aber sie waren in deinen Träumen. Nach einer Weile kamen wir zu dem Schluss, dass sie so kommunizierten. Sie sprachen in Albträumen miteinander, und deshalb hielten sie uns dort, damit wir unsere Albträume hatten und sie kommunizieren konnten. Sie zeichneten ihre gesamte Geschichte in diesen Albträumen auf, wo man es sehen konnte … Wir sahen immer wieder dieses eine Bild: eine Frau, eine Fee, umgeben von all diesen kleineren Feen, und wenn man sich dann umdrehte, sah man eine Reihe von Eindringlingen, die sich bis zum Horizont erstreckte – und sie beobachteten sie einfach nur. Sie wirkten immer so … elend und traurig, und man hatte nie wirklich das Gefühl, dass sie einen hassten; es war eher so, dass sie einfach anders dachten als wir.

Dr. Clef

Wie sind Sie entkommen?

SCP-343

Entkommen? Hah. Niemand entkam. Man entkam, wenn man starb, und wenn man starb, brachten sie deine Leiche zu ihrem … ihrem Gott, und sie warfen dich in eine Grube. Wir sagten, wir … Wir sagten, dass wenn du in die Grube gingst, dass du ein Teil des Albtraums werden würdest. Manchmal, während wir schliefen, sahen wir die Gesichter unserer Freunde, aber ihre Gesichter waren immer verzerrt zu diesen … diesen grimmigen Karikaturen dessen, was sie einmal gewesen waren. Aber die Augen – die Augen, Alto, man konnte sie darin sehen. Hinter der Maske des Wahns verbargen sie ihre Angst. (Hält inne) Wir waren jedoch nicht allein. Da waren noch andere, Feen aus jenem Wald, die wie wir in demselben schwarzen Eisen gefesselt waren. Sie waren auf irgendeine Weise gebrochen – ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie, aber sie hatten etwas an sich, das man nicht aussprechen konnte, oder das einem im Halse stecken blieb. Sie waren alle wie gelähmt, weißt du, sie waren … Sie waren nicht für so etwas geschaffen. Ich meine, wir auch nicht, aber einige von uns schmiedeten Pläne, schmiedeten Intrigen. Diejenigen, die diesem Albtraum entfliehen wollten, weißt du? Aber die Feen, sie waren einfach nur gebrochen.

Hält inne

SCP-343

Aber … wir entkamen, vermute ich. Da war dieser Zauberer, Noah, aus dem alten Haus der Klage. Er brachte alles zusammen. Die Eindringlinge brauchten uns, sie mussten uns Schrecken einjagen, denn ihre gesamte Kultur beruhte darauf. Sie konnten nicht einmal miteinander reden, ohne dass wir Albträume hatten. Der alte Noah sagte immer, er hätte einen Plan, er würde uns da rausholen, und … Ja, dann verschwand er. Wir dachten, er sei von den Eindringlingen gefangen genommen und verschleppt worden, um ein grausames Ende zu finden, aber … dann, eines Tages, lugte die Sonne durch die Baumwipfel, und alle Blumen blühten gleichzeitig überall auf.

Hält inne

SCP-343

Am nächsten Tag regnete es und auch am Tag danach. Es regnete eine Woche lang, dann einen Monat lang, und als wir den alten Noah endlich fanden, war sein Körper nur noch eine rauchende Hülle, bedeckt mit arkanen Symbolen und völlig aufgebraucht. Doch es regnete weiter, und die Täler begannen sich zu füllen. Ich erinnere mich an das erste Mal, als wir einen von ihnen sterben sahen … Dieser Bastard rutschte in eine Grube, die sich zu überfluten begann, und während die anderen in der Grube einfach wegschwammen, als das Wasser stieg, stand der Eindringling einfach da, flachfüßig am Grund der Grube. Er schwamm nicht, er sah nur zu, wie das Wasser stieg. Die anderen Eindringlinge versammelten sich um ihn und starrten ihn an, sangen ihre Lieder und unterhielten sich, aber da wurde uns klar, dass … sie ihn nicht hören konnten, weil keiner von uns schlief, und er … Nun, er schlug am Ende noch ein wenig um sich, aber er kam nicht aus der Grube heraus, und das Wasser stieg immer weiter.

Dr. Clef

Wie sind Sie davongekommen?

SCP-343

Gegen Ende, als das Meer über die Küste stieg, trieben sie uns – vielleicht Millionen – aus dem ganzen Wald zusammen und zerrten uns tiefer in den Wald. Dort war ihr Gott. Aber sie wurden unachtsam, oder … oder vielleicht haben sie es nicht bemerkt, und wir konnten uns wegschleichen. Wir gingen nicht allein – die Feen, die noch bei Verstand waren, begleiteten uns. Wir rannten zu den Bergen im Süden, und wir mussten … Auf dem Weg, den wir nahmen, konnten wir den Wald kilometerweit sehen. Sobald wir die Baumgrenze überschritten hatten, schien der Blick endlos, und da sahen wir es.

Dr. Clef

Was war es?

SCP-343

Ihr furchterregender Gott, Alto. Monströs, eiternd, aufgedunsen wie eine Leiche in der Sonne. Es war so dunkel damals, der Himmel nur aus schwarzen Wolken und Regen, aber man konnte ihn trotzdem sehen. Rote Lichter um seinen Sockel und Menschen, die an seinen Gliedmaßen hingen. Einige der Feen, die bei uns waren, weinten bitterlich, als sie ihn sahen, und flohen zurück in den Wald. Man konnte es auch hören – das Stöhnen, Knirschen und Schreien. Aber wir anderen rannten weiter, und eines Tages stand die Welt unter Wasser. Wir lebten, wenn ich wetten müsste, hundert Jahre lang auf diesem Berg, und als das Wasser zurückging, hatte sich die Welt verändert. Die Eindringlinge waren verschwunden, die Feen hatten sich in den alten Wald zurückgezogen, und wir anderen … lebten einfach unser Leben weiter.

Hält inne

SCP-343

Alto, ich muss jetzt mal ganz ernst mit dir sprechen. Mir ist klar, dass du mit diesen Fragen an mich zweifellos ein Interesse an Antworten hast. Es war lange meine Hoffnung und meine Überzeugung, dass die Eindringlinge in der Großen Flut ertrunken sind, zusammen mit all den armen, unglücklichen Menschen, die an ihrem toten Gott hingen. Aber wenn du … Wenn du Beweise findest, dass das nicht stimmt …, dass sie vielleicht …, dass sie überlebt haben … Alto … Ich kann es nicht noch einmal tun. Nicht nach all der Zeit. Wenn es so weit kommt, werde ich … werde ich von hier weggehen. Ich brauche deine ehrliche Antwort. Bitte, Alto. Ich muss es wissen. Ich kann es nicht noch einmal tun. Ich kann nicht zurück in die Dunkelheit.

Dr. Clef

Keine Sorge, wir haben keinen Grund, das zu glauben.

SCP-343

Ich wünschte, ich könnte dir hier vertrauen, Alto, aber ich sehe die Lüge in deinen Augen. Ich muss die Realität nicht beugen, um es zu sehen. Bitte, hör mich an: Du darfst diese Kreaturen nicht suchen. Wenn du sie siehst, musst du fliehen, und sei dir bewusst, dass selbst deine Flucht vielleicht nicht ausreicht. Ihre Zivilisation beruht auf unserer Angst, Alto. Verstehst du das? Wenn sie begraben wurden, müssen sie begraben bleiben. Bitte, bitte versteh mich. Sie müssen begraben bleiben.

Anhang 6666.11

N/A

Erkundungsprotokoll

Das Folgende ist das Transkript der Video- und Audioaufnahmen, die während einer Erkundungsexpedition in den Wald am Boden der Höhle, in der sich SCP-6666 befindet, entstanden. Der Transport zum Höhlenboden erfolgte durch das Herablassen eines modifizierten Wohnmoduls über die gesamte Strecke von 34 km, von der Plattform des Alpha-Turms bis zur Einstiegsstelle, die etwa 1,2 km vom Eingang zum Wald entfernt lag.

Die Mitglieder des Erkundungsteams wurden mit Klasse-C-Überdruck-Insertionsanzügen mit Polycarbonat-Schale und Atemschutzmasken mit Filtern ausgestattet. Jeder Anzug verfügte über ein integriertes Luftüberwachungssystem. Zudem stand ein Reservebehälter mit Notfallsauerstoff zur Verfügung, falls das System eine gefährliche Konzentration des SCP-6666-Neurotoxins melden sollte.

Erkundungsvideo-Protokolltranskript
Datum: 26/5/2019
Unterstützungsteam: Mobile Task Force Hēt-1 "Lance of Longinus"
Subjekt: SCP-6666
Teamleitunt: 1-𐤇 Cmdr. Aestrei
Feuerteam: 1-𐤇 Carrier / 1-𐤇 Horizon / 1-𐤇 Triple / 1-𐤇 Pressure / 1-𐤇 Glass
Forschungsteam: Dr. Bishop, Dr. Moore, Dr. Gutierrez, Dr. Xi

[BEGINN DES PROTOKOLLS]

1-𐤇 Aestrei

Kommunikation wird aufgebaut. (Pause) Zentrale, hören Sie mich?

SAVES-Zentrale

Wir empfangen Sie, Commander. Ihr Videosignal wird jetzt übertragen.

Die Videoübertragung startet. Commander Aestrei steht am Waldrand, neben Carrier, Horizon, Triple, Pressure und Glass. In der Nähe beaufsichtigen Dr. Bishop und ihr Team, Dr. Moore, Dr. Gutierrez und Dr. Xi, die Szene.

SAVES-Zentrale

Commander, wir können Sie deutlich sehen. Das Signal ist gut. Können wir einen Signaltest bei allen anderen machen?

1-𐤇 Aestrei

Jep. Gehen wir alle durch.

1-𐤇 Horizon

Horizon, check.

1-𐤇 Glass

Glass, check.

1-𐤇 Carrier

Carrier, check.

1-𐤇 Pressure

Pressure, check.

1-𐤇 Triple

Triple, check.

Bishop

Hier ist Bishop, check.

Gutierrez

Gutierrez, äh, check.

SAVES-Zentrale

Gutierrez, nochmal.

Gutierrez

Check, Zentrale. Hier ist Gutierrez.

SAVES-Zentrale

Wir hören Sie, over.

Xi

Xi, check check.

SAVES-Zentrale

Verstanden, Sie sind alle gut zu hören. Position bestätigen?

1-𐤇 Aestrei

Etwa einen Kilometer vom Aufzug entfernt, rund zweihundert Meter von der Baumgrenze.

SAVES-Zentrale

Verstanden, Commander. Können Sie die Luftqualität bestätigen?

1-𐤇 Aestrei

Glass.

1-𐤇 Glass

Messwert zwischen 2,3 und 6,1 ppm an unserem aktuellen Standort, Zentrale.

SAVES-Zentrale

Verstanden, Glass – wir sehen das Gleiche. Team, zur Info: Wir sind uns nicht sicher, wie genau wir Sie im Wald verfolgen können – unsere Kameras haben Schwierigkeiten, Wärmesignaturen durch das Blätterdach zu erfassen. Wenn Sie also ballistische Unterstützung brauchen, zögern Sie nicht, Leuchtsignale abzufeuern oder das Unterholz anzuzünden.

1-𐤇 Aestrei

Verstanden, Zentrale– wir müssen sie nicht erst auf dumme Gedanken bringen. Die Jungs wirken etwas zu eifrig mit den Flammenwerfern.

1-𐤇 Carrier

Vergessen Sie es, Zentrale – bei uns ist alles in Ordnung. Wir sind bereit, beim ersten Anzeichen von Ärger die Lichter einzuschalten.

SAVES-Zentrale

Verstanden, Commander. Versuchen Sie, sie im Zaum zu halten.

1-𐤇 Aestrei

Verstanden, Zentrale. (Pause) Okay, ich glaube, wir sind bereit. Sind alle bereit? (Pause) Alles klar. Los geht's.

Das Team nähert sich dem Waldrand. 1-𐤇 Aestrei deutet auf den ausgekundschafteten Insertionspunkt, und das Team betritt den Wald.

Das Innere des Waldes ist überaus dunkel – sogar noch dunkler als das Innere der Höhle selbst, in das Licht der Flutlichter des Observatoriumsturms sowie Sonnenlicht durch den Zugangsschacht fällt. Zwar gibt es einige Lichtungen, auf denen sich das Team bewegen kann, doch der Großteil der Fläche im Wald ist von dichtem, dunklem Blattwerk bedeckt.

1-𐤇 Pressure

Was glauben Sie, werden wir hier drin finden, Dr. Bishop?

Bishop

Schwer zu sagen. Es gibt wirklich tausend verschiedene Dinge, die wir finden könnten und die Dr. Malthus für unsere Forschung als wertvoll erachten würde. Hier ist so vieles heruntergezogen worden, sei es durch die Wermuts oder den Baum selbst, dass uns eigentlich alles, was wir zusammentragen und übersetzen können, von Nutzen wäre.

1-𐤇 Carrier

Das habe ich auch schon von jemand anderem gehört – Wermuts. Was ist ein Wermut?

Bishop

Es ist ein – eigentlich, Xi, du warst doch in diesem Team, oder?

Xi

Ja, das war ich. Das war mein vorletzter Auftrag. Die Wermuts sind … Na ja, zunächst einmal sind sie eine Waffe der Daeviten. Die Daeviten sind ein weiteres Volk der Antediluvianer, aber anders als die Himmelskönige oder die Zha Zhateri – sie waren Blutmagier. Irgendwann in ihrer Geschichte erfuhren sie, dass die Kinder der Nacht über eine Waffe verfügten, mit der sie ganze Zivilisationen in die Erde hinabziehen konnten. Die Daeva wollten diese Waffe für sich selbst – man kann sie sich wie das Äquivalent einer urzeitlichen Atombombe vorstellen –, und so überquerten sie das Meer und kamen an diesen … tja. Es war wahrscheinlich dieser Wald, oder?

Bishop

Habe gerade dasselbe gedacht.

Xi

Wie dem auch sei, hunderttausend Daeva kamen ums Leben, doch es gelang ihnen, diese Samen zu erlangen. Man pflanzt einen davon im Boden unter dem Feind ein. Während er im Verborgenen wächst, verdrängt er das Erdreich, bis der Feind eines Tages verschlungen und vernichtet wird. Die Daeva belegten die Samen zudem mit einem eigenen Zauber: Sobald ein Ort in der Erde versinkt, vergessen die Menschen sofort, dass er jemals existiert hat.

1-𐤇 Carrier

Und die Samen kamen von dem großen Baum.

Xi

Davon wird ausgegangen, ja. Im Moment bringt die Pflanze außer Wurzeln kaum etwas hervor, aber man kann durchaus sagen, dass sich hier irgendwo noch mehr dieser Samen befinden.

1-𐤇 Triple

Ich frage mich, warum sie so sehr darauf bedacht waren, so viel Zeug hier herunterzuziehen.

Moore

Nun ja … 073 sagt, die Kinder der Nacht seien erschaffen worden, um den ersten Menschen zu töten. Vielleicht wussten sie einfach nicht, wie man sonst irgendetwas tut?

1-𐤇 Horizon

Das ist ziemlich krass.

Das Team setzt den Weg durch den Wald für weitere zwei Stunden fort. Überflüssige Dialoge entfernt.

SAVES-Zentrale

Commander Aestrei, zur Information: Wir haben derzeit Probleme mit der Standortbestimmung, und die von Ihnen eingehenden Signale werden zunehmend unregelmäßiger. Wir gehen von einem technischen Problem aus, doch bis auf Weiteres verfügen wir über keine zuverlässige Methode, um Ihren Standort zu verfolgen.

1-𐤇 Aestrei

Verstanden, Zentrale, lassen Sie mich wissen, wenn wir anhalten sollen.

SAVES-Zentrale

Sie haben grünes Licht für das weitere Vorgehen, Commander. Geben Sie uns einfach Bescheid, falls sich etwas ändert.

1-𐤇 Aestrei

Verstanden

Eine Stunde an überflüssigen Dialogen entfernt.

Gutierrez

Es ist so still hier drin.

1-𐤇 Pressure

Ja.

Moore

Normalerweise würde man in einem Wald Vögel oder Insekten erwarten, oder… irgendetwas. Da ist nichts.

1-𐤇 Triple

Aufgepasst, geradeaus.

1-𐤇 Aestrei

Ich sehe es.

Das Team nähert sich einem Baum am hinteren Ende einer kleinen Lichtung, die vor ihnen liegt. An einem tiefhängenden Ast ist eine kleine, ausgemergelte humanoide Gestalt mit langen, spitz zulaufenden Ohren und großen Augenhöhlen aufgespießt.

1-𐤇 Carrier

Was ist das für ein Ding?

Bishop

Es ist eine Fee. Hier …

Dr. Bishop nähert sich der Gestalt und wischt mit der Hand die giftigen Rückstände von deren Kopf. Im Licht der an den Schultern der Teammitglieder montierten Lampen ist das Haar auf dem Kopf der Gestalt unverkennbar silbern.

Xi

Bishop, sehen Sie … Dort hinten.

Bishop greift an den Rücken der Gestalt, wo ein kleines Beutelchen zwischen der Gestalt und dem Baum eingeklemmt ist. Sie löst den Beutel und zieht ihn hervor. Zum Vorschein kommt ein kleiner Stoffsack. Sie öffnet ihn und holt ein kleines Bündel aus Zweigen und Blättern heraus.

1-𐤇 Glass

Was ist das?

Bishop

Ich glaube, es ist … oh. Es ist eine Puppe.

1-𐤇 Glass

Oh.

Bishop

Da ist nur … ja. Da ist nur Spielzeug drin. Kleine geschnitzte Steine und Nippes.

1-𐤇 Aestrei

Müssen wir noch etwas einsammeln?

Bishop

Gutierrez, machen Sie ein paar Fotos davon. Wir, äh, wir müssen nicht hierbleiben. Wir können weitergehen.

Das Team zieht weiter. Eine Stunde an überflüssigen Dialogen entfernt.

1-𐤇 Aestrei

Wir sollten eine Standortbestimmung durchführen. Zentrale, hören Sie mich?

SAVES-Zentrale

Verstanden, Commander.

1-𐤇 Aestrei

Könnten Sie mir bitte eine Standortbestimmung durchführen? Wir müssten uns meiner Einschätzung nach unterhalb des Alpha-Turms befinden.

SAVES-Zentrale

Verstanden, einen Moment.

Stille

SAVES-Zentrale

Commander Aestrei, ich muss Ihnen mitteilen, dass wir derzeit weiterhin technische Probleme haben und kein Ortungssignal von irgendeinem Mitglied Ihrer Gruppe empfangen.

1-𐤇 Pressure

Das ist nicht gut.

1-𐤇 Aestrei

Verstanden, Zentrale. Wir schlagen hier erst einmal unser Lager auf, bis Sie das geregelt haben.

SAVES-Zentrale

Verstanden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

1-𐤇 Aestrei

Breitet das AÜW-Zelt zwischen den beiden Bäumen aus, Pressure, Triple. Holen wir die Ionisatoren raus und reinigen die Anzüge. Wir schlagen hier erst mal unser Lager auf und sehen, ob wir die Probleme aussitzen können.

Das Erkundungsteam beginnt mit dem Aufbau des Lagers unter Verwendung des aufblasbaren Überdruck-Wohnzeltes (AÜW) und von Luftionisatoren. Unrelevante Gespräche wurden entfernt. Nach mehrstündigem Warten teilt das Team Wachschichten ein und beginnt zu schlafen.

Zeit vergeht. Überflüssige Dialoge entfernt.

03:51 Uhr Ortszeit. 1-𐤇 Horizon hat Wache. Dr. Moore wacht jäh mit einem Schrei auf.

1-𐤇 Horizon

Was ist los? Was stimmt nicht?

Moore

I… Ich … Ich sah … (atmet schwer)

1-𐤇 Aestrei

(Wacht auf) Was ist los?

Moore

Es tut mir leid, ich … (tiefer Atemzug) Ich hatte einen schlechten Traum, gerade eben. Ich schwöre … Ich schwöre, er war real, es war genauso, wie hier zu sitzen, nur …

Bishop

Was haben Sie gesehen, Alister?

Moore

Da … Da war ein Pfad in die Wälder, und ich ging ihn entlang, und ich sah … Ich sah das Feenwesen, das wir an diesem Baum gefunden haben, und dann noch eines, das wir in einem Graben ganz in der Nähe übersehen hatten, und … ich konnte durch die Dunkelheit sehen, als wäre es heller Tag, aber alles war in dieses schreckliche Rot getaucht. Dann kam ich hier vorbei und sah das AÜW … und ging weiter, bis ich zu dieser … ich weiß nicht, zu dieser Überdachung gelangte – und in der Mitte war ein Loch, und ich hörte eine Stimme sagen: "Der Teufel ist 20 Meilen in der Tiefe, aber was liegt noch tiefer?" Ich blickte über den Rand des Lochs, und dann fiel ich, und dann … Aber ich schwöre Ihnen, Bishop: Es war nicht anders, als jetzt hier mit Ihnen zusammenzusitzen. Ich kann es nicht erklären.

Bishop

Schon gut, mit Ihnen ist alles in Ordnung. Ich habe auch nicht ruhig geschlafen.

1-𐤇 Aestrei

Zentrale, hier ist Aestrei. Verstehen Sie mich?

SAVES-Zentrale

Wir hören Sie, Commander, bitte kommen.

1-𐤇 Aestrei

Moore zeigt einige der psychologischen Effekte, die in Dr. Arnolds Bericht beschrieben sind. Können Sie bestätigen, welche Vorsichtsmaßnahmen wir ergreifen müssen?

SAVES-Zentrale

Verstanden, Commander. Einen Moment bitte, während wir uns beraten.

Moore

Commander, tut mir leid, mir geht es gut, machen Sie sich keine Sorgen.

1-𐤇 Aestrei

Ist schon gut, Doktor Moore, wir wollen kein Risiko eingehen.

SAVES-Zentrale

Commander Aestrei, wir haben Grund zu der Annahme, dass die entsprechenden psychologischen Probleme umso stärker auftreten werden, je näher Sie dem Zentrum des Waldes kommen.

1-𐤇 Aestrei

Wussten wir schon vorher davon? Ich würde gern wissen, warum ich nicht früher darauf vorbereitet wurde, Zentrale.

SAVES-Zentrale

Wir können dies derzeit nicht bestätigen, Commander.

1-𐤇 Aestrei

Verstanden, Zentrale. Falls es sonst noch etwas gibt, das ich wissen muss, würde ich das bitte gerne früher erfahren.

SAVES-Zentrale

Verstanden, Commander.

1-𐤇 Aestrei

Packen wir zusammen. Ich will hier draußen nicht noch mehr Zeit verschwenden als nötig.

Das Erkundungsteam baut das AÜW-Modul ab und verlässt das Lager in Richtung Südwesten. Zwei Stunden überflüssiger Gespräche wurden entfernt.

Während das Team weiter durch den Wald vorrückt, signalisiert 1-𐤇 Triple, anzuhalten.

1-𐤇 Triple

Commander, schauen Sie sich das an. Dr. Bishop, was glauben Sie, was das ist?

1-𐤇 Aestrei

Sind das … Treppen?

1-𐤇 Triple deutet auf einen großen Baum in der Nähe, aus dessen Stamm eine Treppe deutlich erkennbar hervortritt und sich spiralförmig nach oben windet.

Bishop

Das sind sie.

1-𐤇 Horizon

Bilde ich mir das nur ein, oder sieht es so aus, als wären die direkt aus dem verdammten Dickicht dieses Dings gewachsen?

1-𐤇 Glass

Commander, Dr. Bishop. Da oben

1-𐤇 deutet nach oben, und der Rest des Teams richtet die Scheinwerfer gen Himmel. Hoch über ihnen sind im Blätterdach des Waldes seltsame, ineinander verschlungene Strukturen zu erkennen, die wirken, als wären sie aus dem Holz und den Ästen der Bäume geformt worden. Ihr Aussehen passt so gar nicht zum Wald, sie wirken wie eine in den Baumwipfeln materialisierte Nachbildung der Ruinen, die sich außerhalb des Waldes befinden.

Während das Team weiterhin die Umgebung absucht, signalisiert Dr. Xi allen, still zu sein.

Xi

Psst … Hören Sie.

Stille

1-𐤇 Carrier

Ich höre es. Was ist das?

Xi

Ist das Wind?

1-𐤇 Glass

Da ist kein Wind – es muss etwas anderes sein. Wo kommt es her?

1-𐤇 Aestrei

Dort drüben. Folgen Sie mir,

Das Team bewegt sich durch den Wald, der zunehmend dichter mit Gebäuden und seltsamen, sich durch die Bäume schlängelnden Pfaden durchsetzt ist, die kein logisches Ende zu haben scheinen. Das Geräusch strömender Luft wird immer deutlicher wahrnehmbar.

1-𐤇 Aestrei

Zentrale, hier ist Aestrei. Können wir einen Positionscheck haben, bitte?

Stille

1-𐤇 Aestrei

Zentrale, hören Sie mich?

Stille

1-𐤇 Aestrei

Glass, haben wir eine Funkverbindung? Was ist hier los?

Gutierrez

Da, dort drüben, sehen Sie. Eine Lichtung.

Bishop

Da ist etwas in der Mitte.

1-𐤇 Aestrei

Los jetzt. Glass, bitte, wenn Sie …

1-𐤇 Glass

Ich bin dran, Commander, einen Moment noch.

Das Team folgt Dr. Gutierrez’ Anweisungen in Richtung einer Lücke im dichten Baumbestand. Nach einem Moment passieren sie die Lücke und gelangen auf eine weite Lichtung.

Moore

Das ist es. Oh mein Gott.

1-𐤇 Pressure

Was zur Hölle ist das?

Das Team tritt auf die Lichtung hinaus – eine fast kreisrunde Freifläche, die von niedrigem, dichtem Gras bedeckt ist. Über ihnen wölben sich Bäume, die weitaus mächtiger sind, als jene des umstehenden Waldes und zueinander hingezogen wurden, um so eine gewaltige Kuppel im Wald zu bilden. Von diesen gewölbten Bäumen hängen Tausende humanoider Leichen herab. Einige sind eindeutig menschlich, während andere jener Gestalt ähneln, die das Team zuvor auf einem Ast aufgespießt vorgefunden hatte. All diese Gestalten sind auf irgendeine Weise an dicke, schwarze Ketten gefesselt, die am Scheitelpunkt der Kuppel befestigt sind.

Der Boden der Lichtung fällt ab, und am Fuß des Hangs, 110 Meter vor dem Team, befindet sich eine große, schmucklose Steinplatte mit den ungefähren Maßen 30 mal 50 Meter und einer Dicke von 2 Metern.

Moore

Das ist … die Lichtung aus meinem Traum, aber da war ein Loch, nicht … das.

1-𐤇 Horizon

Oh, mir gefällt überhaupt nicht, wie das aussieht

1-𐤇 Aestrei

Konzentrieren, Team. Bishop, ist es das, wonach Sie gesucht haben?

Bishop

Ich glaube schon, ja.

Xi

Glauben Sie, dass das Osmons schwarzes Loch ist?

Bishop

Ja. Die Antworten, nach denen wir suchen, sind dort unten.

1-𐤇 Pressure

Das ist ja alles schön und gut, aber ich habe keine Ahnung, wie Sie unter das Ding kommen wollen. Das muss sechstausend Tonnen wiegen.

1-𐤇 Glass

Das müssen wir nicht, schauen Sie dort drüben. Da ist eine Lücke.

1-𐤇 Glass deutet auf einen Teil der Platte nahe der hinteren Ecke, wo ein beträchtliches Stück herausgebrochen ist. Das abgebrochene Steinfragment liegt einen halben Meter entfernt im Gras.

1-𐤇 Aestrei

Gehen wir.

Das Team nähert sich dem zerbrochenen Teil der Platte. 1-𐤇 Aestrei tritt an die Öffnung heran und blickt hinab.

1-𐤇 Aestrei

Ziemlich tief. Horizon, geben Sie mir eine Leuchtfackel.

1-𐤇 Horizon zieht eine Leuchtfackel aus dem Rucksack und reicht sie an 1-𐤇 Aestrei weiter, die sie anzündet und lässt in die Öffnung fallen lässt. Sie stürzt etwa 12 Meter in die Tiefe und landet unten auf Stein.

1-𐤇 Aestrei

Hm. Überhaupt nicht tief. Lassen Sie uns hier eine Leiter aufstellen und sie an diesem Felsen abstützen.

1-𐤇 Carrier

(Untersucht den zerbrochenen Stein) Ich meine, dieses Teil hier muss doch allein schon zwei oder drei Tonnen wiegen, oder? Wie ist das denn hierhergekommen?

Gutierrez

Dieses Windgeräusch – hören Sie das? Es kommt von da unten.

1-𐤇 Aestrei

Ja, ich höre es. Dr. Bishop, Sie haben hier unten etwa dreißig Minuten Zeit, bevor ich uns hier raushole. Verstanden? Die Kommunikation ist ausgefallen, wir haben einen Fußmarsch von mindestens sechs Stunden bis zum Aufzug vor uns, und ich will nicht hierbleiben und auf das warten, was auch immer dieses Loch für uns geöffnet hat.

Bishop

Ich verstehe. Ist in Ordnung.

1-𐤇 Aestrei

Gut. Carrier, Glass, Sie kommen mit mir. Horizon, Pressure, Triple, Sie bleiben hier und überwachen diesen Bereich.

Bishop

Alister, Pablo, ihr bleibt hier beim Außenteam. Seht nach, was ihr auf dieser Lichtung finden könnt.

Moore

Ja, Ma'am.

Gutierrez

Ja, natürlich.

Bishop

Xi, du kommst mit mir.

Xi

Verstanden.

1-𐤇 Aestrei, 1-𐤇 Carrier, 1-𐤇 Glass sowie Dr. Bishop und Dr. Xi steigen die Leiter in den Hohlraum unter der Steinplatte hinab. In der darunterliegenden Höhle ist das Geräusch strömender Luft deutlicher zu vernehmen.

1-𐤇 Aestrei

Machen wir die Schweinwerfer an. Hier unten ist es irgendwie dunkler als da oben.

Alle fünf Mitglieder der Höhlengruppe schalten ihre Scheinwerfer ein und leuchten die Umgebung hell aus. Die Wände der Kammer bestehen aus glattem, grauem Gestein. Der Raum selbst misst etwa fünf mal fünf Meter und erstreckt sich senkrecht bis hinauf zur darüberliegenden Gesteinsplatte. In die Wände sind Nischen eingelassen – viele davon leer, doch einige enthalten Holzkisten, die mit Ketten verschnürt sind. An den Wänden sind massive Metallhaken verankert, und weitere Ketten hängen von der Decke herab. An der Nordwand befindet sich eine einzelne Tür.

Bishop

Also gut, das ist es. Gehen wir.

Die Gruppe durchschreitet den Torbogen und gelangt in einen langen Gang. Entlang des Ganges befinden sich weitere Nischen. Einige enthalten Holzkisten, andere beherbergen diverse Knochen von Humanoiden und Tieren. Manche dieser Nischen sind mit einer Art dickem, kristallinem Wachs versiegelt. 1-𐤇 Carrier deutet auf eine Nische, über der ein direkt in den Fels gehauenes Wandrelief zu sehen ist. Es zeigt Hunderte dunkler Gestalten, die unter einem großen Baum stehen, in dessen Mitte sich ein rotes Artefakt befindet.

Während sie weitergehen, passieren sie versiegelte, von Wurzeln überwucherte Durchgänge sowie weitere Wandmalereien. Diese zeigen verschiedene Szenen, in denen humanoide Gestalten in Ketten gelegt, in Gruben voller Leichen geworfen oder in Brand gesteckt werden. Auf fast allen Wandmalereien sind derselbe Baum und dasselbe rote Artefakt abgebildet. Der Gang windet sich nach Westen, und 1-𐤇 Aestrei gibt ein Zeichen, um die Biegung herumzugehen. Als der Gang wieder gerade verläuft, sieht das Team an seinem Ende ein großes Steintor, dessen gesamte Fläche ebenfalls mit einem Wandgemälde bedeckt ist. Dieses Wandgemälde zeigt eine Menge dunkler Gestalten mit gelben Augen, die sich um den Fuß einer großen, gewundenen und vage weiblichen Gestalt drängen; deren zahlreiche Arme umschlingen die Gestalten, während über ihnen dunkle Wolken aufziehen. 1-𐤇 Aestrei nähert sich dem Eingang und zieht daran, woraufhin sich die Tür mühelos öffnet. 1-𐤇 Aestrei wirft einen kurzen Blick zurück auf den Rest des Teams, nickt und betritt den Eingang.

Sie treten in einen kreisförmigen Raum mit zwei Treppen: eine führt auf der linken Seite nach oben, die andere auf der rechten nach unten. Die nach oben führende Treppe ist vollständig versperrt. Der Treppenschacht ist mit Gestein und Schutt gefüllt, als wären diese von oben herabgestürzt. Glass deutet sofort auf sein Luftmessgerät, das erhöhte Werte giftiger Schwebstoffe in der Kammer anzeigt. Dr. Bishop nähert sich der nach unten führenden Treppe und bedeutet dem Team, ihr zu folgen. Sie steigen etwa 20 Meter hinab, bis sie einen Treppenabsatz erreichen. Dort kehren sie um und steigen weitere 20 Meter nach unten. Am Fuß der Treppe befindet sich eine breite, gewölbte Öffnung. Als Dr. Bishop unter dem Bogen hindurchgeht, hält sie plötzlich inne und hebt die Hand. 1-𐤇 Aestrei tritt neben sie.

//Vor ihnen erstreckt sich eine gewaltige Kammer, die in alle Richtungen so weit reicht, wie das Auge blickt, obwohl die Decke niedrig ist. Im Kreis um den Torbogen und in weiteren konzentrischen Kreisen darum herum sitzen große, reglose, humanoide Gestalten auf dem Steinboden. Sie sind vollständig von glattem, dunklem Haar bedeckt und in Fötushaltung zusammengekauert. Sie sind jeweils mit dem giftigen Staub bedeckt, der zuvor von SCP-6666 ausgegangen war. 1-𐤇 Glass greift an sein Ohr, und die anderen nicken – dies ist die Quelle des Geräuschs strömender Luft, während die unzähligen zusammengerollten Gestalten langsam und im Gleichklang atmen.

Oben auf der kuppelförmigen Lichtung untersuchen Dr. Gutierrez und Dr. Moore die Außenseite der Platte, während Horizon, Pressure und Triple die Baumgrenze absuchen. Plötzlich ist ein Geräusch von Bewegung in den Bäumen zu hören, woraufhin Pressure den Blick zum östlichen Rand der Lichtung wendet.

1-𐤇 Horizon

Was ist das?

1-𐤇 Pressure

Da ist was in den Bäumen. Hör mal.

Moore

Was ist das?

1-𐤇 Pressure

Psst, hören Sie zu.

Stille

Plötzlich hören alle fünf Teammitglieder auf der Lichtung ein ungewöhnliches Geräusch. Es ist ein Lachen wie von einem Kind, doch unnatürlich in die Länge gezogen und mit dem Echo von etwas, das aus weiter Ferne kommt. Moore und Gutierrez entfernen sich vom Rand der Felsplatte in Richtung Pressure und Horizon, während Triple auf eine Stelle am Rand der Lichtung vorrückt. Das Geräusch ist erneut zu hören, diesmal jedoch hinter ihnen, auf der Westseite. Alle fünf Teammitglieder wenden sich dem westlichen Rand der Lichtung zu, als das Geräusch wieder erklingt – diesmal über ihnen.

Moore

Da! Im Baum! Da bewegt sich etwas im Baum. Da!

Das Team dreht sich um und erhascht dabei einen Blick auf ein großes, flüchtiges Objekt, das sich rasch durch die dunkle Baumgrenze bewegt, bevor es wieder verschwindet. Erneut hören sie das Geräusch des seltsamen Lachens, das plötzlich verstummt.

1-𐤇 Horizon

Wo ist es hin?

Plötzlich ist ein weiteres Geräusch zu hören, das sich vom ersten unterscheidet. Ein langes, hohes Jaulen, knisternd und von unnatürlich tonaler Qualität, das scheinbar von irgendwoher über ihnen kommt. Das Geräusch hält noch etwa fünfzehn Sekunden lang an und verstummt dann abrupt.

1-𐤇 Pressure

Was zum Teufel war das?

Plötzlich bebt der Boden unter ihnen, und das Geräusch geologischer Verschiebungen hallt durch die gesamte Kammer. Die sich über ihnen wölbenden Bäume beginnen zu rauschen, dann weichen sie, begleitet vom Geräusch ächzenden Holzes, voneinander zurück und geben den Blick auf eine tintenschwarze Finsternis darüber frei. In weiter Ferne ist durch die Dunkelheit der matte Schein der Lichter des mächtigen Beobachtungsturms zu erkennen. Während die Bäume zurückweichen und sich aufrichten, knistert das Funkgerät.

SAVES-Zentrale

Commander Aestrei, hören Sie uns? Hēt-1-Team, hört uns jemand?

1-𐤇 Pressure

Hier ist Pressure, bitte kommen.

SAVES-Zentrale

Wo ist Aestrei?

1-𐤇 Pressure

Sie ging mit Bishop und der Hälfte des Teams nach unten. Hier unten gibt es eine Art Öffnung im Boden.

SAVES-Zentrale

Pressure, zur Information: An Ihrer Position befindet sich eine weitere Entität, die wir nicht identifizieren können.

1-𐤇 Pressure

Zentrale, wir …

Das schrille Heulen unterbricht ihn, und die Höhle bebt erneut sechs Sekunden lang, bevor sie zur Ruhe kommt.

1-𐤇 Triple

SCP-6666 während eines Aktivierungsereignisses. Aufnahme vom Charlie-Turm aus.

Was zum Teufel ist hier …

Plötzlich ist die gesamte Kammer in leuchtend rotes Licht getaucht. Das Team blickt nach oben, wo hoch über ihnen SCP-6666 aufleuchtet. Rotes Licht strahlt von der Basis der Entität aus. Das Team hört wieder Gelächter.

Währenddessen macht sich das Team in der Kammer darunter bereit, als das Grollen verstummt. Als sich die Erde beruhigt, blickt 1-𐤇 Aestrei zu den anderen hinüber.

1-𐤇 Aestrei

Sind alle in Ordnung?

Bishop

Mir geht’s gut, danke.

1-𐤇 Carrier

Ja, bin in Ordnung.

1-𐤇 Aestrei

Gut. Ich denke, es ist Zeit, zu gehen, Dr. Bishop.

Bishop

Ja, lassen Sie uns …

Xi

Was ist mit dem Wind passiert?

1-𐤇 Aestrei

Sie haben recht. Das ist …

1-𐤇 Aestrei wird unterbrochen, als Dr. Bishop nach Luft schnappt. Sie blickt zurück in die Kammer hinter dem Torbogen. Dort starren nun all die gebeugten Gestalten zum Eingang, die Augen weit geöffnet und gelb leuchtend. Ein lautes Knacken ist zu hören, und eine der Gestalten in der fünften Reihe bewegt sich plötzlich und hebt den linken Arm. Ein weiteres lautes Knacken folgt, als sie den rechten hebt. Sie beugt sich vor, als wolle sie aufstehen, und plötzlich ist der gesamte Raum vom Geräusch von Bewegungen erfüllt.

1-𐤇 Aestrei

Lauft. (Dreht sich zu den anderen um) Lauft!

Das Team flieht das Treppenhaus hinauf und fängt sich ab, als die Erde erneut bebt. Sie ziehen sich den Flur entlang zurück in Richtung der Tür, die zu dem Raum mit der Leiter führt.

1-𐤇 Horizon

Commander Aestrei, hören Sie mich? Wo sind Sie?

1-𐤇 Aestrei

Wir kommen, Horizon. Holen Sie Ihre Leute daraus, wir müssen gehen.

1-𐤇 Horizon

Commander, Sie müssen sich beeilen.

1-𐤇 Aestrei

Ich verstehe Sie, Horizon. Los, lauft!

Das Team betritt die Seitenkammer und beginnt, hastig die Leiter hinaufzusteigen. Hinter ihnen ist das Geräusch strömender Luft zu hören, und plötzlich ist die Luft von giftigem Staub erfüllt, der an ihnen vorbeigeweht wird und durch die Öffnung in der Platte nach draußen dringt. Das Team hält sich an der Leiter und den Felsnischen fest, doch Dr. Xi, der sich oben auf der Leiter befunden hatte, wird fünf Meter in die Luft geschleudert und schlägt hart auf der Steinplatte auf. Bei der Landung bekommt das Plexiglas-Visier seines Helms einen Riss, und die Warnsignale für einen Anzugdefekt ertönen, während sein Insertionsanzug Sauerstoff ablässt, um den Überdruck aufrechtzuerhalten.

1-𐤇 Aestrei

Na los! Los! Horizon, helfen Sie ihm! Wir müssen gehen!

Aus der Tiefe sind schwere Schritte zu hören. Der Rest des Teams kommt unter der Platte hervor, während Horizon und Carrier Xi packen, der sich panisch zu ihnen umsieht.

Xi

Moment, Moment, ich fühle …

Xis Körper verkrampft sich, und er sackt völlig schlaff zusammen.

Bishop

Chao, nein!

1-𐤇 Aestrei

Verdammt noch mal, verdammt noch mal! Wir müssen ihn zurücklassen, Bishop, er ist bereits tot.

Bishop

Nein! Nein, das können wir nicht. Er kann immer noch …

1-𐤇 Aestrei

Bishop, hören Sie mir zu. Wir müssen gehen. Es tut mir leid, wir müssen gehen.

Bishop

Ich … Oh Gott.

1-𐤇 Aestrei

Na los. Na los!

Das Team kehrt in den Wald zurück und folgt demselben Pfad, den es beim Hineingehen genommen hatte. Um sie herum ist weiteres kicherndes Lachen zu hören.

1-𐤇 Aestrei

Zentrale, hier ist Aestrei. Ich brauche verdammt noch mal sofort einen Geolocation-Ping – ich muss wissen, wie ich hier am schnellsten rauskomme.

SAVES-Zentrale

Verstanden, Commander, einen Moment.

1-𐤇 Aestrei

Genau verdammt noch mal jetzt, Zentrale, bitte!

SAVES-Zentrale

Wir sehen Sie, Commander. Der kürzeste Weg nach draußen führt etwa 14 Kilometer in Richtung Nordosten von Ihrer Position aus.

1-𐤇 Aestrei

Also los, wir müssen uns den Arsch aufreißen. Carrier, Horizon, gebt uns Deckung.

1-𐤇 Carrier

Verstanden.

Carrier und Horizon drehen sich um und richten ihre Flammenwerfer auf die Bäume um sie herum. Während der Wald zu brennen beginnt, ist über ihnen das Knarren von Holz zu hören. Viele der Stützen, die die aus den Bäumen selbst errichteten gewaltigen Konstruktionen tragen, ächzen und geben nach. Als sich die beiden Männer umdrehen, um der übrigen Gruppe zu folgen, wird Horizon plötzlich nach hinten gezogen. Carrier hält inne und dreht sich um.

1-𐤇 Carrier

Commander!

Augenblicke später hört Carrier Horizon schreien, bevor der Schrei abrupt verstummt. Ein feuchtes, reißendes Geräusch ist zu vernehmen, gefolgt von einer dunklen, feuchten Masse, die auf Carrier zufliegt. Er duckt sich weg und dreht sich um. Dabei sieht er den Oberkörper von Horizon, der von der unteren Körperhälfte abgetrennt ist, als wäre er in zwei Teile gerissen worden. Horizons Augen blinzeln rasch, während seine Lippen lautlose Worte formen. Carrier schreit erneut auf, zieht dann seine Dienstwaffe und schießt Horizon zweimal durch die Maske. Blut füllt Horizons Helm, und er hört auf, sich zu bewegen.

1-𐤇 Aestrei

Carrier?

1-𐤇 Carrier

Commander, was auch immer hier draußen ist, es hat Horizon erwischt. Ich musste … Verdammt noch mal!

1-𐤇 Aestrei

Unbekannt

Carrier, kommen Sie schon. Los, schnell!

Carrier blickt noch einmal auf Horizon hinab, bevor er dem Rest des Teams hinterhereilt.

Die verbleibenden Mitglieder des Hēt-1-Teams laufen gemeinsam mit Dr. Bishop, Dr. Gutierrez und Dr. Moore ohne weitere Unterbrechung weiter und halten lediglich viermal kurz inne, um zu Atem zu kommen. Nach einer Stunde und vierunddreißig Minuten tritt das Team aus der Baumgrenze auf das Feld mit den humanoidartigen Überresten hinaus, das zuvor von Hero kartiert worden war. Das Team wendet sich nach Norden und legt eine Strecke von zwei Kilometern zurück, womit es nach insgesamt etwa einer Stunde und sechsundvierzig Minuten wieder am Aufzug eintrifft.

Aufgrund der in Anhang 6666.12 geschilderten Ereignisse bemerkte keines der Mitglieder von Hēt-1 oder des Forschungsteams, dass Dr. Xis Audio- und Videosender, obwohl er beschädigt war, eine Stunde nach ihrem Abzug wieder zu senden begann.

Xi hustet heftig und rollt sich auf den Rücken. Über ihm ist SCP-6666 zu sehen, das nun in hellem Rot leuchtet. Xi atmet mehrmals tief durch und blickt sich um. Er steht zitternd auf und stützt sich an der Platte ab. Als er hört, wie Sauerstoff durch einen Riss in seinem Helm strömt, hält er einen Handschuh darüber.

Aus der Nähe vernimmt Xi dasselbe gedehnte Lachen, das zuvor schon die anderen Mitglieder des Erkundungsteams gehört hatten. Er beginnt, sich langsam von der Platte weg in Richtung der Baumgrenze zu bewegen. Er tritt zwischen die Bäume und stolpert vorwärts, während sein Atem immer schwerer wird. Er macht noch einige Schritte, bevor er stehen bleibt. Das Geräusch von Gelächter wird von seinem Mikrofon eingefangen, und er dreht sich zur Lichtung zurück.

Als er sich umdreht, beginnen seine Audio- und Videogeräte, unregelmäßig zu funktionieren. Es ist unklar, ob dieses Verhalten auf eine technische Störung oder auf Veränderungen in der unmittelbaren Umgebung von Xi zurückzuführen ist. Dennoch fängt seine Kamera mehrere verzerrte Aufnahmen einer etwa 6 Meter großen Gestalt ein, die in einer Lücke zwischen zwei Bäumen steht und von dem roten Licht, das von SCP-6666 ausgeht, von hinten beleuchtet wird. Nach zwei Sekunden fällt Xis Kamera vollständig aus und schaltet sich ab.

Es ist zu hören, wie Xi hastig durch den Wald eilt. Sein Atem wird immer schwerer. Unmittelbar hinter ihm ertönt erneut ein Lachen, und dann erfüllt ein mächtiges tiefes Dröhnen die Kammer. Die Geräuschquelle befindet sich über ihm und geht von SCP-6666 aus.10 Weiteres Gelächter ist zu hören, als Xi zu laufen beginnt, und ein weiteres lautes Summen ertönt. Ein drittes Summen ist zu vernehmen, gefolgt von einem lauten Schrei, und dann schaltet sich Xis Aufnahmegerät vollständig ab.

Xis Sender übermittelt noch weitere sechzehn Minuten lang seinen Standort. Er wird 100 Meter weit rückwärts geschleift, bevor er zum Stillstand kommt. Anschließend bricht die Verbindung zum Sender aufgrund starker atmosphärischer Störungen ab.

Die letzten 38 Sekunden von Xis Audioübertragung sind unten verfügbar.

[ENDE DES PROTOKOLLS]

Anhang 6666.12

Reaktion von SCP-6666-A

Während des in Anhang 6666.11 beschriebenen Erkundungsversuchs begann SCP-6666, ungewöhnliches Verhalten zu zeigen. Das oberirdische Wurzelwachstum breitete sich rasch aus, was die Einsatzteams dazu zwang, den SAVES-Sicherheitsperimeter zurückzuverlegen. SCP-6666 selbst begann, aus Spalten im Stamm seines Aufbaus rotes Licht auszustrahlen, und über sein gesamtes System von Gliedmaßen hinweg begannen kugelförmige, leuchtende Blasen zu erscheinen. Während dieser Zeit wurde zudem ein geologisches Phänomen registriert, das irgendwo unterhalb der Höhle seinen Ursprung hatte.

Doch genau zu dem Zeitpunkt, als SCP-6666 in diesen Aktivierungszustand überging, begann SCP-6666-A, an seinen Fesseln zu zerren. Der Charlie-Turm berichtete, wie das große Kevlar-Abspannseil zunächst auszufransen begann, bevor es schließlich vollständig riss, als SCP-6666-A es entzweizog. Von seinen Fesseln befreit, begann SCP-6666-A daraufhin, Laute von sich zu geben, indem es zunächst einfach schrie und dann sprach. Während Audioaufnahmen des Ereignisses eindeutig zeigen, wie SCP-6666-A in einer unbekannten Sprache spricht, berichteten die zu diesem Zeitpunkt in der Kammer anwesenden Personen, SCP-6666-A klar in ihrer jeweiligen Muttersprache verstanden zu haben. Wie dies zustande kam, zumal SCP-6666-A zuvor keinerlei derartige memetische Wirkung gezeigt hatte, ist unbekannt.

Dr. Iles erkannte die Natur des Ereignisses, während es sich abspielte, und nutzte eine Spracherkennungssoftware, um den gesamten Wortwechsel simultan zu transkribieren. Das vollständige Transkript der Vokalisationen von SCP-6666-A ist nachstehend aufgeführt.

HÖR MICH AN.

HÖR MICH AN.

ICH BIN HECTOR, SOHN VON HOLAS, DIE SCHREIENDE LANZE DES NORDHIMMELS, LETZTER SOHN VON ALT-EUROP, DIENER DES HIMMELSKÖNIGS SARRUS VON APOLLYON, HERRSCHER ÜBER DIE WELT DER MENSCHEN, ERBE VON ASEMS EISERNER KRONE.

HÖR MICH AN, SCHRECKEN TITANIA. HÖRE MICH JETZT UND ERZITTERE.

ERZITTERE JETZT, SO WIE DU ES ALL DIE VIELEN JAHRE GETAN HAST, ALS ICH DAS ANSTEIGENDE MEER ÜBERQUERTE, UM DICH ZU FINDEN. ERZITTERE NUN, SO WIE DU ES GETAN HAST, ALS ICH MEINE LANZE IN DEINE BLUTENDE BRUST STIEẞ, UND ERZITTERE NUN, SO WIE DU ES GETAN HAST, ALS ICH ERFUHR, DASS DU DEINE BESTIMMUNG BEREITS VERRATEN HATTEST.

ICH HABE DICH NIEDERGESTRECKT, DÄMONIN DER VORZEIT. ICH HABE DEINEN LEIB AUFGERISSEN UND DICH GEBROCHEN.

DU HAST DEINE MEISTER VERRATEN, SCHRECKEN TITANIA, DOCH MICH WIRST DU NICHT VERRATEN.

ICH WERDE DEINEN GEHORSAM ERZWINGEN. DU WIRST MEINEN WUNSCH ERFÜLLEN UND DEIN GIFT IN DIESES GRAB GIEẞEN. DU WIRST DIE LEICHENSTADT DEINER EINDRINGLINGE ERSTICKEN UND SIE BEGRABEN.

DU WIRST DIES TUN, DÄMONIN, DENN ICH HABE ES VON DIR VERLANGT.

ICH BIN HECTOR, DAS GÖTTLICHE FEUER DES VOLLKOMMENEN WILLENS MEINES HERREN, ANTWORTE MIR NUN, SCHRECKEN TITANIA.

HÖR MICH AN UND ERZITTERE.

Unmittelbar nach dieser Vokalisation begann SCP-6666-A, sowohl die Schaumstoffabdichtung an der Öffnung in SCP-6666 als auch SCP-6666 selbst heftig anzugreifen. Anschließend stemmte sich SCP-6666-A gegen die Masse von SCP-6666 und zog unter großer Anstrengung seine verbleibenden drei Arme aus dem Inneren des Baumes. SCP-6666-A nutzte alle fünf seiner freien Arme und seinen Speer als Hebel, um die beiden Seiten der Öffnung zu greifen und auseinanderzuziehen. Unter einem lauten Knacken spaltete sich der Stamm von SCP-6666 auf und begann erneut, eine dicke dichte Wolke aus giftigen Partikeln in die darunterliegende Höhle auszustoßen. Im selben Moment begann das rote Licht, das von SCP-6666 ausgegangen war, schwächer zu werden, und war innerhalb von vierzehn Minuten vollständig verschwunden.

SCP-6666-A griff die Seite von SCP-6666 weitere sechs Stunden lang an. Anschließend stemmte sich SCP-6666-A mit seinem Speer gegen die Seite von SCP-6666 und verfiel in einen Ruhezustand.

Anhang 6666.13

ZENSIERT

Die folgende Datei ist Stufe-5/6666 klassifiziert.

Wenn Sie bis hierher gekommen sind, haben Sie wahrscheinlich dieselbe Frage, die ich mir stellte, nachdem wir Dr. Bishops Bericht zu Ende gelesen hatten.

Wenn alles, was wir hier herausgefunden haben, stimmt, was hat es dann mit der SCP-1000-Datei auf sich? Ich habe nachgeforscht und konnte mithilfe unserer Berechtigungen auf die ersten Versionen dieser Datei zugreifen. Hier sind einige Erkenntnisse:

  1. Die Datei wurde ursprünglich 1956 von Tilda Moose verfasst.

  2. Die Datei stammt aus der Zeit zwei Jahre vor der ersten dokumentierten Bigfoot-Sichtung – Jerry Crew begann 1958 im Humboldt County erstmals, Bigfoot-Spuren zu verzeichnen.

  3. Tilda Moose hat 1956 nicht für die Foundation gearbeitet.

  4. Tilda Moose hat 1956 nicht gelebt.

Vor diesem Hintergrund möchte ich, dass Sie diesen Abschnitt hier noch einmal lesen.

wir vergeben euch;
lassen die Wahl jetzt, nicht ewig;
lasst uns wieder herein

Da wir nun wissen, was diese Dinge sind, was sie können und was sie getan haben, sagen Sie mir: Wer, glauben Sie, würde wollen, dass wir sie wieder hereinlassen? An wen erinnert Sie das?

Denken Sie eine Weile darüber nach und kommen Sie dann zu mir. Wir haben viel zu tun. Shannon arbeitet bereits am vierten Ritter, und danach müssen wir eine Entscheidung treffen: ob wir in den siebten Stock gehen und mit ihm reden wollen oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

O5-1

P.S. Wahrscheinlich möchten Sie auch sehen, was wir aus jenem Bericht streichen mussten, den Teil mit der Fee. Der wohl unangenehmste Teil dieses Jobs ist es, Leute für eine Aufgabe loszuschicken, bei der ihnen das Ausmaß der Gefahr nicht so bewusst ist wie Ihnen. Lassen Sie sich davon nicht zu sehr runterziehen. Lesen Sie es einfach und machen Sie weiter. Wir werden dafür sorgen, dass für ihre Familien gesorgt ist.

Dr. Park

Was war der Wunsch?

"Wir … Es tut mir leid. Ich hätte entgegenkommender sein sollen. Ich … Nun ja, wir waren danach nur noch so wenige. Wir wagten nicht, darüber zu sprechen, aus Angst, sie aus der Dunkelheit zurückzubeschwören, aber … Nun, es ist inzwischen so lange her."

Hält inne

"Als der erste Mensch die erste Sünde beging, herrschte zwar Empörung, doch Asem war … unerträglich mächtig, und wir konnten uns ihm nicht entgegenstellen, so schwach, wie wir waren. Also beteten wir zur Königinmutter und baten sie, uns von ihm zu erlösen und uns die Macht zu verleihen, ihn zu vernichten. Und sie … sie tat es. Die Kinder wurden unter ihren Wurzeln geboren, und wir hassten sie von dem Augenblick an, als sie zum ersten Mal hervorkamen."

Dr. Park

Warum hassten Sie sie?

"Warum wir sie gehasst haben? Wir hassten sie, weil sie so waren wie ihr."

Hält inne

"Doch wir brauchten sie, also verlangten wir von ihnen, das Meer zu überqueren und Asem seiner gerechten Strafe zuzuführen, und sie taten es. Sein Reich fiel, sein Volk wurde zerstreut, seine Söhne ins Verderben gestürzt. Sie erfüllten alles, was wir von ihnen forderten, und dennoch hassten wir sie. Haben wir sie, als sie zu uns zurückkehrten, als siegreiche Helden geehrt? Haben wir ihnen zu Ehren Feste gefeiert und sie dafür gepriesen, dass sie taten, wozu wir nicht imstande waren? Nein. Nein, wir verbannten sie tief in die Dunkelheit des Waldes, fernab der Sterne, denn die Sterne waren nur für uns bestimmt, nicht für sie. Sie waren bloß Kinder, und wir ließen sie dort zurück, aus den Augen, aus dem Sinn, hundert Millionen Jahre lang. Wir haben sie im Stich gelassen, und in ihrer Isolation wurden sie grausam."

Stille

"Sie möchten wissen, was sie sich wünschten?"

Stille

"Sie … Sie wünschten sich, nicht mehr allein zu sein."

Stille

"Und was tat Iýa? Sie half ihnen. Sie riss sich ihr eigenes Herz aus der Brust und gab es ihnen. Selbst im Wissen darum, was aus ihnen geworden war, gab sie es ihnen bereitwillig, denn sie wusste es. Sie wusste von unserer Vernachlässigung. Sie wusste von unserer Gleichgültigkeit. Die Kinder wollten nicht länger allein sein, also schenkte sie ihnen ihr Herz und wurde zu ihrer Göttin, nicht zu unserer."

Schluchzt

Dr. Park

Unbekannt

Wir können aufhören, wenn Sie möchten.

Oh, da wäre noch eine Sache, die ich Ihnen sagen wollte, bevor ich gehe. Ich musste eine kleine Änderung am Erkundungsprotokoll vornehmen, wir wollten nicht, dass jemand auf den Gedanken kommt, wir hätten die falschen Prioritäten gesetzt. Dr. Bishop war so freundlich, auf dem Rückweg aus jenem Tempel etwas mitzunehmen. Sie hat es direkt aus den vertrockneten Händen einer längst verstorbenen Fee an sich genommen. Ich habe nicht den Eindruck, dass man es dort sehr vermissen wird.

Es ist zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich nebensächlich, aber ich wollte, dass Sie es sehen, bevor wir es für immer einlagern. Es ist wirklich schade – es ist nämlich sehr hübsch.

Die Arbeit geht weiter.


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